"Start ins Berufsleben"

Rotary Club Rosenheim unterstützt neues Modellprojekt von Pro Arbeit mit 90.000 Euro

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90.000 Euro hat der Rotary-Club Rosenheim dem Verein Pro Arbeit für die nächsten drei Jahre als Unterstützung eines Modellprojekts zugesagt. Von links: Rotarier Michael Steinbeis, Heiner Koula, ab Juli Präsident des Clubs, der derzeitige Präsident, Dr. Guido Pfeiffer, Harald Neu, Vorsitzender von Pro Arbeit, Claudia Georgii, Geschäftsführerin.

Rosenheim - Mit 90.000 Euro wird der RotaryClub Rosenheim das neue Modellprojekt des Vereins Pro Arbeit, „Start ins Berufsleben“, unterstützen. 

Die Meldung im Wortlaut:

Mit dieser Summe wollen die Rotarier vor allem jungen Menschen den Weg in den Arbeitsmarkt ebnen, die als Spätzünder zwar von einem Beruf träumen, aber vielleicht von dem falschen und denen oft das Selbstbewusstsein fehlt, sich ohne Hilfestellung in einer Firma zu bewerben. Das Besondere daran: Fachlich qualifizierte Ansprechpartner von Pro Arbeit stehen den Arbeitgebern während der gesamten Ausbildungszeit als Konfliktlöser zur Verfügung.

Rosenheim – Das Ausland beneidet Deutschland um sein duales Ausbildungssystem. Wer es als junger Mensch in dieses System schafft, hat beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wem dies nicht gelingt, hat schlechte Karten. So steht es in einer Bertelsmann-Studie. Für die Fachleute des Vereins Pro Arbeit ist dies nicht neu. Sie arbeiten seit 23 Jahren mit Jugendlichen, begleiten sie während der Schulzeit und auf dem Weg ins Berufsleben und kennen auch die Schwachstelle im System. 

Der Vereinsvorsitzende Harald Neu beschreibt es so: „Viele Jugendliche strengen sich durchaus an. Aber es ist wie beim Marathonlauf. Die letzten Meter sind entscheidend, um durchs Ziel zu kommen, und einigen, die alle Hilfsstationen durchlaufen haben, geht eben auf den letzten Metern das Unterstützungsangebot aus.“ 

„Einer, dem niemand etwas zutraut, hat auch kein Selbstvertrauen“

Hier setzt das neuartige Modellprojekt an. Mit einem schlechten Schulzeugnis in der Tasche, oftmals ohne familiären Rückhalt, fehlen ihnen nach Verlassen der Schule die aufmunternden Worte der Schulsozialpädagogen, der Beistand der Lehrer und neue Erfahrungen in einem Praktikum. Wer bisher alles lässig genommen und den Einstieg ins Berufsleben „erfolgreich“ abgewehrt hat, steht unvermittelt allein da, ohne Job und ohne Selbstwertgefühl. 

„Einer, dem niemand etwas zutraut, hat auch kein Selbstvertrauen“, weiß Heiner Koula. Der Handwerksmeister wird im Juli Nachfolger des noch amtierenden Präsidenten des Rotary-Clubs Rosenheim, Dr. Guido Pfeiffer. Als Ausbilder in seinem Schneidereibetrieb hat Koula häufig erlebt, wie Erfolge das Selbstwertgefühl steigern: „Da näht so ein junger Kerl ein Knopfloch und kann es gar nicht fassen, dass er das selbst gemacht hat. Plötzlich kann er auf etwas stolz sein.“ 

Welcher Traumberuf kann Realität werden?

Welche Ausbildung kommt überhaupt in Frage? Muss der Traumberuf ein Traum bleiben? Das werden Sozialpädagogen erst einmal mit den Jugendlichen klären. Nicht alle können Kraftfahrzeugmechatroniker oder Medizinische Fachangestellte werden, die die Beliebtheitsskala anführen. Wünsche und persönliche Fähigkeiten abzugleichen und ein Blick auf das Abschlusszeugnis sollen bei der Entscheidung helfen. 326 duale Ausbildungsberufe bieten in Deutschland ein breites Spektrum.

Die jungen Leute lernen in den Beratungsgesprächen nicht nur, dass es ratsam ist, vor einem Vorstellungsgespräch zum Friseur zu gehen und ein frisches Hemd anzuziehen. Auch Umgangsformen werden eingeübt. Dazu gehören Flexibilität und Einsatzbereitschaft, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. 

Rotarier unterstützen Sozialpädagogen-Halbtagesstelle

Wer sich auf der anderen Seite als Arbeitgeber bereit erklärt, einer Kandidatin oder einem Kandidaten aus diesem Programm eine Chance zu geben, findet beim Verein Pro Arbeit fachliche Hilfe, wenn die Dinge nicht laufen wie sie sollten. Dafür finanzieren die Rotarier mit ihrer Spende über drei Jahre hinweg eine Sozialpädagogen-Halbtagsstelle. Besonderes Augenmerk erfährt dabei ein Wohnprojekt der Malteser in Bad Aibling, wo junge Geflüchtete mit positiv beschiedenem Asylbescheid betreut werden. Dort lernen sie Deutsch, machen sich vertraut mit dem Leben in der neuen Heimat und beginnen danach im Idealfall eine Ausbildung. Auch ihnen bietet das von den Rotariern unterstützte Modellprojekt eine Chance, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. 

Für sie und alle anderen Jugendlichen ist die langjährige Erfahrung des Vereins bei der Vermittlung von Ausbildungsstellen eine hervorragende Basis. „Unsere Leute wissen, welche Firmen ansprechbar sind, wer zu wem passt und wo Praktikumsstellen bestenfalls in eine Ausbildung münden“, erläutert Claudia Georgii, Geschäftsführerin von Pro Arbeit. 

In Rotary-Clubs engagieren sich Angehörige verschiedener Berufe sozial, unabhängig von politischen und religiösen Richtungen. „Wir sehen uns als Serviceclub der Hilfe vor Ort“, betont Präsident Dr. Pfeiffer. Die 82 Mitglieder spenden pro Jahr durchschnittlich 30.000 Euro an verschiedene Projekte. „Soziale Einrichtungen und arbeitssuchende Jugendliche an einen Tisch zu bringen, nützt der heimischen Wirtschaft“, hebt Rotarier Michael Steinbeis mit Blick auf das Modellprojekt zufrieden hervor. Erstmals widmet sich der Club gezielt über drei Jahre hinweg einem einzigen Projekt, wobei Pro Arbeit seit der Gründung vor 23 Jahren auf die Unterstützung der Rotarier zählen kann.

Pressemeldung PRO ARBEIT ROSENHEIM e.V.

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