Interview mit dem Organisator der ANTI-ABSCHIEBE-DEMO in Mühldorf

"Wir werden uns einsetzen - notfalls gegen staatliche Maßnahmen"

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Rosenheim/Mühldorf - Ein Arzt kämpft gegen Abschiebungen nach Afghanistan. Am Sonntag ist eine Demonstration an der JVA Mühldorf angekündigt. Wir haben mit Dr. Thomas Nowotny, dem Organisator der Demo, im Interview gesprochen.

Am Montag soll der nächste Abschiebungsflug nach Afghanistan starten. Dr. Thomas Nowotny (56), Gründer der "Bayerische Ärzteinitiative für Flüchtlingsrechte" setzt sich für Flüchtlinge und gegen Abschiebungen nach Afghanistan ein. "Wenn der Staat seinen internationalen Schutzverpflichtungen gegenüber Ihnen und anderen afghanischen Flüchtlingen nicht mehr nachkommt, werden wir, Mitglieder der Zivilgesellschaft, uns für Sie einsetzen - notfalls gegen staatliche Maßnahmen", so Nowtny. Geplant ist eine Menschenkette um das Abschiebegefängnis mit anschließender Mahnwache am kommenden Sonntag

"Wir werden die Verantwortlichen mit Protesten überfluten, wie sie sie noch nicht erlebt haben", kündigt Nowotny an. Unsere Reporterin hat mit dem Arzt über seine Initiative, die Demonstration und seine Haltung zu Abschiebungen gesprochen:

Die Justizvollzugsanstalt Mühldorf, die derzeit als Bayerns einziges Abschiebegefängnis dient, war bereits im März 2016 mit Protesten bedacht worden. Im Februar jenen Jahres war das Gefängnis zudem in die Schlagzeilen geraten, weil einer der dort inhaftierten Asylbewerber einen Brand legte. Er war Teil einer Gruppe, die mit einem Hungerstreik gegen ihre Abschiebung protestierte.

Online-Petition gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Nowotny startete die Online-Petition "Keine Abschiebungen nach Afghanistan!" Bislang hat er dort 66.005 Stimmen sammeln können. Er richtet sich mit klaren Worten an Geflüchtete und die Deutsche Bundesregierung: "Für den Fall, dass die Bundesregierung tatsächlich Sie und andere afghanische Flüchtlinge in Ihr von Krieg zerfressenes Herkunftsland abschieben will, werden wir uns solchen Unrechts-Maßnahmen widersetzen. Wir stehen an Ihrer Seite und werden alles in unserer Macht Stehende tun, um Sie zu schützen."

Mit Unterstützern der Petition zusammen hat Nowotny die gesammelten Stimmen dem Kanzleramt übergeben.

Übergabe der Petition am Kanzleramt. V.l.n.r.: Dr. Henry Stahl, Dr. Ernst Ludwig Iskenius, Dr. Thomas Nowotny, Milan Müller, Dr. Michaela Müller

**Wir werden am Sonntag für Sie von vor Ort von der Demo berichten**

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