Wand von SPD-Geschäftsstelle massiv beschädigt

Streit um Bauunfall in Rosenheim bald vor Gericht?

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So sah's in der Geschäftsstelle der SPD Rosenheim Mitte August aus.

Rosenheim - Bei Abrissarbeiten in der Färberstraße 25 kam es bereits Mitte August zu einer recht unschönen Überraschung. Eine Wand der SPD-Geschäftsstelle wurde massiv beschädigt. Der Vorfall könnte jetzt noch als Rechtsstreit vor Gericht landen.

Unter einem nachbarschaftlichen "Gruß" stellt man sich wohl etwas anderes vor: Am 14. August brach bei Abrissarbeiten am Nachbargrundstück plötzlich die Wand der SPD-Geschäftstelle durch und das ganze Büro war plötzlich voller Bauschutt. Auf der Fläche der Färberstraße 25 soll eine größere Wohnanlage für ältere Menschen entstehen. Der Bauträger ist die Familie Sick. Siegfried Sick war irrtümlich davon ausgegangen, dass die betreffende Kommunwand noch zu seinem Grundstück gehöre. Tatsächlich ist diese Kommunwand jedoch quasi ge meinschaftliches Eigentum mit der Färberstraße 23. 

Glück im Unglück für die SPD

Die SPD Rosenheim hatte hierbei noch Glück im Unglück. Da das Bauunglück mitten in die Sommerpause fiel, war man im Politikbetrieb nicht stark beeinflusst, berichtet Robert Metzger, Fraktionsvorsitzender der Rosenheimer SPD. Auch das 1,5 Meter breite Mauerloch wurde laut Metzger wiederrecht zügig geschlossen und der vorherige Zustand in der SPD Geschäftsstelle wiederhergestellt. Man merkt, für den SPD-Mann ist die Sache schon gegessen, man habe sich ja schnell um die Sache gekümmert.

Streit um Bauunfall in der Färberstraße bald vor Gericht?

Schaden an der Außenwand immer noch nicht behoben

Etwas kritischer sieht die Sache Rechtsanwalt Dr. Matthias Meindl. Der Jurist wurde von der Eigentümervertretung mit dem Fall betraut. Denn in der Färberstraße 23 ist nicht nur die SPD Rosenheim im Hochparterre untergebracht. Über zwei Stockwerke verteilt liegen vor allem Privatwohnungen, deren Außenwand nach wie vor beschädigt ist. Vor allem, dass die Rohrleitungen immer noch frei liegen, sieht der Anwalt kritisch. Denn sobald der Frost einsetzt, können diese Leitungen zerbersten. Daher hat man der Familie Sick eine Frist bis zum 16. Oktober gesetzt. 

Gerichtsverfahren rückt näher

Diese Frist ist nun verstrichen, ohne dass was geschehen sei, so der Anwalt. Es gäbe zwar Absichtsbekundungen von der Gegenseite, aber Meindl vermutet, dass von dort vor allem eine „möglichst billige Lösung“ angestrebt werde. Damit will sich die Eigentümervertretung nicht zufrieden geben, sie pocht auf eine „technische Lösung“ des Problems. Solle diese nicht zustande kommen, müsse man vor Gericht ziehen. Denn bis zum Winter und den Frost könne man auf keinen Fall warten. 

Eigentümer sollen die Mauer selbst zumachen

Siegfried Sick hingegen sieht kein Versäumnis bei sich. An dem Gebäude in der Färberstraße 23 sei mehreres im Argen. Außerdem habe er sich doch dazu bereit erklärt, die Isolierung der Außenwand vorzunehmen. Das notwendige Baugerüst werde dafür bereits aufgestellt. Bevor man mit der Isolierung beginne, müsse allerdings erst einmal die Außenwand ordentlich zugemauert werden. Und genau diese Arbeiten müsse die Eigentümervertretung schon selbst durchführen.

Severin Bulin

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