27-Jähriger vor dem Amtsgericht Rosenheim

Mit 150 Sachen durch Kiefersfelden - Urteil wegen illegalem Rennen

Rosenheim/Kiefersfelden - Am Montag, den 9. März fand am Amtsgericht Rosenheim eine Verhandlung wegen eines mutmaßlichen illegalen Kraftfahrzeugrennens statt. 

Ein zum Tatzeitpunkt 27-Jähriger Mann aus Wörgl/Tirol war wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens in der Fallkonstellation eines sogenannten „Solo-Rasers“ angeklagt. Er wurde vom Gericht zu 1.000 Euro Geldbuße und drei Monaten Fahrverbot wegen vorsätzlicher Geschwindigkeitsüberschreitung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Für ein Kraftfahrzeugrennen reicht schon eine Person 

Das Vergehen des „Verbotenen Kraftfahrzeugrennens“ nach § 315 d Strafgesetzbuch kann, wie viele vielleicht nicht wissen, auch durch einen „Einzelfahrer“ begangen werden. Nämlich dann, „wenn man sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen“.

Mit 150 km/h durch Kiefersfelden

Der Fahrer soll am 3. September 2019 um 19:38 Uhr in Kiefersfelden mit seinem Motorrad über eine Fahrtstrecke von wenigen hundert Metern innerorts mit 150 km/h unterwegs gewesen sein, um das Motorrad „voll auszufahren“, also eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen, teilte die vorsitzende Richterin Julia Haager auf Nachfrage von rosenheim24.de mit. Der Mann hatte das hochmotorisierte Motorrad erst kurz zuvor erworben, war entsprechend ungeübt in der Handhabung.

Er geriet in eine reguläre Geschwindigkeitsmessung mit einem Laserhandmessgerät der Polizeiinspektion Kiefersfelden. An der Stelle in der Nähe eines Sportplatzes wird oft zu schnell gefahren, daher die Messung. Die Messbeamten wurden auf den Motorradfahrer aufmerksam, weil er seine Maschine auf Höhe zweier belebter Einkaufsmärkte mit aufheulendem Motor stark beschleunigte und anschließend ein Auto überholte, teilte die Polizei damals mit.

Maschine unterschätzt?

Aufgrund der extrem hohen Geschwindigkeit wurde zunächst von einem Solo-Raser ausgegangen. Letztlich konnte aber – laut Urteil – nicht ausgeschlossen werden, dass der Angeklagte das Beschleunigungspotential der Maschine etwas unterschätzt hatte, eben mangels Fahrpraxis. Er hat ein anderes Fahrzeug überholt, als er gemessen wurde, hat also unwiderleglich beschleunigt, um zügig zu überholen und eben nicht mit der Absicht, die Grenzen der Maschine auszutesten.

jb

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