Plan zur Verkehrsentwicklung diskutiert

Wie es mit dem Verkehr in der Stadt weitergehen soll

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Rosenheim - Der Verkehr in der Stadt hält die Bürger weiter in Atem. Auf welcher Grundlage künftig Baumaßnahmen gestaltet werden, soll ein Verkehrsentwicklungsplan beantworten:

Zusammen mit Vertretern aus der Bürgerschaft, den Verbänden und einem unabhängigen Verkehrs-Gutachter erarbeitete die Rosenheimer Stadtverwaltung in den vergangenen drei Jahren einen Ansatz, wie sie die durchwachsene Situation in Sachen Verkehr in den Griff kriegen will. Das Ergebnis aus den Fachforen und der Öffentlichkeitsbeteiligung wurde am Donnerstag im Verkehrsausschuss vorgestellt. Was sich künftig ändern soll:

Anhaltspunkte für die Verwirklichung, trotzdem jede Entscheidung in die Gremien

Laut Gutachter soll insbesondere der KFZ-Verkehr auf die Hauptverkehrsstraßen gebündelt werden, Nebenstraßen sollen ggf. durch weitere Maßnahmen beruhigt werden. Trotzdem müsse Erreichbarkeit garantiert und das Straßennetz, dort wo nötig, ergänzt werden. Laut Bürgern und Verbänden sei das Netz ausreichend dimensioniert, wenn eine Entlastung des Durchgangsverkehrs erzielt werden könnte. Derzeit käme es aber noch zu Überlastungen. Eine bessere Vernetzung mit dem Umland sei aber wünschenswert. Eine Erreichbarkeit der Innenstadt dürfe dabei nicht leiden, obwohl ein stärkerer Fokus auf alternative Verkehrsmittel wie Rad und Bus gelegt werden sollte.

Beim ÖPNV (öffentlicher Personen-Nahverkehr) sind sich Gutachter und Foren weitestgehend einig. Der Verkehr bedürfe der Förderung durch die Stadt, eine Abstimmung der unterschiedlichen Wege müsse besser ausgearbeitet werden. Es sollten lieber attraktive Angebote geschaffen werden, anstatt nur auf die Nachfrage zu reagieren.

Auch der Fußgängerverkehr müsse konsequent weiter gefördert werden, so der Gutachter und auch die Bürger Neben der barrierefreien Gestaltung müsse dabei auch die Sicherheit und eine ansprechende Gestaltung im Mittelpunkt stehen. Für die Fahrradfahrer schließlich müssten ähnliche Gesichtspunkte gelten: eine sichere, direkte Führung der Wege und Schutzstreifen auf den Hauptstraßen bilden hier den Kern der Ideen-Sammlung.

Abschließend betrachteten die Foren und der Gutachter noch den ruhenden Verkehr und Möglichkeiten, die Umwelt zu entlasten. Vorhandene Parkplätze sollten besser ausgelastet werden, Anwohnern müsste ein Platz zugesichert werden. Die Bürger schlugen vor, dann Parken in der Innenstadt teurer als ein Ticket des ÖPNV sein sollte, um weitere Anreize zur Nutzung der alternativen Verkehrsmittel zu schaffen. Die Förderung der Elektromobilität, eine Reduzierung der Geschwindigkeit und die Bündelung des Verkehrs auf die Hauptstraßen führe dann auch zu einer Entlastung für die Umwelt.

"Allgemeinplätze sind immer schwierig",

erklärte CSU-Sprecher Herbert Borrmann zum vorgestellten Verkehrsentwicklungsplan, und weiter: "Hier steht alles und nichts. (...) Dazu kommen noch ein paar Dinge, die ich so nicht unterschreiben kann." SPD-Fraktionschef Robert Metzger hingegen lobte das Engagement der Bürgerschaft: "Das ist ein gemeinsames Papier. Und wir fangen jetzt an, die Arbeit zu zerpflücken? Da brauche ich mich nicht wundern, wenn uns die Leute nicht mehr ernst nehmen", entgegnete er den Bedenken seines Stadtrats-Kollegen. "Ich fordere nur, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen", entgegnete Borrmann.

Schlichtende Worte fand dann Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer: "Es ist die Essenz aus Stadtrat, Foren und dem Gutachter. Es handelt sich nicht um direkte Aussagen, die Ansätze sollen lediglich Anhaltspunkte für die Verwirklichung darstellen. Was dabei noch fehlt: Entscheidungen über einzelne Maßnahmen trifft nach wie vor das Gremium".

Den vollständigen Schluss-Bericht des Verkehrsgutachters finden Sie hier.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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