Skandalöser Vergleich von Corona-Impfstoff mit Mord-Gas

Rosenheim: Bauer bleibt trotz AfD-Parteiausschluss aussichtsreicher Nachrücker für den Stadtrat

Masken- und abstandslos: Stefan Bauer am Rande einer Demo von Attila Hildmann.
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Masken- und abstandslos: Stefan Bauer am Rande einer Demo von Attila Hildmann.

Die Probleme der Rosenheimer AfD mit ihrem Mitglied Stefan Bauer und seinem skandalösen Filmclip aus der KZ-Gedenkstätte Mauthausen hören nicht auf. Auch nachdem der Landesvorstand und der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen den Rauswurf Bauers angekündigt haben, droht der Partei in Rosenheim Ungemach.

Rosenheim/Mauthausen – Stefan Bauer könnte trotz Ausschluss aus der Partei in den Stadtrat nachrücken. Bei den Kommunalwahlen im März 2020 war Bauer für die AfD für den Stadtrat angetreten und auf dem Nachrücker-Platz gelandet. Nach Einschätzung von Thomas Bugl, Sprecher der Stadt, sieht das Kommunalrecht einen Parteiausschluss nicht als Hindernis für den Einzug in den Stadtrat vor.

Nachrücken Bauers noch „Zukunftsmusik

Im Rosenheimer Stadtrat ist die AfD mit Andreas Kohlberger, Monika Fischbacher und Hans Raß vertreten. Das fortgeschrittene Alter von Raß (81) gab bereits Anlass zu Spekulationen, ob er nach seiner Zeit als Stadtrat der Republikaner für die AfD nochmals über die volle Distanz von sechs Jahren gehen wolle.

„Das ist ganz, ganz ferne Zukunftsmusik“, sagte der Rosenheimer AfD-Kreisvorsitzende Andreas Winhart auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. Hans Raß habe Energie, vor einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Stadtrat sei ihm nicht bange. Sollte es dazu kommen, sei es Sache von Fraktionschef Andreas Kohlberger, sich mit Bauer auseinanderzusetzen und ihn von einem Verzicht zu überzeugen.

Parallelen zwischen Impfgegnern und Verfolgten des NS-Regimes

Stefan Bauer hatte am vergangenen Wochenende auf dem Internet-Dienst Telegram einen Clip hochgeladen, in dem er Parallelen zwischen Impfgegnern und Verfolgten des NS-Regimes zieht und Corona-Impfstoffe mit dem Giftgas Zyklon B vergleicht, das die Nazis zur Ermordung von Millionen Menschen verwendeten.

Der Clip entstand nahe der Gedenkstätte Mauthausen östlich von Linz, nach Angaben der österreichischen Polizei vor dem Außenlager St. Georgen an der Gusen. Bauer hatte Mauthausen auf einem Abstecher von Wien aus besucht, wo er die Demonstration gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der österreichischen Bundesregierung besuchte.

Das Video kann den mit Verschwörungstheoretikern wie Attila Hildmann vernetzten Rosenheimer teuer zu stehen kommen. Gegen ihn ermitteln sowohl die Staatsanwaltschaft in Traunstein als auch deren Kollegen in Linz. Dort geht außerdem der Landesverfassungsschutz der Sache nach, wegen des Verdachts eines Vergehens gegen das Verbotsgesetz. Dies richtet sich gegen eine Betätigung im Sinne des Nationalsozialismus und sieht Haftstrafen zwischen einem und zehn Jahren vor. (we)

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