Stürzenberger-Kundgebung und Gegendemo sorgten für Aufsehen *Mit Voting* 

"Mafiöse Zustände in Rosenheim" - Was ist dran an Stürzenbergers Kritik? 

+
Am Mittertor fand am vergangenen Samstag die Kundgebung von Michael Stürzenberger statt. Gegendemonstranten hielten lautstark dagegen. 
  • schließen

Rosenheim - Am vergangenen Samstag wurde es laut: Am Mittertor hielt Pegida-Aktivist Michael Stürzenberger eine Kundgebung ab - über fünf Stunden hinweg. Dabei übte er mitunter auch heftige Kritik an der Stadt. 

Über 350 Gegendemonstranten hatten sich am vergangenen Samstag am Mittertor in Rosenheim eingefunden, um lautstark aber friedlich gegen die Kundgebung des deutschen Pegida-Aktivisten Michael Stürzenberger, der auch Mitglied der Bürgerbewegung "Pax Europa" ist, vorzugehen. 

Stürzenberger stand zwar mit seinen wenigen Anhängern am 13. Juli ziemlich allein auf weiter Flur - was den Aktivisten jedoch nicht davon abhielt, fünf Stunden lang fast ohne Pausen Reden zu halten, die Gegendemonstranten um die Jusos und deren Organisator, Luca Fischer, zu provozieren und zuletzt auch die Stadt Rosenheim direkt anzugreifen: " Das sind mafiöse Zustände in Rosenheim - die Stadt wollte unseren Auftritt mit der Lüge, es gebe eine Baustelle auf dem Max-Josefs-Platz verhindern. Das ist ein handfester Skandal, der sich hier abspielt."

Proteste zahlreicher Gruppierungen gegen Stürzenberger-Rede in Rosenheim

Kein konkreter Standort benannt

Den Vorwurf des "handfesten Skandals" kann der Pressesprecher der Stadt, Christian Schwalm, zurückweisen. In einer Stellungnahme der Stadt werden die Gründe, warum die Veranstaltung vom ursprünglich geplanten Standort Max-Josefs-Platz verlegt wurde ans Mittertor, erläutert. 

Demnach habe der Versammlungsleiter, eine der Verwaltung namentlich bekannte Privatperson, bei der Stadt eine Kundgebung am Max-Josefs-Platz angemeldet - ohne jedoch einen konkreten Standort zu benennen

"In Frage kamen daher mehrere Örtlichkeiten. Neben der Platzmitte am Nepomukbrunnen wurde auch der Platz am Mittertor mit den Verantwortlichen besprochen", fasst Schwalm zusammen. "Da im relevanten Zeitraum eine Tiefbaumaßnahme auf dem Max-Josefs-Platz geplant war, wurde die Kundgebung schließlich ans Mittertor verlegt. Witterungsbedingt musste diese Baumaßnahme jedoch verschoben werden - sie fand deshalb am Samstag, 13. Juli, nicht statt am Max-Josefs-Platz." Ein neuer Termin für den Beginn der Arbeiten am Pflasterbelag des Platzes werde derzeit abgestimmt.

Fünf Stunden Lautstärke am Mittertor

Vereinzelt wurden auch Stimmen bezüglich des Lärmpegels während der fünf-stündigen Veranstaltungen am Samstag laut. Gerade für den Einzelhandel am Max-Josefs-Platz, vor deren Türen die Demonstranten ausharrten, um ihre Stellung zu Stürzenberger deutlich zu machen, stellte die Situation am 13. Juli eine Herausforderung dar.

Schwalm zufolge seien allerdings lediglich zwei Beschwerden von Geschäftsleuten bei der Stadtverwaltung eingegangen - eine mündliche noch vor Ort während der Demonstration und eine schriftliche.

mb

Zurück zur Übersicht: Rosenheim

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT