Sieben Jugendliche und zwei Betreuerinnen in Rosenheim

„Quarantäne-Halbzeit“: So geht es der Wohngruppe in Oberkaltbrunn

Wohngruppe Oberkaltbrunn Pang Quarantäne
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In Oberkaltbrunn (Pang) befindet sich die Wohngruppe nach wie vor in Corona-Quarantäne.

Rosenheim - „Halbzeit“ für sieben Jugendliche und zwei Betreuerinnen: Seit genau einer Woche sitzt eine Wohngruppe in Oberkaltbrunn im Stadtteil Pang nun in unfreiwilliger Corona-Quarantäne. Wie geht es den Beteiligten nach knapp acht Tagen ohne „realen“ Kontakt zur Außenwelt?

Lagerkoller hätte es bislang noch keinen gegeben, betonen die beiden Betreuerinnen Ann-Katrin Ißle und Ramona Tomm im Gespräch mit rosenheim24.de unisono: „Wir versuchen so gut wie möglich einen geregelten Tagesablauf beizubehalten, damit keiner in ein Loch fällt.“ Die Vormittage sind ohnehin meist mit Online-Unterricht ganz gut ausgefüllt. Von den zuständigen Lehrern gäbe es viel Hilfe. Diese würden die Arbeitsblätter zum Beispiel bereits ausgedruckt in den Briefkasten der Wohngruppe einwerfen. Die Nachmittage und Abende werden dann meist mit gemeinschaftlichen Aktivitäten gefüllt.

Auch von außerhalb erfährt die Wohngruppe große Unterstützung. „Es gibt bestimmt drei bis vier Besuche pro Tag. Die Leute kommen vorbei, bringen uns Kleinigkeiten und stellen uns diese - mit Abstand - vor die Tür“, erzählt Ann-Katrin Ißle. „Wir freuen uns über die vielen Dinge und jedes Gesicht, das vorbeischaut.

„Es ist eine herausfordernde Situation“

Für die beiden Betreuerinnen selbst ist die Situation nicht immer einfach. Schließlich haben Ann-Katrin Ißle und Ramona Tomm ihr privates Umfeld für volle 14 Tage komplett aufgegeben. Außerdem gibt es innerhalb der Wohngruppe kaum oder keine Rückzugsorte für die beiden. Es sei „eine herausfordernde Situation“, räumen die beiden ein.

Sie möchten sich in diesem Zusammenhang ausdrücklich von ganzem Herzen beim ganzen Team von „Startklar Soziale Arbeit“, dem Träger der Einrichtung, bedanken: „Es ist fantastisch, wie uns Kollegen, unser Bereichsleiter und unser Geschäftsführer, alle Kooperationspartner, die Nachbarn, unsere Freunde und Familien und insbesondere unsere Partner, die so lange auf uns verzichten, unterstützen. Das zaubert uns jeden Tag aufs Neue ein Lächeln aufs Gesicht.“ Das ohnehin schon tolle Team sei durch die schwierige Situation noch einmal viel fester „zusammengeschweißt“ worden. Auch die Kids selbst würden ihr bestes geben, damit die Betreuerinnen ihren Humor und die gute Laune aufrechterhalten können. Dankbar sind alle auch für die vielen liebenswürdigen Hilfsangebote der Eltern.

Die Wohngruppe, sieben Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren sowie die beiden Betreuerinnen, befinden sich seit vergangenem Mittwoch in Quarantäne, nachdem eine andere Kollegin positiv auf das Coronavirus getestet worden war. rosenheim24.de hatte bereits über den Start der Quarantäne und die große Anteilnahme berichtet. Inzwischen sind übrigens auch die zweiten Tests bei der Gruppe alle negativ ausgefallen - durchhalten müssen sie aber trotzdem noch eine ganze Woche...

mw

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