Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren vorberaten 

Brenner-Basistunnel: Lehnt Rosenheim alle fünf Trassenvarianten ab?

Rosenheim - Fünf Einzelvarianten für den Brenner-Nordzulauf sind in Planung. Die Stadt Rosenheim kommt im Zuge ihrer Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren zu dem Ergebnis, dass wohl keine der Trassen tolerierbar ist. 

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Einig waren sich die Mitglieder des Stadtenwicklungs- und Baugenehmigungsausschusses in ihrer Sondersitzung am 2. Juli, als es um die Vorberatung der Stellungnahme der Stadt Rosenheim im Rahmen des Raumordnungsverfahrens zum Brenner-Nordzulauf ging. "Alle fünf Grobtrassen sind für uns nicht akzeptabel", brachte es Oberbürgermeister Andreas März auf den Punkt. Demnach sieht die Stadt in ihrer vorberatenden Stellungnahme keinen Bedarf am Bau einer der Trassen - auch wirtschaftlich nicht. 

März dazu: "Die Raumordnung ist dem Grundsatz der nachhaltigen Raumentwicklung verpflichtet, die in ausgeglichenen infrastrukturellen, wirtschaftlichen, ökologischen, sozialen und kulturellen Verhältnissen zum Ausdruck kommt. Mit den aktuellen Trassenverläufen und der dahinterstehenden Bedarfsplanung ist diese Ausgewogenheit nicht gegeben. Die Stadt Rosenheim und ihr Umfeld wird insgesamt überproportional stark belastet durch mehr Verkehr sowie höherer Emissionen und Immissionen." 

Argumente der Stadt zu den Trassen-Entwürfen: 

Die blaue und die violette Trassenvariante hätten laut der Stellungnahme der Stadt Rosenheim unter anderem einen zu hohen Flächenverbrauch. Die Eingriffe in Natur und Umwelt seien "unverhältnismäßig": Bisher unbelastete Bereiche würden erstmalig "massiv beeinträchtigt und verschlechtert". Freiflächen, die als Rückzugs- und Erholungsorte dienen, wären passé

Der lilafarbene Trassenverlauf ähnelt der blauen Trasse. Beide führen in Richtung Großkarolinenfeld um Rosenheim herum.  *Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken* 

Einzelne Ortsbereiche würden darüber hinaus ihre typische Prägung und somit ihren Charakter verlieren, das Landschaftsbild zerschnitten werden. Insbesondere im Bereich Stephanskirchen/Langenpfunzen hätten beide Trassen eine "nicht akzeptable trennende Wirkung zwischen und innerhalb der Ortsteile". Eine Trassenführung über die Panger Felder komme ebenfalls nicht in Betracht. 

Darüber hinaus sei eine "sinnvolle Weiterentwicklung der Stadtgebiete durch Wohnbebauung, gewerbliche Nutzung und infrastrukturelle Belange" so nicht mehr möglich. Aufgrund der unterschiedlichen Höhenverhältnisse im Bereich des Inns und der Uferbereiche müssten überdies Überführungen und Bahnbauwerke errichtet werden, die die trennende Wirkung durch die Trassenführung noch verstärken würden. 

Bei der olivfarbenen Variante käme als Argument hinzu, dass die Stapelung des Verkehrs bei der Querung der Staatsstraße 2010 über die Autobahn A8 sowie der lange Verschneidungsbereich der Bahntrasse bei der Querung der Bundesautobahn A93 das Landschaftsbild massiv verletzen würde.

Der olivfarbene Trassenverlauf liegt in Richtung Kolbermoor/Bad Aibling. 

Finale Stellungnahme im Stadtrat Ende Juli

Bis zum 24. Juli haben alle Bürger sowie betroffene Kommunen, Behörden, Verbände und Organisationen Zeit, gegenüber der Regierung von Oberbayern als Genehmigungs- und Entscheidungsbehörde eine Stellungnahme zu den Planungen abzugeben. Das Raumordnungsverfahren nimmt nur Stellungnahmen zu den Trassen, die bereits im Laufe der Planung vorliegen, an. Die sechste Variante mitten durch Rosenheim - wie es der Fachplaner im Zuge der Vieregg-Rössler-Studie vorgeschlagen hatte - steht hier nicht zur Debatte.

In der Sondersitzung des Rosenheimer Stadtenwicklungs- und Baugenehmigungsausschusses am 2. Juli fand lediglich eine Vorbereitung der Eckpunkte statt. Basierend darauf wird der Bauausschuss in seiner Sitzung am 16. Juli eine Stellungnahme abgeben, die wiederum vom Stadtrat am 22. Juli verabschiedet werden muss.

mb

Rubriklistenbild: © pixabay.com (MichaelGaida) 

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