Powerslides & Co.: Szene sorgt weiter für Ärger 

Verzweifelte Rosenheimerin über Autoposer: "Von harmlos keine Spur!"

Rosenheim - Hochdrehende Motoren und röhrende Auspuffe: Für Autoposer ist das meist der Kick - Anwohner bringt der Höllenlärm aus dem Auspuffrohr dagegen zur Verzweiflung. Wir haben mit einer Betroffenen aus Rosenheim gesprochen. 

Die Rosenheimer Autoposer-Szene sorgt derzeit öfters für Schlagzeilen. Immer wieder werden aufgemotzte Boliden aus dem Verkehr gezogen. Nicht zu selten sind die Manipulationen an den Fahrzeugen illegal. 

In der Region Oberbayern Süd hat vor allem Rosenheim eine aktive "Poser-Szene" - sehr zum Leidwesen von Anwohnern. Als problematisch wird von der Bevölkerung vor allem der mutwillig verursachte Lärm in den Abendstunden und in der Nacht wahrgenommen. Besonders belastend ist die Situation für Bewohner der Münchener und Kufsteiner Straße, da sich die Szene dort trifft - um dann mit quietschenden Reifen oder heulenden Motoren wiederholt an Geschäften und Lokalen vorbeizufahren.

Userin: Lärm und gefährliche Verkehrsmanöver

Aber auch andernorts sorgen die Poser und ihr Gebaren für Unmut. So hat sich nach dem letzten Bericht von rosenheim24.de eine Bewohnerin aus der Happinger Straße an die Redaktion gewandt und schildert uns die Situation aus ihrer Sicht. Seit einem halben Jahr wohne sie dort. Zunächst hätten sie und ihr Mann geglaubt, in eine "ruhige Anwohnerstraße" gezogen zu sein. Doch das sollte sich schnell als Trugschluss herausstellen. "Tags- wie Nachtsüber", so die Userin, die anonym bleiben möchte, würden die Poser mit weit überhöhten Geschwindigkeiten und quietschenden Reifen durch die 30-er Zonen fahren. "Von harmlos keine Spur", fasst die Userin die Situation aus ihrer Sicht zusammen.

Der entstehende Lärm wird von ihr als "ohrenbetäubend" beschrieben. An der Kreuzung zur Traberstraße würden die Poser dann die Motoren nochmals aufheulen lassen. Am Wochenende sei die Szene noch aktiver. Bis um zwei, drei Uhr in der Nacht sei der Lärm der Poser zu vernehmen. Die Userin berichtet, dass die Situation auch von anderen Anwohnern als äußerst belastend wahrgenommen wird. 

Auch sei sie schon Zeugin von gefährlichen Verkehrssituationen geworden, da einiger der Poser mit Powerslides (Anm. Red.: ein Powerslide ist ein Drift, der mit einem Auto mit Heckantrieb durchgeführt wird - dabei lässt man während des Drifts die Reifen durchdrehen, um den Drift so zu verlängern) in die Kreuzung schlittern würden. 

Beschimpfungen und Drohungen? Das sagt die Anwohnerin

Der Feststellung, dass die Szene nicht durch Aggressivität oder Drohungen auffallen würde, widerspricht die Userin vehement. Sie selbst habe mitbekommen, wie ein Rollerfahrer beim Abbiegen in die Traberhofstraße von vier Insassen eines Poserfahrzeugs beschimpft und eingeschüchtert wurde, weil diese durch den Abbiegevorgang keinen Power-Slide hätten durchführen können. Insgesamt trete die Szene "immer aggressiver" auf.

Die Anwohnerin gibt zu bedenken, dass die riskanten Fahrmanöver auch für Kinder und ältere Personen gefährlich sein könnten, da diese "in der gesamten Happinger Straße sowie Traberhofstraße" zu den umliegenden Geschäften unterwegs seien.  

Anzeige bei der Polizei habe sie bislang noch keine erstattet, sie hofft aber auf verstärkte Kontrollen der Exekutive. Zuletzt appelliert sie an die Vernunft: "In einer Zeit, in der wir uns über politische Umkehr in Richtung weniger und nachhaltigerem, grünerem Autoverkehr unterhalten bzw. dessen Einschränkung anstreben", sei es geradezu "grotesk", das Gebaren der Autoposer hinzunehmen. 

dp

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Kommentare