NGG will Druck auf Geschäftsleitung am Dienstag erhöhen

24-Stunden-Streik im Rosenheimer Werk - Danone reagiert: "nicht nachvollziehbar"

Rosenheim - Wieder kommt es in Rosenheims Danone-Werk zu einem Streik. Ziel ist es, den Druck auf die Werksleitung zu erhöhen. 

Update, 19.10 Uhr - Danone regiert auf Streikankündigung

Die Meldung im Wortlaut:

Wir können den erneuten Warnstreik nicht nachvollziehen, da wir weiterhin offen sind für alle Verhandlungen. Danone hat Anfang März ein gutes Angebot für einen Sozialplan unterbreitet, das u.a. folgende Elemente enthält: 

  • Das Angebot einer Transfergesellschaft, die allen Mitarbeitern eine feste Anstellung für ein weiteres Jahr nach der Schließung des Werkes hinaus gewährleistet. 
  • Das Angebot eines geeigneten und individuellen Brückenmodells für Mitarbeiter ab bereits 58 Jahren mit 70% ihres bisherigen monatlichen Gehalts bis zu ihrem jeweiligen frühesten Renteneintritt. 
  • Das Angebot einer fairen Abfindung für alle Mitarbeiter, die weit über den sonst üblichen Marktstandard hinaus geht. In Abhängigkeit der Betriebszugehörigkeit können Mitarbeiter max. 200.000 € Abfindung bekommen. 

Daraufhin hat der Betriebsrat am 22. Juni einen Gegenvorschlag zum Sozialplan übermittelt, der letzte Woche auch diskutiert wurde. Leider hat diese Verhandlung über den Sozialplan für die Mitarbeiter unseres Werkes keinen Fortschritt erzielt. Einen erneuten Termin zur Verhandlung hat der Betriebsrat bedauernswerterweise abgelehnt. Zitat: „Es ist für alle Beteiligten, insbesondere für unsere Mitarbeiter, bedauerlich, dass der Betriebsrat den Dialog für den Moment aufgekündigt hat. Unser erstes Angebot für den Sozialplan lag bereits weit über einem am Markt üblichen Angebot und wir hoffen, dass der Betriebsrat bald wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt,“ so Tanja Neuser, Personaldirektorin bei Danone

Pressemeldung Danone GmbH

Erstmeldung: NGG kündigt 24-Stunden-Streik im Rosenheimer Danone-Werk an

Pressemitteilung im Wortlaut:

Der Druck bei Danone steigt: An diesem Dienstag [30. Juni] treten die Beschäftigten im Rosenheimer Werk des französischen Lebensmittelkonzerns erneut in den Ausstand. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. „Selbst in der Coronakrise arbeitet der Standort profitabel. Unter den 160 Mitarbeitern herrscht Wut über die geplante Werksschließung und das Verhalten der Unternehmensführung“, sagt Georg Schneider, Geschäftsführer der NGG-Region Rosenheim-Oberbayern. Zum Streikbeginn um 14 Uhr melden sich per Video-Konferenz auch der stellvertretende NGG-Vorsitzende Freddy Adjan und der bayerische NGG-Landeschef Mustafa Öz zu Wort.

>>>Hier nachlesen: So positioniert sich OB März zur Werksschließung<<<

Ziel des 24-stündigen Streiks ist es, den Druck auf die Geschäftsleitung zu erhöhen. Die NGG fordert das Unternehmen auf, endlich ein Angebot vorzulegen, um gemeinsam mit den Verhandlungen eines Sozialtarifvertrags beginnen zu können. „Darin sollen höhere Abfindungen und Weiterbildungsmöglichkeiten geregelt werden. Denn der bisher von Danone angebotene Sozialplan reicht aus Sicht der Belegschaft nicht aus“, berichtet Schneider. Die Schließung treffe vor allem ältere Mitarbeiter. Der 24-stündige Streik umfasse nun alle drei Arbeitsschichten im Werk. Gewerkschaft und Belegschaft seien zu weitergehenden Maßnahmen bereit, sollte sich die Konzernspitze weiterhin taub stellen.

Wegen der Pandemie gilt bei der Arbeitsniederlegung eine Abstands- und Maskenpflicht. Um die Distanz zwischen den Streikenden einzuhalten, sind wie beim ersten Streik Anfang Juni vor dem Werkstor die Mindestabstände auf dem Boden markiert. Auch Desinfektionsstationen sind aufgebaut.

Das Unternehmen hatte im Januar angekündigt, das Werk in Rosenheim bis Juli kommenden Jahres zu schließen. In Oberbayern lässt Danone insbesondere Quark-Joghurt-Cremes herstellen. Außerdem laufen Obstgarten-Quarks und Hüttenkäse vom Band. Das Werk gilt zugleich als Innovationsstandort für neue Milchprodukte. Nach NGG-Informationen konnte der Standort die Produktionsvorgaben des Managements trotz Corona zuletzt sogar deutlich übertreffen.

Pressemitteilung der NGG

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