Bauarbeiten sollen im Juni 2017 beginnen

Ihre Fragen zum "Neuen Gillitzer": Die Investoren im Interview

+
Tobias Tomczyk, Geschäftsführer der HERTO Gruppe (links) und Helmut Rutterschmidt, Geschäftsführer der HSHI Gruppe (rechts) erläuterten das Projekt.

Rosenheim - Lange haben die Planungen gedauert, nun soll es im kommenden Jahr endlich losgehen mit der Umgestaltung des Gillitzerblocks. Wir haben zwei der Investoren hinter dem Projekt zum Interview getroffen. Im Gepäck hatten wir auch Fragen unserer User dabei.

"Haben Sie sich das Elend schon angeschaut?", kommentiert Helmut Rutterschmidt, Geschäftsführer der HSHI Gruppe die inzwischen nicht wenigen Schönheitsmäkel des Gillitzerblocks. Wir treffen uns an einem Nachmittag mit ihm und Tobias Tomczyk, Geschäftsführer der HERTO Gruppe, zum Interview. 

Schon seit geraumer Zeit ziehen sich die Planungen für die Neugestaltung des Gebäudekomplexes. Rutterschmidt und Tomczyk waren als Investoren davon verständlicherweise wenig begeistert. Erst vor kurzem wurde der letzte, entscheidende Schritt getan, Rewe wurde als "Ankermieter" für das Erdgeschoss gewonnen. Nun soll es im Juni 2017 endlich losgehen mit den Bauarbeiten. Auch im Kommentarbereich von rosenheim24.de wurde darüber viel diskutiert, daher haben wir an diesem Tag viele Fragen unserer User mit im Gepäck.

Ist das Rewe-Konzept zukunftsfähig?

rosenheim24.de: Einige unserer User haben Bedenken angemeldet, ob der Rewe-Markt zukunftsfähig ist. Es seien keine Parkmöglichkeiten in der Umgebung vorhanden, woher solle dann die Kundschaft kommen?

Rutterschmidt (sichtlich erheitert): Das City-Konzept von Rewe ist durchaus erprobt. Die haben hier einen Mietvertrag für 20 Jahre unterschrieben und das ist auch nicht der erste Markt, den die eröffnen.

Tomczyk: Überall in Deutschland, vor allem auch in vielen Kleinstädten, sind solche Märkte schon durchaus erfolgreich. Sie müssen ja bedenken, dass es hier in der unmittelbaren Umgebung alleine schon eine Menge an Anwohnern als Kundschaft gibt.

Alt gegen neu: So sehen alter und neuer Gilitzer aus.

Rutterschmidt: Nicht umsonst war auch Edeka sehr interessiert gewesen.

Tomczyk: Der Busbahnhof und die umgebenden Haltestellen waren für Rewe ein wichtiger Entscheidungsgrund, außerdem gibt es gleich in der Nähe mit dem P2 durchaus auch Parkmöglichkeiten.

rosenheim24.de: Gibt es dann keine hauseigene Konkurrenz für Rewe? Der Feinkost-Laden im Karstadt ist ja eine Joint Venture mit Rewe. Außerdem gibt es ganz in der Nähe am Salinplatz einen Netto.

Rutterschmidt: Der Karstadt-Feinkost ist, wie der Name schon sagt, vor allem auf Feinkost fokussiert. Hier wird es noch ein etwas breites Angebot geben. Vor allem aber ist die Zielgruppe dieses Marktes nicht der klassische Supermarktkunde. Die Rewe City-Märkte haben ein spezielles, urbanes Publikum.

Tomczyk:. Da kauft niemand packungsweise Windeln, Wasser und Waschmittel. Das ist eine Fahrrad- und nicht eine Autofahrende Kundschaft, welche hier im Fokus steht.

Bleiben die Geschäfte offen?

rosenheim24.de: Werden die Geschäfte, welche im Gebäude verbleiben, auch weiter zugänglich bleiben?

