Fachtagung in Rosenheim

Wissenswertes über Big Data, Sexting, Cybercrime

+
Haben gut lachen, denn sie wissen, wie man sich sicher im Internet bewegt (v.l.n.r.): Cem Karakaya, Experte für Cybercrime und ehemaliger Interpol Agent, Martin Schwegler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Sparkassenstiftungen Zukunft, Prof. Dr. Nadia Kutscher von der Universität Vechta und Benjamin Grünbichler, Geschäftsführer von neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim.

Rosenheim - Auf einer Fachtagung in Zusammenarbeit mit neon Rosenheim wurden die 150 Gäste auf den neuesten Stand in Sachen Datensicherheit gebracht. Um was es dabei genau ging:

Welche Gefahren mit einem allzu sorglosen Umgang mit den persönlichen Daten im Netz verbunden sind, darüber klärte die Fachtagung "Chatten, Zocken, Cybercrime? Zwischen Selbstdarstellung und Datenschutz" vor kurzem auf. Zu der Veranstaltung hatten die Sparkassenstiftungen Zukunft für die Stadt und für den Landkreis Rosenheim gemeinsam mit neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim eingeladen. Rund 150 Gäste, Pädagogen, Lehrer und Eltern kamen ins KommunikationsCenter der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, um sich auf den aktuellen Stand in Sachen Datensicherheit bringen zu lassen.

`Logout´selten beachtet 

Martin Schwegler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Sparkassenstiftungen Zukunft, gab in seiner Funktion als Datenschutzbeauftragter der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling einen Überblick über die rasante Entwicklung der technischen Möglichkeiten in unserer Alltagskommunikation. Viele seien zu nachlässig im Umgang mit dem Thema Datensicherheit: "Obwohl die Sicherheitsmaßnahmen bekannt sind, wie das einfache ‚Logout‘, werden sie selten beachtet".

Das Interesse der Gäste an den Themen der Fachtagung zum Thema Datensicherheit und Internetkriminalität war groß.

Das so genannte "Sexting", das Verbreiten von eigenen Nacktaufnahmen in sozialen Netzwerken, erklärte Benjamin Grünbichler, Geschäftsführer von neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim, mit dem Bedürfnis Heranwachsender, ihre Wirkung auf das jeweils andere Geschlecht zu überprüfen. "Dieses Bedürfnis selbst ist nicht neu, sondern altersgemäß", so Grünbichler. Je größer aber die persönliche Verunsicherung, desto eher würden Jugendliche Sexting betreiben. "Suchen Sie das offene Gespräch über Sexualität, nicht erst in der Pubertät", empfahl der Sozialpädagoge. Auch der Zeitpunkt für die Anschaffung eines Smartphones sollte gut überlegt sein. Dieses ließe sich kindgerecht einrichten.

Klare, schriftlich festgelegte Regeln seien ebenso ratsam wie die Vereinbarung, dass persönliche Daten nicht hinterlegt werden, bei Fotos das Gesicht unkenntlich sein sollte und Empfänger mit Bedacht ausgewählt werden.

Verhaltensweise vorhersagen

Über "Big Data", die Analyse großer, unstrukturierter Datenmengen, mit dem Ziel, diese – vor allem wirtschaftlich – nutzbar zu machen, informierte Nadia Kutscher, Inhaberin des Lehrstuhls Soziale Arbeit und Ethik an der Universität Vechta. Große Anbieter im Netz wie Google, Amazon oder Youtube mit Firmensitz in den USA dürfen aufgrund der dortigen Rechtslage das Nutzerverhalten speichern und weitergeben. "Dank Algorithmen können aus diesem Datenberg spätere Verhaltensweisen vorhergesagt werden", so Kutscher. Interessant sei dies vor allem für große Marketingfirmen.

"Stellen Sie keine Fotos Ihrer Kinder bei Facebook ein",  empfahl sie weiterhin: "Damit werden Daten von Kindern preisgegeben, bevor sie ihr Einverständnis dazu geben können."

Cem Karakaya, Experte für Cybercrime und ehemaliger Interpol Agent, stellte Formen der Internetkriminalität vor wie Digitale Erpressung oder Love- oder Romance-Scamming (Heiratsschwindel). Karakaya empfahl eine regelmäßige Aktualisierung von PC-Software wie WLAN-Router, mit Gastkonto zu surfen, ein achtstelliges Passwort zu verwenden und Emails zu verschlüsseln. Die Inhalte der einzelnen Vorträge mit weiter führenden Links gibt es HIER online.

Pressemitteilung Sparkassenstiftung Zukunft für Stadt und Landkreis Rosenheim

Zurück zur Übersicht: Rosenheim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser