Mehrere Häuser in Region gestürmt

Bereits zum zweiten Mal dieses Jahr: Wieder Ermittlungen wegen Zwangsprostitution in Rosenheimer Biker-Szene

Rockergruppe "Hells Angels"
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Rockergruppe «Hells Angels»

Rosenheim/ Frankfurt - Am 6. Dezember wurde der Präsident eines Rosenheimer Motorrad-Clubs verhaftet. Medienberichte vermuten den Chef der Hells Angels Charter hinter dem Mann. In dem Fall sind aber weiterhin einige Fragen offen:

Am 6. Dezember wurde am Flughafen München der Präsident eines Rosenheimer Motorrad-Clubs wegen verschiedener schwerer Rotlichtvergehen verhaftet. Anschließend wurden Wohnungen und ein Tattoo-Studio in Westerndorf St. Peter, Rosenheim, Kaufbeuren, Schechen, Raubling und München durchsucht. Das teilte das Polizeipräsidium Frankfurt in einer Pressemeldung mit. Um welchen „Motorrad-Club“ es sich handelt, stand nicht im Bericht. Die Bildzeitung vermutet hinter dem Mann den Präsidenten der Rosenheimer Charter der Hells Angels. Marc Draschl, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt, konnte die Identität des Mannes auf Nachfrage von rosenheim24.de weder bestätigen noch bestreiten.

Der 35-Jährige befindet sich derzeit in der JVA Landshut. Er war zwar in Frankfurt durch seine Tätigkeiten im Rotlichtmilieu aufgefallen, lebt aber in Rosenheim. Daher wurde die Frankfurter Polizei bei der Durchsuchung seiner Objekte auch von Kräften des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd unterstützt.

Ob es sich bei dem Mann, der am 6. Dezember verhaftet wurde, um den Präsidenten der Rosenheimer Charter der Hells Angels handelt, konnte nicht abschließend geklärt werden. Weitere Angaben zu dem Fall konnte man weder beim Präsidium Frankfurt, noch beim Präsidium Oberbayern Süd machen. Auch welches Tattoo-Studio bei den Ermittlungen durchsucht wurde, ist derzeit nicht bekannt, ebenso wenig wie die genauen Ausmaße der dem Verdächtigen vorgeworfenen Vergehen.

Bereits im Mai Verurteilung gegen damaligen „Hells-Angels“-Boss

Bereits im Mai diesen Jahres wurde ein weiterer Mann, der damalige Präsident der Rosenheimer Hells Angels, wegen ähnlicher Vergehen vom Amtsgericht Rosenheim verurteilt. Zunächst waren die Behörden wegen des Verdachts des Handels mit Kokain auf den 36-Jährigen aufmerksam geworden. Dieser Verdacht ließ sich während der Ermittlungen zwar nicht erhärten, es ergab sich aber der Verdacht auf eine Straftat der Zwangsprostitution und Zuhälterei sowie weitere Delikte.

Der Verurteilte hatte seit 2018 eine Beziehung zu einer Prostituierten geführt, die ihre Einnahmen aus dem Rotlicht-Gewerbe freiwillig an ihn abgab und so den gemeinsamen Lebensunterhalt sicherte. Er selbst war nicht erwerbstätig. Mit der sogenannten Loveboy-Masche begann er 2019 dann eine weitere Beziehung zu einer jungen Mutter, die in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Die Beziehung führte rasch dazu, dass sie sich ebenfalls prostituierte und das Geld zum Großteil an den Zuhälter abtrat. Die Frau äußerte mehrfach den Wunsch, mit der Prostitution aufzuhören, der 36-Jährige bewegte sie dennoch zum Weitermachen.

Von dem so gewonnenen Geld finanzierte er sich einen luxuriösen Lebensstil, anstatt die Schulden der Frau zu begleichen. Der Mann wurde im September 2019 festgenommen. Am 12. Mai wurde der geständige Rocker durch das Amtsgericht Rosenheim wegen Zwangsprostitution und weiterer Delikte nunmehr zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten ohne Bewährung verurteilt. Zudem wurden Vermögenswerte des Verurteilten in fünfstelliger Höhe einbehalten.

jv

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