Wer muss hier nachdenken in der Sommerpause?

Metzgers "Ratschlag" provoziert erneute Debatte um Bogensiedlung

Rosenheim - Der Streit um die umstrittene Unterschriftenaktion der SPD zum Erhalt der Bogensiedlung und die Frage nach der Art der Erweiterung der Hochschule, ging auch am Mittwochabend im Stadtrat in eine neue Runde. 

Wie von rosenheim24.de berichtet, folgte auf die gestartete Unterschriftenaktion der SPD eine heftige Kritik von Seiten der CSU und Hochschulleitung. Den Sozialdemokraten wurde unter anderem Populismus vorgeworfen. 

Metzger: Sitzungsfreie Zeit zum Nachdenken nutzen

Nun griff der SPD-Fraktionschef Robert Metzger diese Diskussion am Mittwoch im Stadtrat auf. Alle sollten doch die sitzungsfreie Zeit im Sommer nutzen, um ihre Entscheidung zur Aufgabe der Bogensiedlung zu reflektieren, so seine Empfehlung. Er kritisierte den Hochschulpräsidenten Professor Heinrich Köster dafür, dass er andere alternative Erweiterungsmöglichkeiten ablehnt. Köster zeige "den unbedingten Willen an einem quadratischen Campus festzuhalten und nichts anderes zu akzeptieren". 

Kein Verständnis habe Metzger für die Bereitschaft der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GRWS, angesichts des derzeitigen Zinsniveaus die Grundstücke der Bogensiedlung zu veräußern, zumal in der Stadt kaum Flächen für Neubauten bereitstünden, jedoch 1500 neue Wohnungen gebraucht werden. 

Multrus und Borrmann geben Empfehlung zurück

Seinen Ratschlag, alles nochmal neu zu überdenken, bekam Metzger jedoch vom Freien Wähler/UP-Fraktionsvorsitzenden Robert Multrus und von CSU-Fraktionchef Herbert Borrmann gleich wieder zurück. "Es geht nicht um einen quadratischen Campus, sondern um Betriebsabläufe", so Borrmann. Man wolle dezentralen Wohnraum neu schaffen, sonst erwachsen wieder soziale Probleme an einem Fleck. Dass sich die Entscheidung über die Erweiterung so lange hinausgezögert habe, könne man nicht Köster zum Vorwurf machen, so Multrus. Übergeordnete Dienststellen waren hier am Zug.

Anwohner sollen bald informiert werden

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer sagte eine baldige Anliegerversammlung mit den Betroffenen in der sanierungsbedürftigen Bogensiedlung zu. "Wenn schon Ängste geschürt werden", so ihr Seitenhieb gegen die SPD, wolle man das Projekt erstmal vorstellen. 

Das sei überfällig. Republikaner-Stadtrat Rudolf Hötzel hielt eine Info-Veranstaltung für wichtig und erinnerte daran, dass dort Menschen wohnen, die sich eher auf der "Schattenseite des Lebens" befinden

Rubriklistenbild: © red

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