Wohnen ist in Rosenheim teuer

Je kleiner der Geldbeutel, desto schwieriger die Wohnungssuche. Gerade für Geringverdiener, Alleinerziehende und Rentner wird es mehr und mehr zum Problem, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Experten fordern deshalb mehr Sozialwohnungen für den heimischen Wohnungsmarkt.
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Je kleiner der Geldbeutel, desto schwieriger die Wohnungssuche. Gerade für Geringverdiener, Alleinerziehende und Rentner wird es mehr und mehr zum Problem, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Experten fordern deshalb mehr Sozialwohnungen für den heimischen Wohnungsmarkt.

Rosenheim - Menschen mit schmalem Geldbeutel drohen mehr und mehr vom Wohnungsmarkt in Rosenheim abgekoppelt zu werden. Mehr Sozialwohnungen werden benötigt.

Eine Stärkung des sozialen Wohnungsbaus soll Abhilfe schaffen. Dazu hat eine Studie vom Pestel-Institut jetzt für die Stadt Rosenheim eine Bestandsaufnahme gemacht und den Bedarf an Sozialwohnungen ermittelt.

Demnach haben derzeit rund 4940 Haushalte in Rosenheim Anspruch auf eine Sozialmietwohnung. Zu diesen Haushalten mit niedrigem Einkommen gehören Hartz-IV-Empfänger und Wohngeldbezieher, ebenso Erwerbsunfähige und ältere Menschen, die von der staatlichen Grundsicherung leben.

Pro 1000 Einwohner würden somit 81 Sozialwohnungen benötigt. Rosenheim habe damit beim sozialen Wohnraum einen deutlichen Bedarf. Dieser liege sogar über dem Bundesdurchschnitt. "Aber längst nicht jeder, der einen Anspruch auf eine Sozialwohnung hat, hat auch die Chance, eine zu bekommen. In ganz Bayern sieht es hier schlecht aus: Landesweit stehen nur für 41 Prozent der betroffenen Haushalte Sozialmietwohnungen zur Verfügung", sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut.

In den vergangenen Jahren seien in Bayern viele Sozialwohnungen vom Markt verschwunden. Hier klaffe eine enorme Lücke. "Das trifft insbesondere Geringverdiener, Alleinerziehende und Rentner. Für Haushalte mit geringem Budget bezahlbare Wohnungen zu schaffen, ist eine der drängendsten sozialen Herausforderungen", so Günther.

Das Institut hat die Studie zum "Bedarf an Sozialwohnungen in Deutschland" im Auftrag der Wohnungsbau-Initiative gemacht. Dazu haben sich neben der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB), die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) und der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) zusammengeschlossen.

Gemeinsam fordern sie einen "Masterplan für den sozialen Wohnungsbau" in Deutschland. Hier seien alle in der Pflicht: Bund, Länder und Kommunen. Um dem Abwärtstrend bei den Sozialwohnungen entgegenzuwirken, setzt die Wohnungsbau-Initiative auf vier Maßnahmen: Neben dem Neubau von Sozialwohnungen komme auch der Ankauf von Belegungsrechten - und damit die Schaffung von "Sozialwohnungen auf Zeit" - in Frage. Ebenso könne zusätzliches Bauland für den Mietwohnungsbau ausgewiesen werden.

"Darüber hinaus kann die öffentliche Hand die Modernisierung von bestehendem Wohnraum fördern und dabei die Mieten deckeln", sagt Günther. Im Fokus müsse hier die energetische und altersgerechte Sanierung stehen.

An die heimischen Bundestagsabgeordneten appelliert die Wohnungsbau-Initiative, sich in Berlin schon bei den laufenden Haushaltsberatungen für das kommende Jahr für eine deutliche Aufstockung der Gelder für den sozialen Wohnungsbau stark zu machen. In einem Schreiben an die Parlamentarier aller Fraktionen nennt die Initiative den schrumpfenden Bestand von Sozialwohnungen ein "wachsendes Problem". Der Staat sei jetzt gefordert, den sozialen Wohnungsbau anzuschieben.

re/Oberbayerisches Volksblatt

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