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millionenschweres Projekt

Parkhaus P1 muss saniert werden: Das sind die Gründe

Rosenheim - Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte in seiner jüngsten Sitzung der Sanierung des Parkhauses P1 in drei Sanierungsabschnitten zu.

Diese umfasst auch einen neuen Standort für das Betriebsgebäude zur Kälteerzeugung. Die grob geschätzten Gesamtnettokosten betragen, laut der Stadtverwaltung, für die komplette Sanierung rund 4,3 Millionen Euro. Dabei sind aber noch keine unvorhergesehenen Kosten oder Baupreissteigerungen einkalkuliert. Nun muss dem noch der Stadtrat seine Zustimmung erteilen. 

Bereits über 30 Jahre alt

Das Parkhaus P1 am Hammerweg wurde Ende 1987 in Betrieb genommen und bietet Platz für 450 Stellplätze auf neun Parkebenen. Das Untergeschoss einschließlich der Decke über dem Untergeschoss wurde in Ortbetonweise erstellt. Die Ebenen 0 bis 7 in Stahlträgerbauweise mit eingehängten bewehrten Stahlbetonplatten. "Aufgrund des Chlorideintrags durch Tausalz und der fortschreitenden Carbonatisierung des Betons besteht Sanierungsbedarf", so die Stadtverwaltung.

Als Carbonatisierung wird im Bauwesen eine chemische Reaktion bezeichnet, die in jedem Beton bei Anwesenheit von Kohlendioxid und Feuchtigkeit abläuft. Der Vorgang schadet dem Beton nicht direkt. Durch die Bildung von Kalkstein während der Carbonatisierung wird die Festigkeit sogar erhöht. Bei Stahlbeton ermöglicht allerdings der durch den Vorgang hervorgerufene Verlust des alkalischen Milieus (sogenannte Depassivierung) die Bewehrungskorrosion, die schwerwiegende Schäden am Bauteil nach sich zieht.

Ingenieurbüro fand zahlreiche Schäden

Ein Ingenieurbüro fand bei seinen Untersuchungen im Rahmen von Sanierungsarbeiten Schäden in drei Kategorien:

  • Beginnende und bereits entstandene Korrosion der Betonstahlbewehrung in chlorinduzierten Betonbauteilen wie Bodenplatten, Decken, Stützen- und Wandfüßen, verursacht durch Schmelzwasser mit Tausalz.
  • Korrosion von tragenden Stahlbauteilen durch tausalzbelastetes Schmelzwasser wie Stahlträgern und -stützen und nichttragenden Stahlteilen wie Geländer, Entwässerungsrinnen und so weiter.
  • Sich ablösende Betondeckung auf den Stahlbetonfertigteildecken der Parkflächen, Fahrgassen und Rampen.

Weitere Schadensbilder sind:

  • Die Aluminium-Sandwich-Paneelen an der Fassadenunterseite sind durch sogenannten Weißrost stark geschädigt, hervorgerufen durch anspritzendes Regenwasser im Außenbereich.
  • Vereinzelt liegt leichte Korrosion an den Stahl-Fußprofilen unter dem Fassadenmauerwerk im Außenbereich vor.
  • Im Treppenhaus, im Bereich des Türdurchgangs zur Ebene -1 zeigen sich Feuchtigkeitsschäden durch das von Fußgängern eingeschleppte Wasser mit Tausalz in Wand- und Deckenbereich. 

Standsicherheit noch nicht akut gefährdet, aber Handlungsbedarf

"Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Standsicherheit derzeit noch nicht akut, aber die Gesamtkonstruktion des Parkhauses inklusive Standsicherheit langfristig gefährdet ist", so die Stadtverwaltung. Daher würde die Instandsetzung empfohlen, um das Parkhaus für mindestens 25 Jahre weiter nutzbar zu machen. 

Mit der Betonsanierung der untersten Parkeben -1 und den angeschlossenen Rampen soll Anfang 2019 begonnen und die weitere Sanierung geplant werden. Die Sanierung der Ebenen 0 bis 4 soll dann 2020 durchgeführt werden. Die Sanierung der Ebenen 5 bis 7 sei noch nicht notwendig, so die Stadtverwaltung, sie sollen aber weiter im Auge behalten werden. 

Kälteanlage doch an anderem Standort

Nebenbei sollen auch brandschutztechnische Nachbesserungen erledigt und ein Austausch der bestehenden Beleuchtung durch LEDs geprüft werden.

Das Betriebsgebäude für die Zentrale Kälte war bisher zwischen Dem Rathaus und dem Gebäude Königsstraße 22 vorgesehen.

"Im Zuge der weiteren Planung hat man aber festgestellt, dass es von Vorteil ist, die Kälteanlage im Parkhaus zu integrieren."

So würden weniger Flächen versiegelt und das parkähnliche Erscheinungsbild hinter dem Parkhaus bleibt erhalten. Allerdings entfallen im Parkhaus neun Parkplätze, um Raum für die Anlage zu schaffen. 

Am einen Ort muss saniert werden, am anderen wird gerade neu eröffnet: Erst Mitte Oktober wurde das Parkhaus am neuen Busbahnhof für die Öffentlichkeit freigegeben. Damit stehen Autofahrern in Rosenheim 500 weitere Parkplätze zur Verfügung. Allerdings gab es auch Kritik an den hohen Preisen, dem Standort und teilweise auch der Architektur.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild/Montage)

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