Ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge

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Rosenheim - Knapp 40 Paten nahmen an einem Treffen für Flüchtlingsfamilien im "Bürgerhaus Miteinander" teil.

Die Soziale Stadt organisiert diesen Austausch der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer alle drei Monate.

Insgesamt engagieren sich derzeit über 70 Rosenheimer Bürger/innen als Pate für Flüchtlinge. Gemeinsam werden Ämtergänge bestritten, Arztbesuche organisiert und Freizeit verbracht. Vor allem wird aber in den Patenschaften viel Deutsch gesprochen und unterrichtet. Im Patentreffen wurden aktuelle Informationen zur Flüchtlingsthematik ausgetauscht. Innerhalb der Sozialen Stadt laufen derzeit zwei ehrenamtliche Deutschkurse im Pfarrzentrum Hl. Blut, ein ehrenamtlicher Alphabetisierungskurs in der Geschäftsstelle der Sozialen Stadt und ein Sprachkurs für Anfänger im Bürgerhaus Miteinander. Vor allem durch die beiden Sprachkurse im Pfarrzentrum Hl. Blut konnte den Menschen aus der eher abgelegenen Unterkunft am Happinger See vor Ort gut geholfen werden. Pfarrer Daniel Reichel unterstützt sehr gerne das Engagement der beiden ehrenamtlichen Deutschlehrerinnen Marianne Eckardt und Henriette Stoll.

Durch die neu gebildeten Integrationsklassen für Jugendliche und junge Erwachsene in der Berufsschule an der Prinzregentenstraße konnte vielen Flüchtlingen enorm geholfen werden. „Unsere beiden Patenkinder gehen sehr gerne zur Schule und ihr Deutsch ist dadurch bereits nach kurzer Zeit schon viel besser geworden“, freuen sich die beiden Paten Gertraud und Karl Pffafeneder.

Die Arbeit des Initiativkreises Migration stellte Dr. Thomas Nowotny vor. Diese Initiative besteht seit 2011 und hat sich zum Ziel gemacht die Situation von Flüchtlingen in Rosenheim zu beobachten und den Menschen zu helfen, die eine Flucht hinter sich haben. Ein großes Problem sehen die Paten in der Eingliederung von Flüchtlingen in Vereinen. Die Rosenheimer Sportvereine leisten einen großen Teil der Integrationsarbeit in der Stadt und über Sport können die Flüchtlinge schnell und einfach in Kontakt mit Rosenheimern kommen. Doch aufgrund der finanziellen Lage der Flüchtlinge können sie sich Mitgliedsbeiträge nur schwer leisten. Zwar sind die meisten Vereine gerne bereit die Flüchtlinge kostenlos mittrainieren zu lassen. Doch ohne richtige Mitgliedschaft stellen sich schnell auch versicherungsrechtliche Fragen. Besonders erfreulich bewertete Christian Hlatky von der Sozialen Stadt die Zusammenarbeit mit der Freien Turnerschaft e.V. , die ein kostenloses Fußballtraining für Flüchtlinge auf Ihrem Vereinsgelände anbieten. Ebenso ist die Zusammenarbeit mit dem Sportbund DJK Rosenheim beispielhaft, bei dem die Basketballabteilung einen großen Spendenaufruf gestartet hat um einen Flüchtling Schuhe, Sportsachen zu stellen und ihm das Training zu ermöglichen.

Betroffen reagierten die Anwesenden auf die Geschichte, die die Patin Andrea Seiß zu erzählen hatte. Nachdem sie sich drei Monate sehr beherzt und intensiv um einen jungen Mann aus Afghanistan gekümmert hat, wurde er ohne vorherige Ankündigung über Nacht abgeschoben. Sie konnte sich nicht einmal von ihm verabschieden. Sie weiß nicht wo er ist. Seitdem hat sie keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt.

Philipp Baumgartner war mit zwei Schülerinnen der Mädchenrealschule bei dem Patentreffen anwesend. Sie berichteten über ihre Projektidee, bei der Sie sich innerhalb ihres Schulunterrichts mit Flüchtlingen treffen wollen, ihnen Deutsch beibringen wollen und voneinander lernen möchten. „Bereits im letzten Schuljahr haben wir mit einem ähnlichen Projekt tolle Erfahrungen gemacht“, berichtete Baumgartner.

Insgesamt freute sich Christian Hlatky über die Hilfsbereitschaft und das große Engagement der Rosenheimer Bürger für die Flüchtlinge. Dank zahlreicher Fahrradspenden konnten beinahe alle Menschen, die derzeit in Rosenheim Schutz und Zuflucht finden mit Rädern ausgestattet werden. Ebenso erfolgreich war der Spendenaufruf für Sport- und Fußballschuhe. „Dank der guten Arbeit der ehrenamtlichen Paten und der Mitarbeiter der Stadt Rosenheim ist die Situation der Flüchtlinge in Rosenheim relativ gut. Wir erwarten aber in den kommenden Monaten weiter Menschen die zu uns kommen, deshalb sind wir über jede Hilfe froh, “ erklärte Christian Hlatky zum Abschluss des Treffens.

Suyd Musafer, kam vor 12 Monaten mit seiner Frau und seinen zwei Kindern aus Afghanistan nach Rosenheim und engagiert sich ehrenamtlich als Integrationshelfer für weitere Flüchtlinge. Er bedankte sich herzlich bei allen Anwesenden für die große Hilfsbereitschaft die ihm hier widerfuhr und die tolle Unterstützung für die Menschen die aus ihrer Heimat fliehen mussten.

Pressmitteilung Soziale Stadt Rosenheim

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