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Christina ist die einzige Profi-Kuschlerin in der Region

Rosenheimerin hat das Kuscheln zum Beruf gemacht: „Viele Menschen leiden an einem Berührungsmangel“

Christina Emmer aus Rosenheim ist „professionelle Kuschlerin“
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Christina Emmer aus Rosenheim ist „professionelle Kuschlerin“. Die 45-Jährige ist davon überzeugt, dass Kuscheln ein Grundbedürfnis ist.

Christina Emmer kuschelt mit wildfremden Menschen für Geld. Wie sie auf den speziellen Beruf kam, wie dieses professionelle Kuscheln funktioniert und ob man es sich vom Arzt verschreiben lassen kann, erzählt die Rosenheimerin im Interview:

Rosenheim - Eine feste Umarmung ist für viele Menschen das einfachste Heilmittel gegen Angst und Stress. Denn wer in den Arm genommen wird, fühlt im besten Fall Vertrauen, Zuneigung, Sicherheit und Trost - und das ist gut für die Psyche und damit auch für das körperliche Wohlbefinden. Werden wir umarmt, schüttet der Körper zudem Botenstoffe aus, die im Volksmund als „Glückshormone“ bezeichnet werden.

Kurioser Beruf: Rosenheimerin ist „professionelle Kuschlerin“

Christina Emmer aus Rosenheim hat Kuscheln zu ihrem Beruf gemacht, denn seit einigen Monaten ist sie eine professionelle Kuschlerin. Doch wie kommt man auf den Beruf, von dem viele gar nicht wissen, dass er existiert? „Ich selbst war lange auf der Suche nach einem Beruf, in dem ich körperlich mit Menschen arbeiten kann, da ich in meiner ursprünglichen Tätigkeit als Coach und Trainerin doch hauptsächlich ‚Kopfarbeit‘ leiste. Aber weder der Beruf der Masseurin hat mich angesprochen, noch wollte ich dem Beruf der Prostitution nachgehen. Als ich dann im Winter (2020/21) vom ‚professionellen Kuscheln‘ gehört habe, war ich Feuer und Flamme und wusste genau: Das ist es, was ich Menschen geben kann“, berichtet die 45-Jährige im Gespräch mit rosenheim24.de.

Kurzerhand machte Christina Emmer eine Ausbildung zur Kuschlerin und übt den Beruf seitdem nebenberuflich aus. Professionelle Kuschler geben den Menschen Nähe, Geborgenheit und Streicheleinheiten. Sexuelle Handlungen seien dabei absolut tabu. „Auch Berührungen von Tabuzonen sind untersagt. Damit es hier keine Missverständnisse gibt, unterschreiben Kuschler und Klient vor der Sitzung eine sogenannte Kuschelvereinbarung. Dieser klare Rahmen ist so wichtig, damit eine wirklich entspannte Atmosphäre entstehen kann“, so die Rosenheimerin.

Zu den bestimmten Rahmenbedingungen zählt zum Beispiel, dass jemand gepflegt und in frischer Kleidung zum Kuscheln kommt. Die 45-Jährige kuschle aber mit Männern und Frauen jeden Alters unabhängig vom äußeren Erscheinungsbild. „Man muss sich als Kuschlerin sehr stark auf sein Gegenüber einlassen können und das Wichtigste ist vielleicht, dass man selbst nicht ein unerfülltes Bedürfnis nach Nähe hat, das man sich durch die Kunden erfüllt. Sonst ist man als Kuschlerin nicht wirklich in der ‚Geberposition‘“, heißt es vonseiten der Kuscheltherapeutin.

Christina Emmer kuschelt für Geld mit fremden Menschen

Die 45-Jährige ist bislang die einzige professionelle Kuschlerin im südostbayerischen Raum, wie auf der Seite des Vereins „Kuschelkiste“ ersichtlich ist. Pro Monat hat sie laut eigener Aussage derzeit rund fünf Kunden - und diese sind meist männlich. Es gebe aber auch Frauen, welche sich eine Kuschelstunde bei Christina buchen.

Die Kuschelecke der Kuscheltherapeutin Christina Emmer aus Rosenheim.

Pro Stunde verlangt die zweifache Mutter 70 Euro. „Bei einer Kuschelstunde sind 10 Minuten für das Vorgespräch reserviert. Danach wird dann 50 Minuten lang gekuschelt. Dafür habe ich mir zu Hause extra eine Kuschelecke eingerichtet“, erzählt Christina Emmer gegenüber rosenheim24.de. Auf Wunsch und je nach Entfernung mache sie aber auch Hausbesuche.

Kuscheln ist ein Grundbedürfnis

Das Bedürfnis der Menschen nach Nähe und Körperkontakt sei aber nicht erst seit Corona ein großes Thema. „Ich kenne viele Menschen meiner Generation, die sehr berührungsarm aufgewachsen sind und nur selten gestreichelt, liebkost oder umarmt wurden. Wir empfinden sowas zum größten Teil aber als normal. Ich denke aber, dass das Bedürfnis nach Körperkontakt durch Corona nochmal gestiegen ist und viele Menschen (oft heimlich) unter einem Berührungsmangel leiden“, so die professionelle Kuschlerin.

Eine Kuschelstunde - bei der derzeit die 3G-Regelung (geimpft, genesen, getestet) gilt - kann man sich derzeit aber noch nicht vom Arzt verschreiben lassen. Christian Emmer hofft jedoch, dass dies bald der Fall sein wird: „Es gibt immer mehr wissenschaftliche Studien zu dem Thema und auch die Erkenntnisse über die heilsame Wirkung der körperlichen Berührung nehmen zu. Kuscheln ist schließlich nicht ‚nice to have‘, sondern ein Grundbedürfnis“.

Ihr habt Interesse an einer Kuscheltherapie/Streichelmassage? Dann kontaktiert Christina über folgendes Formular.

jg

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