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Schaden liegt bei 120.000 Euro

Sechs Mal hintereinander: Unbekannte besprühen Brücke an der Miesbacher Straße in Rosenheim

Der Schriftzug „Schützt Kinder vor der Impfung“ sorgte an der Überführung an der Miesbacher Straße für Aufsehen.. Wer dahinter steckt, kann die Polizei im Moment nur vermuten – aber die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
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Der Schriftzug „Schützt Kinder vor der Impfung“ sorgte an der Überführung an der Miesbacher Straße für Aufsehen.. Wer dahinter steckt, kann die Polizei im Moment nur vermuten – aber die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Seit Beginn der Pandemie hat auch die Zahl der Graffiti zugenommen. Erst kürzlich haben Unbekannte eine Überführung an der Miesbacher Straße wiederholt mit weißer Farbe beschmiert – und einen Schaden im hohen sechsstelligen Bereich verursacht.

Rosenheim – Auf sein Bauchgefühl konnte sich Robert Angermann schon immer verlassen. Der Polizeihauptmeister kennt sich aus mit Graffiti und hat vor rund zwei Jahren die Schwerpunktsachbearbeitung „Graffiti-Delikte“ übernommen. Auf dem Tisch vor ihm liegt ein schwarzer Ordner, in dem die wichtigsten Fälle der vergangenen Monate stehen.

Dazu Fotos, Excel-Tabellen und eingegangene Hinweise. Bei einigen hat er eine Spur, bei anderen tappt er noch im Dunkeln. „Aber irgendwann macht jeder mal einen Fehler“, sagt Angermann, während er durch seinen Ordner blättert. „Wir hatten kurzzeitig Ruhe, aber jetzt ploppen die Fälle wieder auf“, sagt er.

Schriftzug: „Schützt Kinder vor der Impfung“

Er zeigt auf zwei Bilder, die erst im Dezember aufgenommen wurden. Sie zeigen die Unterführungen an der Miesbacher Straße. In weißer Schrift prangen auf der Brücke die Wörter „Schützt Kinder vor der Impfung“. Autofahrer hatten die Polizei über die Schmierereien informiert. Während die Beamten die Ermittlungen aufgenommen haben, hat sich das Staatliche Bauamt um die Beseitigung gekümmert. Kosten laut Polizei: rund 2000 Euro. „Um das Graffito zu entfernen, braucht es einen Sandstrahler“, sagt Angermann.

Sechs Mal wiederholt besprüht

Im Dezember habe man die Brücke reinigen lassen. Nur, um einige Tage später festzustellen, dass die Überführung erneut beschmiert wurde. „Der Schaden beläuft sich mittlerweile auf 12.000 Euro, weil die Überführungen insgesamt sechs Mal besprüht wurden“, sagt Angermann.

Impfskeptiker oder Querdenker

Er hofft jetzt darauf, dass sich Zeugen mit der Polizei in Verbindung setzen. Denn die Miesbacher Straße sei gut befahren – auch nachts. „Irgendjemanden muss etwas aufgefallen sein“, sagt er. Wer genau hinter der Tat steckt, kann der Polizeihauptmeister nur vermuten. Aber der Verdacht liegt nahe, dass es sich bei den Tätern um Impfskeptiker oder Querdenker handelt. „Jeder kann seine Meinung vertreten. Aber was nicht geht, ist, dass man fremdes Eigentum beschädigt“, sagt er.

Autos und Schilder mit neon-gelber Farbe besprüht

Erst kürzlich hatte es ähnliche Fälle in den Ortsteilen Aising, Aisingerwies und Happing gegeben. Wie berichtet, hatten Unbekannte zahlreiche Autos, Schilder und eine Bushaltestelle mit neon-gelber Farbe besprüht. „Ich glaube allerdings, dass diese Fälle mit Querdenkern wenig zu tun haben“, sagt Angermann. Vielmehr vermutet er, dass sich betrunkene Jugendliche einen Spaß erlaubt haben.

Doch lachen können darüber weder die Betroffenen noch die Beamten in der Polizeiinspektion. Denn der Schaden beläuft sich schon jetzt auf rund 35.000 Euro. „Vielen Täter ist gar nicht bewusst, wie teuer solche Schmierereien sein können“, sagt Angermann. So würden bereits vermeintlich belanglose Schriftzüge hohe Schäden verursachen – wie eben an den beiden Überführungen an der Miesbacher Straße.

Täter müssen für Schaden aufkommen

Für diese müssten die Täter aufkommen – sollten sie denn gefasst werden. „Das ist nicht immer leicht. Zumal ein Großteil der Taten innerhalb von wenigen Sekunden und in der Dunkelheit stattfindet“, sagt Polizeihauptkommissar Robert Maurer.

Auch er kennt die Fälle, hat schon des Öfteren mit Betroffenen telefoniert. Über die Jahre sei ihm vor allem eines aufgefallen: „Die Bürger sind für das Thema Graffiti mehr sensibilisiert. Sie melden sich häufiger und auch die Qualität der Auskünfte ist deutlich besser“, sagt Maurer.

„Ein gutes Bauchgefühl“

Darauf setzen er und Angermann auch im jüngsten Fall rund um die Miesbacher Straße. „Ich habe da ein gutes Bauchgefühl“, sagt Angermann. Und auf das kann er sich bekanntlich so gut wie immer verlassen.

Zeugen werden gebeten, sich mit der Polizei Rosenheim unter Telefon 08031/2002200 in Verbindung zu setzen.

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