Nach Streik am Mittwoch

Zukunft des Rosenheimer Danone-Werks: So positioniert sich OB März

Das sagt Rosenheims Bürgermeister Andreas März zum Arbeitskampf bei Danone wegen geplanter Werksschließung
+
Rosenheims Bürgermeister Andreas März (CSU) meldet sich nun in Sachen der geplanten Schließung des Rosenheimer Danone-Werks zu Wort. Dort war es am Mittwoch zu einem achtstündigen Streik gekommen,nachdem zunächst keine Einigung zwischen dem Konzern und Arbeitnehmervertretern zur Zukunft der Mitarbeiter erzielt worden war.

Rosenheim - Das Rosenheimer Danone-Werk soll im kommenden Jahr schließen. Es läuft ein Streit zwischen dem Konzern und Arbeitnehmervertretern, wie es für die Mitarbeiter danach weitergehen soll. Nun meldet sich Oberbürgermeister Andreas März (CSU) zu Wort.

"Ich kann absolut verstehen, dass die Beschäftigten von Danone in Rosenheim, gerade in diesen schwierigen Zeiten, nun Sorgen um ihre Zukunft haben", betont März. Mitarbeiter des Werks und Arbeitnehmervertreter von Betriebsrat und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) weisen darauf hin, 93 der insgesamt 160 Mitarbeiter seien älter als 50 Jahre. Damit hätten sie schon grundsätzlich Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt. "Das sehe ich auch so", erklärt März. 

Der französischen Lebensmittelkonzerns Danone hatte im Januar angekündigt, das Werk in Rosenheim bis Juli kommenden Jahres zu schließen. Das Unternehmen führt als Grund einen Rückgang der Auslastung um rund 70 Prozent in den vergangenen zehn Jahren an. Am Mittwoch kam es deswegen zu einem achtstündigen Streik dort. In Oberbayern lässt Danone insbesondere Quark-Joghurt-Cremes herstellen. Außerdem laufen Obstgarten-Quarks und Hüttenkäse vom Band. 

Bilder vom Streik im Rosenheimer Danone-Werk

 © hs
 © hs
 © hs
 © hs
 © hs
 © hs
 © hs
 © hs
 © hs
 © hs
 © hs
 © hs
 © hs
 © hs

März: Wenn nicht Werk, muss Gewerbestandort erhalten bleiben

Das letzte Wort, ob das Werk in Rosenheim wirklich dicht machen muss, sei noch nicht gesprochen, berichtet unterdessen März. "Es laufen da Gespräche mit anderen Unternehmen der Branche, ob diese vielleicht an einer Übernahme interessiert sind. Da gibt es ja auch direkt in der Region einige", so der Oberbürgermeister. "Allerdings muss man sagen, dass in diesen Krisenzeiten den Meisten leider der Sinn nicht nach Expansion ist." 

Sollte es mit der Fortführung des Werks nichts werden, stehe für ihn fest, dass zumindest der Gewerbestandort erhalten bleiben müsse."Auf keinen Fall soll dieses Areal dafür verloren gehen", betont März. "Dort soll weiterhin ein Arbeitsplätze schaffender Betrieb zu finden sein." Keinesfall sei für ihn vorstellbar, auf dem Grundstück nach einer Werksschließung andere Nutzungsarten zu erlauben. "Etwa für den Bau von Wohnungen. Denn an diesem Standort ist ja wirklich alles aus dem produzierenden Gewerbe vorstellbar." 

März: Beide Seiten wollen nur das Beste für die Mitarbeiter

Er sei im ständigen Austausch mit Konzern, Werkleitung und Arbeitnehmervertretern. Er habe vor, sich zeitnah vor Ort ein Bild der Lage zu machen. "Ich verstehe, was beide Seiten wollen", erklärt März. "Ich bin mir sicher, dass beide Seiten nur das Beste für die Mitarbeiter am Standort Rosenheim erreichen wollen." Er weise darauf hin, dass die eineinhalb Jahre bis zur Schließung durch Danone eine nicht unerhebliche Chance zum Finden einer Lösung seien.

Danone erklärte in einer Stellungnahme gegenüber rosenheim24.de, man habe "ein sehr gutes Angebot unterbreitet". Dieses umfasse:

  • Das Angebot einer Transfergesellschaft, die allen Mitarbeitern eine feste Anstellung über den Zeitpunkt der Schließung des Werkes hinaus gewährleiste. 
  • Das Angebot eines geeigneten und individuellen Brückenmodells für Mitarbeiter ab bereits 58 Jahren mit 70 Prozent ihres bisherigen monatlichen Gehalts bis zu ihrem jeweiligen frühesten Renteneintritt. 
  • Das Angebot einer "sehr fairen Abfindung für alle Mitarbeiter" 

Bisher hätten sie keinen Gegenvorschlag seitens des Betriebsrates erhalten. Am 25. Juni findet der nächste Termin zur Verhandlung des Sozialplanes statt. "Wir hoffen sehr, dass wir im Sinne unserer Mitarbeiter baldmöglichst einen fairen Sozialplan aufstellen können um unseren Mitarbeitern Klarheit zu geben." Bereits im Vorfeld des Streiks hatte dem die Arbeitnehmerseite entgegengehalten, sie forderten statt einem Sozialplan einen Sozialtarifvertrag. Darin sollten höhere Abfindungen und Weiterbildungsmöglichkeiten geregelt werden, als dies der Vorschlag von Danone vorsehe.

hs

Kommentare