Veranstaltung im Mail Keller

Claudia Stamm mit neuer Partei in Rosenheim: "Ein guter Anfang!"

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Mit den Teilnehmern des Stammtischs ihrer neuen Partei diskutierte Stamm ausführlich.
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Rosenheim - Am Mittwochabend fand ein Stammtisch von Claudia Stamms neuer Partei "mut" im Mail Keller statt.

"Es gab schon schlechte Wortwitze, dass wir Mut brauchen würden, um in Oberbayern anzutreten", erklärte Stamm zu Beginn des Stammtischs ihrer neuen Partei "mut", "Ich finde nicht, dass wir uns durch Mut, sondern Inhalte hervorheben.“ Fünf Teilnehmer hatte die Veranstaltung am Mittwochabend. Wie sich im Verlauf der Diskussion herausstellen sollte, sind fast alle als Asylhelfer engagiert. Untereinander kannten sie sich davor aber nicht. 

Neben Claudia Stamm waren noch zwei weitere Mitglieder ihrer Partei, die gebürtige Rosenheimerin Marie-Luise Kunst und Pressesprecherin Marion Ellen dabei. Es wurden Namensschildchen verteilt, das "du" ganz selbstverständlich von allen angenommen.

Parteiaustritt Ende März

Stamm stellte zunächst sich und ihre neue Partei vor. Ende März hatte sie, unter nicht wenig Aufsehen, der Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag den Rücken gekehrt und auch gleich die Gründung einer neuen Partei angekündigt. Sie habe sich vom Kurs der Grünen seit Jahren entfremdet, oder der Kurs von ihr, begründete sie den Austritt. Sie beklagte, auf Landes- und Bundesebene, die Abkehr von einst grünen Prinzipien. 

Claudia Stamm am 22. März auf der Pressekonferenz, auf der sie ihren Austritt bei den Grünen bekannt gab.

Die Flüchtlingspolitik wiege dabei am schwersten, "Mit grüner Zustimmung und Stimme ist das Asylrecht massivst ausgehöhlt worden", so Stamm damals. Die Arbeit der Basis ihrer Partei sei aber meist gut, erklärte Stamm am Mittwoch. "Ich war aufgelöst nach der Pressekonferenz damals." Zunächst organisierte sie sich mit Gleichgesinnten in der Folge in einer Initiative namens "Zeit zu handeln". Daraus ging dann am 1. Juni die Partei "mut" hervor. 

Diese stehe für soziale Gerechtigkeit, gesellschaftliche Vielfalt und eine menschenwürdige Asylpolitik, heißt es im Parteiprogramm. Außerdem stelle sie Ökologie und nachhaltiges Wirtschaften in den Mittelpunkt. Den Vorstand bildet Stamm gemeinsam mit dem Soziologen Stephan Lessenich. Bisher gibt es nur einen Landesverband Bayern sowie einen Bezirksverband in Franken. Hoffnungen setzt die Partei, so Stamm, vor allem auf die Bezirkstagswahlen.

Viele Themen diskutiert

Der Vorstellung von Partei und Person folgte eine Diskussionsrunde. Dabei war der Schwerpunkt zunächst das Thema Asylpolitik. Rasch merkte man, dass die anwesenden Asylhelfer sich Frust von der Seele reden mussten. "Wir würden ja am liebsten streiken! Dauernd werden wir eigentlich nur von allen Seiten niedergeboxt", berichtete eine Helferin. Seitens Stamm war dabei auch immer wieder Kritik an der Asylpolitik ihrer ehemaligen Partei zu hören. 

Im weiteren Verlauf des Abends wurden auch noch andere Themen angesprochen. Etwa die Überlastung von Ärzten und Pflegepersonal. Oder das Thema Glyphosat. Ausführlich wurden auch Probleme der Bildungspolitik diskutiert, sowie der Fachkräftemangel, aber auch die Wohnungsnot in der Region.  "Ich habe gedacht, ich sehe nicht Recht, als ich Herrn Dobrindts Verkehrswegeplan gesehen habe“, kommentierte Stamm als es um die regionale Verkehrspolitik ging. 

Sehr zufrieden mit der Veranstaltung

Am Ende zeigte sich Stamm "sehr zufrieden" mit dem Verlauf des Abends, "es ist ein guter Anfang!" "Diejenigen, die da waren haben berichtet, dass sie auch noch von anderen Leuten wüssten, die heute leider nicht kommen konnten." Bei anderen Stammtisch-Veranstaltungen schwanke die Teilnehmerzahl immer "zwischen 8 und 100", so Stamm. 

Am selben Abend fand auch noch ein Stammtisch in Altötting statt. Auch in Traunstein sei schon etwas geplant.  Im Rosenheimer Mail Keller war Stamm zuletzt, damals noch als Landtagsabgeordnete der Grünen, gemeinsam mit Claudia Roth im Januar 2016 zu Besuch.

hs

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