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Rosenheimer Kreisfachberater für Gartenkultur erklärt:

„Herr Pröll, wie kann ich in meinem Garten zur Artenvielfalt beitragen?“

Roman Pröll, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Rosenheim
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Roman Pröll, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Rosenheim

Rosenheim - Der Frühling ist endlich da, das lockt manchen zur Gartenarbeit. rosenheim24.de hat sich von Roman Pröll, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Rosenheim berichten lassen, wie man im heimischen Garten die Artenvielfalt verbessern kann.

rosenheim24.de: Herr Pröll, wie kann ich in meinem Garten zur Artenvielfalt beitragen?

Roman Pröll: Grundsätzlich fängt Biodiversität bei der Bodenversiegelung an. Diese sollte man also so gering wie möglich halten und beispielsweise Pflasterflächen vermeiden. Vor allem aber geht es darum, vielfältige Lebensräume zu schaffen.

Was sollte ich anpflanzen?

Auf jeden Fall sollte man auf chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel verzichten. Bei der Bepflanzung kann man mit Stauden und heimischen Sträuchern arbeiten. Diese sollten so ausgewählt sein, dass es von Frühjahr bis Sommer blüht, damit durchgehend für Insekten ein Nahrungsangebot geboten ist. Idealerweise sollte man bei der Auswahl von Pflanzen darauf achten, dass diese insektenfreundlich sind. Wir bieten hierzu auf der Website des Landratsamts ausführliche Informationen an.

Daneben kann man ein „Wildes Eck“ im Garten einrichten, in dem man der Natur freien Lauf lässt. Beispielsweise durch das Ablagern von Totholz, das bei der Gartenarbeit anfällt, kann man dort Kleinstlebewesen einen Lebensraum schaffen. Wer sich einen Baum anschaffen will, sollte sich gründlich informieren. Viele unterschätzen, wie groß sie werden. Der Baum will eine gewisse Größe erreichen, davon lässt er sich nicht mit radikalem Rückschnitt abhalten.

Schottergärten stehen vielfach in der Kritik, was ist davon zu halten?

Man muss hier mit den Begrifflichkeiten aufpassen. Oft werden Stein- und Schottergärten in einen Topf geworfen. Steingärten sind eine ganz eigene Art der Gartenkultur, die mit viel Wissen und Know-How eine echte Kunstform sind, in der speziell ausgewählte Pflanzen gedeihen.

Schottergärten wiederum werden meist in Vorbereiche von Wohnhäusern eingerichtet. Dazu wird eine Folie eingelegt und mit Schotter verfüllt. Grund ist der Irrglaube mancher Leute, dass das besonders pflegeleicht ist. In der Praxis schaut es aber so aus, dass der Wind dort Pflanzensamen hinträgt, die sich dann ausbreiten Die Natur findet ihren Weg und der Schottergartenbesitzer ist permanent damit beschäftigt, das rebellische Grün zu beseitigen. Gleichzeitig ist das für die Tierwelt eine Wüstenlandschaft, die sich zudem extrem negativ auf das Kleinklima in Siedlungen auswirkt. Zusammenfassend ist das also eine Sache, die für niemand gut ist.

Ist ein reiner Rasen in Ordnung?

Das kann jeder handhaben, wie er will. Für die Artenvielfalt wäre es aber wünschenswert, dass man vielfältige Bereiche zulässt. So bekommt der Garten auch eine persönliche Note.

Kann ein Mähroboter Probleme machen?

Das ist ein kompliziertes Thema. Für viele sind sie eine willkommene Arbeitserleichterung. Die meisten Leute leisten sich günstigere Modelle. Die säbeln im Garten jedes Blümchen um und können zu einer echten Gefahr für tierische Garten-Mitbewohner wie Amphibien und Igel werden.

Natürlich ist es aber möglich, diese Roboter verantwortungsvoll zu betreiben. Es gibt sie mit speziellen Sensoren, welche Tiere schützen. Diese sind allerdings entsprechend teuer. Den Geräten wird mittels im Boden verlegter Drähte vorgegeben, wo sich ihr Wirkungsbereich befindet. Damit kann man Bereiche des Gartens abgrenzen, auf denen Blühflächen entstehen sollen.

Sollte ich ein „Insektenhotel“ in meinem Garten aufstellen?

Das macht grundsätzlich immer Sinn. Dabei gibt es viel zu beachten. (Mehr dazu hier - Plus-Artikel rosenheim24.de)

Können freilaufende Haustiere wie Hunde oder Katzen ein Problem sein?

Durchaus. Katzen leisten einen erheblichen Beitrag zum Schwund von Vögeln, Amphibien und Eidechsen. Der Urin und Kot beider Tierarten kann für Pflanzen zudem erheblich schädlich sein.

Was sollte ich beachten wenn mein Kind im Garten spielt?

Der Garten kann für sie ein wunderbarer Ort sein, um die Natur entdecken zu können. Eine schöne Idee ist da ein kleiner „Naschgarten“, in dem essbare Beeren und Früchte wachsen. Daneben sollte man für genug Beschattung sorgen. Unterm Baum ist es, auf Grund von Verdunstungskälte, wesentlich angenehmer als unter einem Sonnensegel. Dort sollte man also Spielorte wie einen Sandkasten einrichten. Was die Pflanzenauswahl betrifft: Man muss nicht komplett auf Giftpflanzen verzichten. Man sollte sich bei jedem Kauf informieren. Dann gilt es, den Kindern ordentlich zu erklären, von was sie sich fernhalten sollten.

hs

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