Rätselraten über Stellenabbau bei Kathrein

IG Metall: "Dann werden wir alle Karten ziehen"

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Rosenheim - Wilde Gerüchteküche und große Unsicherheit: Die Belegschaft von Kathrein bangt derzeit um die Zukunft. Klar ist: Es werden erneut Stellen abgebaut.

Wie am Montag berichtet, gibt es Gerüchte über weitere Stellenkürzungen im Geschäftsbereich "Solutions". Ein User hatte unsere Redaktion darauf aufmerksam gemacht. "Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat laufen noch", entgegnete Unternehmenssprecher Anton Maier daraufhin auf Anfrage von rosenheim24.de.

Unklarheit über die Größenordnung von 160 Stellen

Bei einer Betriebsversammlung im Dezember wurde die Größenordnung von 160 Stellen genannt. Für die Gewerkschaft IG Metall ist aber völlig unklar, ob damit allesamt betriebsbedingte Kündigungen gemeint sind. 

"Nach dem derzeitigen Stand gehen wir von 160 Stellen als 'näherer Kreis' aus. Aber es ist schwierig zu beurteilen, ob zusätzlich noch über Altersteilzeit und Aufhebungsverträgen mit Abfindungen weitere Stellen gekürzt werden sollen - oder ob sie schon in dieser Zahl dazugerechnet wurden", so Jochen Hafner, der 1. Bevollmächtigte der IG Metall. 

Es gebe in der Belegschaft viele Gerüchte und Spekulationen - unter anderem darüber, welche Geschäftsbereiche es treffen wird, so Hafner. 

"Jetzt kommt die nächste Welle"

Nach dem großen Stellenabbau im Jahr 2015, bei dem über einen Sozialplan allein in Rosenheim 300 Arbeitsplätze in der Produktion gekürzt wurden, sei die Belegschaft jetzt erneut stark verunsichert. "Viele dachten damals: Jetzt sind wir durch das Tal der Tränen gegangen", so der Gewerkschaftsfunktionär. "Doch nun kommt die nächste Welle."

Jochen Hafner von der Gewerkschaft IG Metall

Die Ängste in der Belegschaft sind da: "Einige fragen sich, ob der Personalabbau dazu dienen soll einen Verkauf vorzubereiten. Aber Herr Kathrein hat erklärt, dass er zu dem Unternehmen steht und es weiterführen wolle", erklärt Hafner. Manche qualifizierte Mitarbeiter würden sich jedoch nach anderen Möglichkeiten umschauen, die mehr Sicherheit bieten können. 

Ziele der IG Metall: Tarifbindung erhalten, Personalkürzungen verhindern

Für die Gewerkschaften sei entscheidend, dass Personalkürzungen verhindert werden - und wenn nur mit einem Sozialplan und mit hohen Abfindungen, "damit die Betroffenen finanziell abgesichert sind", so Hafner. Außerdem müsse die Tarifbindung mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhalten bleiben. 

Da die Verhandlungen momentan laufen, sei es zu früh über Arbeitsniederlegungen oder andere Maßnahmen nachzudenken. "Wenn es aber Spitz auf Knopf steht, werden wir alle Karten ziehen", erklärte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall. 

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