Bald nur noch Sonne und Wind?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Professor Dr. Harald Lesch, Astrophysiker, Naturphilosoph und Professor für Physik.

Rosenheim - Zur Energiewende gibt es in den Augen von Professor Dr. Harald Lesch keine Alternative. Das betonte er jetzt bei einem Vortrag.

Der Redner ließ im Saal des Kastenauer Hofs keinen Zweifel daran, dass es höchste Zeit sei, die Energiewende nicht nur in der Politik, sondern auch in den Köpfen jedes Menschen umzusetzen. Zu dem Vortrag hatten die CSU Rosenheim-Land, die Junge Union Rosenheim-Land und der Arbeitskreis Umwelt geladen.

Laut Lesch ist es Nonsens, mittels Atomkraft Wasser heiß zu machen, um damit Strom zu erzeugen. Er verstehe nicht, warum nicht schon in den 1950er-Jahren Programme gemacht wurden, um Windkraft und Sonnenenergie statt Atomkraft zu nutzen: "Jedes gesunde Hirn muss wissen, dass es, wenn die Ressourcen verbraucht sind, vorbei ist", so der Physiker. Dabei könne man sich auch politstrategisch unabhängiger machen: "Wenn Deutschland es schafft, den Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen zu stillen, dann wäre es egal, wer am Drücker bei den Multis sitzt", so Lesch.

Der Klimawandel sei keine Erfindung von "Öko-Taliban" oder geldgierigen Forschern, sondern für jedermann sichtbar. Lesch: "Wir haben keine Alternative zum Optimismus - egal wie schwer die Energiewende sein wird. Wir haben alles, was dazu nötig ist: Wind, Sonne und Wasser." Die Energieverantwortung müsse aber unbedingt in kommunale Verantwortung.

Laut Lesch ist es unverzichtbar, jeden Quadratmeter Dachfläche per Fotovoltaik zu nutzen. Angesprochen auf deutlich niedrigere Strompreise in Frankreich, sagte Lesch, Frankreich hinterlasse seinen noch nicht geborenen Kinder eine große Last und ersticke im Atommüll.

Zum Thema alternative Energien und Trassen sagte Dr. Otto Hühnerkopf, Vorsitzender im Arbeitskreis Umwelt und Gesundheit der CSU im Landtag, man werde in Kauf nehmen müssen, dass sich die Landschaft verändert.

Dr. Götz Brühl, Geschäftsführer der Rosenheimer Stadtwerke, sieht in der Forderung nach großen Hochspannungstrassen zumindest in der Region keinen Bedarf. Vierlmehr werde hier Holz, das der Mensch seit Jahrhunderten nutze, vergast und doppelt so viel Energie daraus gewonnen wie mit vergleichbaren Techniken. Diese Technik sei aufgrund niedriger Ölpreise leider lange vernachlässigt worden.

Auch für Mike Edelmann, Chef des Rohrdorfer Portland-Zementwerkes, steht außer Frage, dass in Zukunft Energie gespart werden muss. Sein Unternehmen steht vor der Vollendung einer in Deutschland einzigartigen Energierückgewinnungsanlage, die den Energieverbrauch um ein Drittel senken soll.

jre/Oberbayerisches Volksblatt

Zurück zur Übersicht: Rosenheim Stadt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser