4. Rosenheimer Suchthilfetag im KU´KO

Von Cannabis bis zu Medien: Rosenheim diskutiert

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Abstimmung über die Legalisierung von Cannabis

Rosenheim - Das wachsende Problem der Auswirkungen von Drogen ist ein Spiegelbild der Ungleichheit in unserer Gesellschaft. Über diverse Themen wie zum Beispiel die Legalisierung von Cannabis wurde im Rahmen des 4. Suchthilfetag im KU´KO diskutiert.

Weit über 500 Teilnehmer haben am Mittwoch am 4. Rosenheimer Suchthilfetag im KUKO teilgenommen. Die Veranstalter waren von den hohen Besucherzahlen überwältigt. Neben dem Besuch aus dem Bereich der Politik, Polizei und Therapie, waren viele Gäste anwesend, die sich im Sozialen und vor allem im Bereich der Suchtprävention engagieren. 

Dies zeige, welch großes Problem Sucht in allen Lebensbereichen darstellt und wie wichtig das Erarbeiten von fachübergreifenden Lösungswegen ist, so Bezirkspräsidentin Steinberger bei der Eröffnung des Aktionstages. 

Wie auch in den vergangenen Jahren richtete das Team der Präventions-Hilfestelle "neon" um Benjamin Grünbichler mit der Ambulanten Hilfen "Anthojo", die Eingliederungshilfe für abhängige Menschen leistet, das Event aus. Die Themengebiete reichten von der Diskussion über die Legalisierung von Cannabis, über die Therapie von Mediensucht bis hin zu alternativen Therapiekonzepten

Berthaler und Steinberger eröffnen den 4. Suchthilfetag

Landrat Wolfgang Berthaler eröffnete den 4. Suchthilfetag mit einem Lob an die Ausrichter "neon" und "Anthojo", denn diese seien elementar wichtig, wenn es um die Bekämpfung von übermäßigen Medienkonsum geht. Themen wie Internet-Sucht seien für unsere gesamte Gesellschaft eine große Unbekannte und hier sei die Arbeit solcher Organisationen unablässig. 

Auch Friederike Steinberger, ihres Zeichens stellvertretende Bezirkstagspräsidentin, stellte das Engagement der Organisationen in den Mittelpunkt, weil diese den Kern des Problems treffen und sagte, dass diese Organisationenbei den "Patienten" an der Änderung des Suchtverhaltens arbeiten, anstatt den Konsum der Suchtmittel zu bekämpfen. 

Legalisierung von Cannabis spaltet Publikum und Experten

Neben den klassischen Themen, die seit Jahrzehnten im Zentrum der Diskussion stehen, wurden auch ausgefallenere Thema behandelt, die bei der täglichen Berichterstattung der Medien etwas unter den Tisch fallen.

So referierte Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel über das Thema Migration und Sucht, das mit Sicherheit in der heutigen globalisierten Welt ein immer größer werdendes Problem darstellt. Allen Referenten gelang es gezielte und lösungsorientierte Vorschläge zu liefern, die es ermöglichen sollten auf lange Zeit vor allem die Therapie von Drogenabhängigen deutlich zu verbessern, indem man neue wissenschaftliche Erkenntnisse in die Behandlung mit einfließen lässt. 

Der 4. Rosenheimer Suchthilfetag

Trotzdem werden in einigen Themengebieten große Meinungsverschiedenheiten unter den Referenten deutlich, so wie bei der Diskussion über die Legalisierung von Cannabis. Während Dr. Tobias Rüther von der LMU München die Legalisierung befürwortete, warnte Dr. Norbert Wodarz, Leiter des Zentrums für Suchtmedizin in Regensburg, vor einem "Massenexperiment", dessen "Ausgang völlig offen s ei". Auch da s Publikum zeigte sich bei der Frage nach der Legalisierung sehr gespalten.

Um genauer auf die angesprochenen Themen einzugehen, wird rosenheim24.de drei weitere Artikel veröffentlichen, die die Themen "Legalisierung von Cannabis: Pro und Contra", "Abstinenz: Ein noch zeitgemäßes Therapiekonzept" und "Die Zukunft des (Nicht-)Rauchens" aufgreifen werden.

fsp

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