Tomczyk: Grundsätzlich ja. Für die betroffenen Geschäfte würde es außerdem Ausweichflächen geben. Außerdem wird es zwei Bauabschnitte geben. Der erste wird die Gilitzer-, der zweite die Prinzregenten-Seite betreffen. 

So schaut es derzeit dort aus und das wird sich ändern

Am Gebäude gibt es nicht wenige Schönheitsmäkel. © hs
Am Gebäude gibt es nicht wenige Schönheitsmäkel. © hs
Am Gebäude gibt es nicht wenige Schönheitsmäkel. © hs
Am Gebäude gibt es nicht wenige Schönheitsmäkel. © hs
Die Arkaden werden ebenso wie die Durchgänge verschwinden. © hs
Die Arkaden werden ebenso wie die Durchgänge verschwinden. © hs
Die Arkaden werden ebenso wie die Durchgänge verschwinden. © hs
Die Arkaden werden ebenso wie die Durchgänge verschwinden. © hs
Die Arkaden werden ebenso wie die Durchgänge verschwinden. © hs
Die Arkaden werden ebenso wie die Durchgänge verschwinden. © hs

Warum müssen die Arkaden weg?

rosenheim24.de: Vieldiskutiert im Kommentarbereich und dem Social Media-Auftritt von rosenheim24.de war, dass die bestehenden Arkaden verschwinden und zum Teil der Fassade umgewandelt werden sollen. Was sagen Sie zu dieser Kritik?

Tomczyk: Das ist einfach ein Konzept aus den 70ern, moderne Einzelhandelsgeschäfte wollen keine dunklen Arkaden mehr.

Rutterschmidt: Außerdem wird sich von außen rein optisch nichts ändern. Die Arkaden werden schlicht verglast und damit Teil der Fensterfront werden. Wie das dann aussehen wird, kann man auf der Gebäudeseite an der Gillitzerstraße sehen. 

Tomczyk: Am Max-Josefs- und am Ludwigsplatz haben die dortigen Arkaden vollkommen ihre Existenzberechtigung und prägen in einer positiven Weise das Erscheinungsbild. Hier aber nicht! Das Ganze ist keine willkürliche Entscheidung, sondern wohl durchdacht. Das soll langfristig funktionieren, wir wollen kein Konzept, bei dem wir nach ein paar Jahren schon wieder nachbessern müssen!

Rutterschmidt: Da ging es uns nicht um die Fläche, dafür wäre das auch gar nicht wirtschaftlich gewesen.

Alter und neuer Entwurf.

rosenheim24.de: Immerhin ist es nun nicht zu dem hitzig diskutierten und als „Glaspalast“ verschrienen ersten Entwurf gekommen.

Tomczyk: Das war noch maßgeschneidert auf ein Konzept mit einer Zwei-Etagen-Nutzung. Bei der jetzigen Version ist die Einbeziehung der Bestandsfassade passender.

Welches Feedback gab es bisher?

rosenheim24.de: Was haben Sie bisher an Feedback zu dem Projekt in seiner gegenwärtigen Form erhalten?

Tomczyk: Überwiegend postives. Im Kommentarbereich auf rosenheim24.de gab es ja auch eine sehr sachliche Diskussion dafür und in Umfragen auf ihrer Website sprach sich ja die Mehrheit für die Sanierung in der derzeitigen Form aus.

Das Ergebnis einer kürzlichen Umfrage zum "Neuen Gillitzer":

Rutterschmidt: Sowohl von den öffentlichen Stellen als auch allen politischen Parteien haben wir sehr viel Zuspruch erhalten.

rosenheim24.de: Was sagen die betroffenen Einzelhändler zu dem Projekt?

Tomczyk: Die, welche bleiben schauen sehr positiv darauf. Aber auch mit denen, die gehen konnten wir uns gut einigen.

So sieht der Gillitzerblock in Rosenheim derzeit aus

Gillitzerblock, Rosenheim
 © hs
Gillitzerblock, Rosenheim
 © hs
Gillitzerblock, Rosenheim
 © hs
Gillitzerblock, Rosenheim
 © hs

Interview: Heinz Seutter

Kommentare