Zu Besuch im Teddybärkrankenhaus Rosenheim

Die etwas anderen Patienten: Bären, Dinosaurier und Co.

Rosenheim - Das Teddybärkrankenhaus Rosenheim fand am 3. und 4. Oktober bereits zum sechsten Mal statt. Wir waren vor Ort und haben uns diese besondere Klinik genauer angeschaut.

Ursprünglich stammt die Idee aus dem skandinavischen Raum. Die Hauptintention ist, den Kindern die Angst vor dem Arzt zu nehmen, indem diese ihre "kranken" Kuscheltiere beim Krankenhausbesuch begleiten und auch selbst mithelfen können. Durch diesen Perspektivenwechsel von Patient zu behandelndem Arzt lernen die Kinder verschiedene Instrumente und Abläufe ähnlich wie bei einem echten Arzt- oder Krankenhausbesuch kennen. 

Normalerweise gibt es Teddybärkrankenhäuser nur in Städten mit medizinischer Universität. Nachdem aber Nico Hanny (28, Medizinstudent FAU Erlangen-Nürnberg) beim Teddybärkrankenhaus in Erlangen mitgemacht und einen Einblick in das Projekt bekommen hatte, war für ihn klar,so etwas muss es auch in Rosenheim geben. 

Teddybärkrankenhaus auch in Rosenheim

Das Projekt wurde sofort von der "Sparkassenstiftung Zukunft für die Stadt Rosenheim" gefördert und 2017 fand das erste Teddybärkrankenhaus (Website) statt. Dieses Jahr ging es bereits in die 6. Runde und wurde insgesamt von knapp 2000 Kindern besucht, von denen allein 600 am 3. und 4. Oktober kamen. Die meisten Kinder kommen mit dem Kindergarten, jedoch kommen auch einige privat mit ihren Eltern. Für alle Kinder standen 50 Teddydocs zur Verfügung, die allesamt ehrenamtlich dort arbeiteten, unter denen seit 2018 auch Nico Hannys Freundin, Magdalena Schmid (27, Zahnmedizinstudentin), ist. 

Vor Ort haben wir uns den Ablauf in diesem besonderen Krankenhaus genauer angeschaut:

Bildergalerie: Teddybärkrankenhaus in Rosenheim 2019

Die Kinder kommen erst zur Aufnahme und schildern dort die Beschwerden ihres Kuscheltiers. Im Empfangsbereich gibt es außerdem Stationen, an denen sie das Laufen mit Krücken oder das Rollstuhlfahren üben können. Dies steht im Zusammenhang damit, dass dieses Jahr das Teddykrankenhaus das erste Mal auch für Rollstuhlfahrer und Kinder mit geistiger oder körperlicher Behinderung geeignet ist.

Bei der "Zuckerstation" soll bei den Kindern ein Bewusstsein dafür entwickelt werden, wie viel Zucker in bestimmten Lebensmitteln enthalten ist und welche gesünderen Alternativen es gibt.

Danach geht es zum Teddydoc wo mit echten Instrumenten wie zum Beispiel einem Stethoskop die Tiere untersucht werden. Worüber sich die Kinder besonders freuen:sie bekommen ein hochwertiges und funktionsfähiges Stethoskop geschenkt!
Später durchlaufen die Kinder mit ihren Plüschtieren noch die Stationen zum MRT, Röntgen und den Operationssaal. Besonders beim Operationssaal wird auch auf die Hygiene geachtet und den Kindern erklärt, warum diese so wichtig ist. Damit verstehen sie den oftmals als unangenehm empfundenen Geruch von Desinfektionsmitteln und Co., der sie oft beim Arzt erwartet. Weitere Stationen sind der Zahnarzt und ein Organteddy, bei dem man die Organe spielerisch untersuchen kann.

In der Apotheke bekommen die Kinder Medikamente in Form von Süßigkeiten und Obst, welches dieses Jahr von Bierbichler gesponsert wurde. 

Vielfache Unterstützung des Projektes

Das Projekt wurde unter anderem auch von Media Markt (Tablets für den OP-Saal) , Hans im Glück (Essen), Tom und Mäx (vegane Burger), Getränken von Stettner und vielen mehr unterstützt.

Das Feedback der Kinder ist durchwegs positiv und man merkt, wie viel Spaß die Kinder beim Durchlaufen der Stationen haben. Vor allem Eltern sind auch dankbar, dass ihren Kindern durch das Projekt die Angst vorm Arzt genommen wird und ein Arztbesuch keinen Weltuntergang mehr darstellt. 

Nico Hanny bemerkte auch, dass in den letzten Jahren das Interesse an diesem Projekt stark gestiegen ist, wofür die Zahlen an sich sprechen. 

red

Rubriklistenbild: © Martin Glienke

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