Weiter massive Kritik am Konzern

Profit-Plus trotz Corona: Rosenheims Danone-Werk dennoch vor dem Aus?

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Das Danone-Werk in Rosenheim soll 2021 geschlossen werden, wie der Konzern Anfang des Jahres bekanntgab. 

Rosenheim - Trotz der Pandemie erwirtschaftet das Rosenheimer Danone-Werk gute Geschäftszahlen. Die Gewerkschaft NGG äußert deshalb massive Kritik am Schließungs-Plan.

Profitabel trotz Pandemie: Das Rosenheimer Werk des französischen Lebensmittelkonzerns Danone hat zuletzt außerordentlich gute Geschäftszahlen erwirtschaftet. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin – und fordert eine neue Perspektive für den Standort. „Obwohl Corona auch vor dem Werk nicht Halt macht, läuft die Produktion auf Hochtouren“, sagt Georg Schneider, Geschäftsführer der NGG Rosenheim-Oberbayern. Es sei unerklärlich, warum die Konzernleitung an der geplanten Schließung des Standorts bis Sommer 2021 festhalte. „Gerade erst hat die Politik die Lebensmittelbranche für ,systemrelevant‘ erklärt – und damit auch Danone in Rosenheim. Aber offenbar ist 'systemrelevant' für das Management des Konzerns nicht relevant genug“, kritisiert Schneider. 

Nach Informationen der NGG konnte Danone seine Margen in Rosenheim im März erheblich erhöhen. Die Personalkosten für jede Tonne hergestellter Molkereiprodukte lagen demnach bei rund 180 Euro – deutlich weniger als in den Vormonaten und weit unter dem Werksziel von 241 Euro pro Tonne. Auch die Energiekosten und Materialverluste blieben unter den selbstgesteckten Zielen. Mit einer Gesamtproduktion von rund 10.300 Tonnen im ersten Quartal lag der Standort 18 Prozent über der Vorgabe aus dem Management, so die NGG.

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 „Diese Zahlen zeigen, wie effektiv die Produktion ist und wie gut die Geschäfte laufen. Aber klar ist auch: Profit darf nicht vor Gesundheitsschutz gehen“, so Gewerkschafter Schneider. Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie habe sich Danone weltweit zu hohen Arbeitsschutz-Standards bekannt. Auch die Verantwortlichen in Rosenheim müssten alles dafür tun, dass die Mitarbeiter gesund blieben – zumal Südbayern weiterhin besonders von der Pandemie betroffen sei. 

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In Rosenheim lässt Danone insbesondere Quark-Joghurt-Cremes herstellen. Außerdem laufen Obstgarten-Quarks und Hüttenkäse vom Band. Das Werk gilt zugleich als Innovationsstandort für neue Milchprodukte. Dennoch kündigte Danone im Januar an, das Werk bis Ende Juli 2021 schließen zu wollen. Bis zu 160 Arbeitsplätze sind gefährdet. Die NGG ruft den Konzern dazu auf, von diesem Plan abzurücken. „Wenn hier selbst in einer Krisensituation gute Zahlen geschrieben werden, dann ist klar, dass Rosenheim eine Zukunft verdient hat“, so Schneider weiter.

Pressemitteilung der NGG

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