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Von Rosenheim nach Agatharied in Rekordzeit

Polizeistreife wird mit Kurierdienst zum Lebensretter

Rosenheim - Als der Anruf einging, wurde nicht lange gefackelt: Sofort brach eine Polizeistreife in der Nacht zum Klinikum auf und übernahm dort eine wichtige Fracht. Dadurch wurde einem Neugeborenen das Leben gerettet!

Am 24. Dezember gegen 0 Uhr ging bei der Polizeiinspektion Rosenheim ein ungewöhnlicher Anruf ein. Das Klinikum Rosenheim bat dringend um polizeiliche Unterstützung bei einem Transport wichtiger Medikamente.

Am 23. Dezember gegen 17 Uhr hatte ein Mädchen im Krankenhaus Agatharied (Landkreis Miesbach) das Licht der Welt erblickt. Ein wunderschöner Augenblick für die Eltern. Am späten Abend jedoch kam es plötzlich zu ernsten Komplikationen. Das Ärzteteam versuchte stundenlang das Kleinkind zu stabilisieren. Aufgrund des raschen sich verschlechternden Gesundheitszustandes war ein Transport in die vermutlich rettende Kinder-Intensivstation Rosenheim nicht möglich. Es wurde dringend ein spezielles Medikament benötigt, um das Kind für den lebenswichtigen Transport zu stabilisieren. Dieses Medikament war jedoch nicht verfügbar und nur im Klinikum Rosenheim vorhanden. Die Klinik hatte jedoch keine Möglichkeit zum Transport und wandten sich deshalb an die Polizei.

Völlig unbürokratisch und unverzüglich wurde entschieden, sofort eine Streife aus dem Innenstadtbereich abzuziehen und zum Klinikum Rosenheim zu entsenden. Als die Streife unmittelbar nach der Auftragsübernahme am Klinikum Rosenheim eintraf, wartete bereits ein Arzt vor der Notaufnahme und übergab die benötigten Medikamente an die Einsatzkräfte der Polizei.

Die Polizeistreife machte sich mit Hochdruck auf den Weg in das 34 Kilometer entfernte Agatharied. Unter Zuhilfenahme sämtlicher zur Verfügung stehender Einsatzmittel, unter anderem Blaulicht und Martinshorn, bewerkstelligte die Streifenbesatzung den Weg über die Autobahn und die kurvenreichen Straßen im Gemeindebereich Irschenberg und Miesbach in kürzester Zeit und kam sicher ans Ziel.

Die Streifenbesatzung mit der lebensrettenden Fracht wurde am Eingang der Notaufnahme bereits sehnlichst erwartet. Ohne viele Worte wurden die Medikamente übernommen und zum behandelnden Arzt gebracht. Mithilfe dieser Medikamente konnte die Neugeborene nach einiger Zeit stabilisiert und zur Kinder-Intensiv-Station in Rosenheim verbracht werden.

Erst am Ziel angekommen und bei einer kurzen Verschnaufpause erfuhren die eingesetzten Beamten, was sie eigentlich genau transportierten und vor allem wem dieser Einsatz zugutekam. Nach Rücksprache mit dem Klinikum Rosenheim in den frühen Morgenstunden herrschte Gewissheit. Das Neugeborene hat überlebt und ist stabil. Nun darf das Mädchen ihr erstes Weihnachten gemeinsam mit den Eltern erleben.

Rubriklistenbild: © dpa

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