Angehörige zum Urteil wegen tödlichen Unfalls in Rosenheim

Vater: "Wenn ich diesen Glauben nicht hätte, könnte ich ihm nicht verzeihen"

+
Großer Medianandrang bei der Urteilsverkündung im Prozess um den tödlichen Unfall auf der Miesbacher Straße am Rosenheimer Amtsgericht
  • schließen
  • Katja Schlenker
    Katja Schlenker
    schließen

Rosenheim - Der Prozess um den tödlichen Unfall auf der Miesbacher Straße is vorerst beendet. Das Urteil war für viele überraschend. Wir haben mit den Angehörigen der Verstorbenen und dem Verurteilten Golf-Fahrer gesprochen.

"Wie sie mit den Taten umgehen, spricht für Sie. Wir sehen bei ihnen Einsicht und Reue und das glauben wir Ihnen auch“, sagte der Richter zum verurteilten Fahrer des Golfes (25), der schuld am Tot von zwei jungen Frauen vom Samerberg war. Er hat auf der Miesbacher Straße zwei BMW überholen wollen und ist dann frontal mit dem Nissan Micra der jungen Samerbergerinnen zusammengestoßen. Das Rosenheimer Schöffengericht verurteilte ihn nach vier Verhandlungstagen am Dienstag zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung.

"Ich bin erleichtert, dass ich das jetzt überstanden habe", sagt der verurteilte Fahrer des Golf im Anschluss an die Verhandlung gegenüber unserer Reporterin. "Mir tut einfach unendlich leid, was passiert ist." Zum Verhalten des mit ihm angeklagten und verurteilten BMW-Fahrer (24) aus Kolbermoor will er sich nicht äußern. "Dazu kann man nix sagen", so der 25-Jährige.

"Ich bin der Meinung, er war ehrlich, und glaube ihm wirklich"

Es ist das Mindeste, was sie erwartet hat. Das sagt die Mutter der beim Unfall auf der Miesbacher Straße verstorbenen Samerbergerin. "Aber es fehlt immer noch ein Beteiligter, der mindestens genauso schuldig ist", sagt sie.

Riesige Anteilnahme am Tod von Melanie und Ramona

Denn an dem Unfall im November 2016 sind zwei BMW- und ein Golf-Fahrer beteiligt gewesen. Gegen einen der BMW-Fahrer und den Golf-Fahrer ist am Dienstag ein Urteil gesprochen worden. Bei dem Prozess dabei zu sein, habe ihr geholfen, um mit dem Verlust ihrer Tochter besser umzugehen. Man könne sich eine Meinung über die Verurteilten bilden.

In seinem Schlusswort hat der Golf-Fahrer aus Ulm die Eltern der verstorbenen Mädchen um Verzeihung gebeten. "Ich kann ihm schon verzeihen", sagt die Mutter der verstorbenen Samerbergerin. "Weil ich der Meinung bin, er war ehrlich, und ihm wirklich glaube." Der Ulmer ist vor Gericht immer wieder in Tränen ausgebrochen und hat mehrfach erklärt, wie leid ihm das Passierte tue.

Seinen Frieden finden mit dem Urteil kann auch der Vater des zweiten verstorbenen Mädchens. Auch wenn die Mädchen dadurch nicht zurückkommen. "Für uns sind immer die beiden BMW-Fahrer die Hauptschuldigen gewesen", sagt er. Denn sie hätten dafür sorgen können, dass der Golf-Fahrer einscheren kann und es vermutlich nicht zu dem Frontalzusammenstoß gekommen wäre. Auch der Golf-Fahrer leide unter der Schuld, die er nun sein Leben lang mit sich herumtragen muss.

Auch er versucht, dem Golf-Fahrer wegen des Passierten zu verzeihen. "Ich habe einen tiefen Glauben und glaube dadurch an einen göttlichen Plan, dass unser Geburts- und Todeszeitpunkt feststehen", sagt er. "Wenn ich diesen Glauben nicht hätte, könnte ich ihm nicht verzeihen."

Zurück zur Übersicht: Rosenheim

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Die Redaktion

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT