Sparmaßnahmen in Rosenheim:

Gesundheitsregion: "Ein Schild ohne Inhalt"

Rosenheim - Die Stadt schnallt den Gürtel enger: Am Dienstag lehnte der Wirtschaftsausschuss den Beitritt zur "Gesundheitsregion plus" auf Einladung des Gesundheitsamts einstimmig ab:

Das Thema Gesundheit wird in Rosenheim groß geschrieben. Bereits 2013 erhielt die Stadt, zusammen mit dem Landkreis, deshalb das Gütesiegel "Gesundheitsregion Bayern". Das Bayerische Staatsministerium will nun einen Schritt weiter gehen:Mit dem Förderprogramm "Gesundheitsregion plus" sollen in den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention neue Akzente gesetzt werden. Um die Fördergelder auch sicher in Anspruch nehmen zu können, bewarb sich der Landkreis Rosenheim bereits frühzeitig um das Programm. Am Dienstag warb das Gesundheitsamt jetzt um die Teilnahme der Stadt, kassierte aber prompt eine Absage aus dem Wirtschaftsausschuss.

Kosten für die "Gesundheitsregion plus" zu hoch

Bereits am 8. Dezember des vergangenen Jahres hatte sich der Kr eisausschuss auf Anraten des Gesundheitsamts für die Teilnahme am Projekt "Gesundheitsregion plus" ausgesprochen, erklärte Dr. Irmgard Wölfl, die Leiterin des Staatliches Gesundheitsamts in Rosenheim am Dienstag. Sie schlug dem Gremium im Rathaus vor, sich mit einem Fünftel an den Kosten und somit auch am daraus entstehenden Gesundheitsforum zu beteiligen. Für die Stadt ziehe das einen finanziellen Aufwand in Höhe von rund 29.000 Euro, verteilt auf fünf Jahre, nach sich.

Dr. Florian Pfister vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege verdeutlichte dem Gremium anschließend den Umfang der Förderung. So stehe beim Projekt die Einstellung eines eigenen Geschäftsstellenleiters beim Staatlichen Gesundheitsamt im Vordergrund, der die unterschiedlichen Einzelvorhaben und Projekte koordinieren soll. "Unser Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität der Bürger in der Region und die Vernetzung aller Beteiligten", verdeutlichte auch Dr. Wölfl.

Keine Vorteile für die Stadt erkennbar

Die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses standen dem Vorschlag des Gesundheitsamts jedoch eher kritisch gegenüber. So führte der Fraktionssprecher der SPD, Robert Metzger, gleich zu Beginn der Diskussion an, dass sich die finanzielle Situation derzeit eher schwierig gestalte. Er sehe schlicht keinen Vorteil in dem vorgeschlagenen Zusammenschluss. Auch Florian Ludwig und Andreas März konnten in ihren Ausführungen keine Aspekte entdecken, die explizit die Stadt im Rahmen der "Gesundheitsregion plus" weiter voranbringen könnten.

Auf Nachfrage von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer bei Projektbetreuer Dr. Pfister erklärte dieser, dass die Förderungen bei einzelnen Vorhaben auch unabhängig vom Status als "Gesundheitsregion plus" erreicht werden könnten. Am Ende sprach sich das Gremium deshalb, und auch wegen der finanziellen Mehrbelastung für den Haushalt, einstimmig gegen den Beitritt aus. "Der Status als Gesundheitsregion bleibt bestehen. Jedoch als Schild ohne Inhalt", verdeutlichte Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl abschließend.

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