Ruf nach Lockerungen wird lauter

Rosenheim: Protestbewegung regionaler Unternehmer findet großen Zuspruch

175 Unternehmer haben in Irschenberg einen offenen Brief an die Vertreter des Bayerischen Landtages aufgesetzt. Inzwischen ist die Bewegung auf 1565 Unterzeichner gewachsen.
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175 Unternehmer haben in Irschenberg einen offenen Brief an die Vertreter des Bayerischen Landtages aufgesetzt. Inzwischen ist die Bewegung auf 1.565 Unterzeichner gewachsen.

Freiheit, Selbstbestimmung und Ende des Lockdown – das sind die Forderungen von inzwischen hunderten Unternehmern aus der Region und darüber hinaus. Der Grundstein für die Protestbewegung war kürzlich bei einer Zusammenkunft in der Kaffeerösterei Dinzler am Irschenberg gelegt worden.

Rosenheim – Hier hatten 175 Unternehmer einen offenen Brief an die Vertreter des Bayerischen Landtages aufgesetzt. Inzwischen ist die Bewegung auf 1.565 Unterzeichner gewachsen.

Hoch erfreut über den Zuspruch zeigt sich Jan Czerny, Sprecher der Initiative „Wir stehen zusammen“ mit Sitz in Irschenberg, die mittelständische Unternehmen aus den Landkreisen Rosenheim und Miesbach anspricht.

Offener Brief an die Politik

Alleine 725 Unterzeichner kommen dem Sprecher zufolge aus dem direkten Umkreis. Sie repräsentieren 10.813 Arbeitsplätze. Viele sähen eben diese Stellen in Gefahr, wenn sich die politischen Rahmenbedingungen nicht zugunsten einer Entbürokratisierung ändern und die geschlossenen Geschäfte und Betriebe nicht umgehend wieder öffnen könnten.

Für die Initiatoren sei es daher wichtig, dass alle betroffenen Bürger angesprochen und mitgenommen werden. „Denn nichts ist schlimmer, als unverschuldet durch politische Versäumnisse Mitarbeiter entlassen zu müssen.“

Staatliche Hilfen zu wenig

Auch die staatlichen Hilfen würden da wenig helfen, da das Finanzielle bei den Betroffenen zwar durchaus ein Faktor sei, der psychische Schaden, den eine Arbeitslosigkeit anrichte, aber nicht kompensiert werden könne. Sprecher Czerny ist deshalb überzeugt, dass sich etwas ändern müsse und es wieder ein Perspektive für alle Beteiligten brauche. „Da hilft auch nicht der Blick nach Österreich, wo die Einzelhändler teilweise schon wieder öffnen können.“ Was man brauche, sei eine „eigenverantwortliche Lösung“ für ganz Deutschland.

Entscheidend für die Beteiligten sei zudem, dass sich Selbstständige und Kleinunternehmer, die durch flächendeckende Beschränkungen quasi arbeitslos wurden, den Protesten anschließen, da sie in in vielen Fällen keinerlei Unterstützung bekommen würden.

Besonders betroffen: Gastronomen mit lokalen Brauereien

Besonders hoch sei der Zuspruch für die Initiative aktuell bei den Unternehmen, die am stärksten vom Lockdown betroffen sind wie beispielsweise Gastronomen mit lokalen Brauereien. Zusammen mit den Einzelhändlern wollen sie weitere Kernforderungen stellen.

Die wichtigsten Forderungen in dem offenen Brief sind dabei die Reduzierung von staatlicher Regulierung und die Rückkehr zur freien sozialen Marktwirtschaft. Dafür bedarf es, aus Sicht der Initiatoren, die Eigenverantwortung und Selbstbestimmung im Umgang mit gesundheitlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Risiken sowie die Rückgabe der persönlichen und unternehmerischen Freiheit.

Unterstützung über die Region hinaus

Um mehr Druck auf die Politik auszuüben, will man aus der Unternehmer-Zusammenkunft am Irschenberg nun ein Netzwerk kreieren, das über die Region hinausreicht. Aus diesem Grund wurden bereits Gespräche mit Akteuren aus dem Raum Berchtesgaden, aber auch aus Ostbayern und aus dem Raum Augsburg geführt.

Gemeinsam, so das erklärte Ziel, will man die Kräfte Bündeln, um letztendlich ein einheitliches Zeichen für alle betroffenen Unternehmer und Mitarbeiter zu setzen.

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