Probleme an Rosenheimer Badeseen - Pächter äußern sich

"Durch Sperrung der Grillplätze hat sich Situation um 100 Prozent verbessert"

Der Happinger Ausee in Rosenheim aus der Vogelperspektive. 
+
Der Happinger Ausee in Rosenheim aus der Vogelperspektive. 

Rosenheim - An den Rosenheimer Badeseen, vor allem am Happinger Ausee, gibt es schon seit Jahren ein Müllproblem. Ebenfalls ein Dilemma ist die Wildparksituation. Die Stadt will dem jetzt einen Riegel vorschieben. 

Update, 12.30 Uhr: Pächter äußern sich zur Lage

Nun haben auch die Pächter des Pavillons am Happinger Au See die Lage aus Ihrer Sicht geschildert: "Seitdem die Grillplätze gesperrt sind, hat sich die Situation in den Toiletten und auch die Parksituation um 100 Prozent verbessert. Da die "Griller" ihr Geschirr nicht mehr in den sanitären Anlagen waschen und diese dadurch mit Fett- und Speiseresten verschmutzen gebe es aktuell keine Probleme mehr. "Auch die Parkplatzsituation hat sich entspannt seitdem die vielen Leute, die nur zum Grillen gekommen sind, nicht mehr da sind." Somit gebe es aktuell fast immer genügend Parkplätze für die Badegäste. "Es kommt vielleicht an vier oder fünf Tagen im Jahr vor, an denen es richtig heiß ist, dass die Parkplätze knapp werden. Aber das kann man wirklich verkraften", so die Pächter gegenüber rosenheim24.de.

Vorbericht:

Neu ist das Problem nicht: Die Stadtratsfraktion der Grünen forderten in einem Antrag vergangenes Jahr bereits eine Lösung für das Dilemma an den Badeseen - nun ist das Thema in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 14. Juli erneut auf dem Tisch gelandet. 

Im Fokus bei der Behebung der Mängel an den Seen: Öffnung und Reinigung der Toilettenanlagen, Installation zusätzlicher Toiletten in Form von Containern, die dem aktuellen Hygienestandard entsprechen sowie eine Verbesserung der (Wild)-Parksituation beispielsweise durch Gebührenerhebung oder mehr Stellplätze. Die negative Situation sei wohl ein "Rosenheimer Badesee-Phänomen", wie es Oberbürgermeister Andreas März (CSU) in der Sitzung auf den Punkt brachte - "warum auch immer". Den Happinger Ausee hat es erst im Juni wieder erwischt: Hier haben Unbekannte das gesamte Gelände vermüllt und verwüstet. Fakt ist, dass eine Lösung her soll - möglichst noch diesen Sommer. 

Shuttle-Bus für Badegäste in die Innauen? 

Franz Opperer von den Grünen begrüßte es, dass endlich etwas getan wird: "Gerade beim sehr schlechten Zustand der Toiletten ist dringender Handlungsbedarf notwendig. Reinigungspersonal wäre wichtig, an heißen Sommertagen ist die Situation unerträglich. Zusätzliche Stellplätze zu schaffen, um das Park-Problem zu lösen befürworten wir nicht." Das würde nur noch mehr Verkehr anziehen und die Situation so verschärfen. Man sollte den Badegästen eher nahelegen nicht mit Auto an den See zu fahren, sondern beispielsweise mit einem Badebus, der in Form eines Shuttles zwischen den Seen und dem Stadtgebiet pendeln und nebenbei auch die Verkehrssituation entschärfen könnte. Andere Städte würden hier als Paradebeispiel agieren - warum so ein Pilotprojekt nicht auch in Rosenheim starten

Schloss sich Fraktionskollegin Sonja Gintenreiter noch der Meinung des Fraktionssprechers an ("Mit einem Badebus an den Sonntagen würde wenigstens ein Bus sonntags nach Rosenheim fahren") waren die anderen Mitglieder des Ausschusses eher skeptisch. März gab zu Bedenken, dass es viele Familien gebe, die schwer mit Bade-Gepäck beladen mit ihren Kindern den ganzen Tag am See verbringen und eher das Auto als Transportmittel favorisieren würden als einen Bus. Die Stadt halte mehr Stellplätze und eine aufgeräumte Situation für zielführender als die Gefahr einzugehen, dass sich Familien möglicherweise gar nicht mehr blicken lassen. 

Ihre Meinung ist gefragt: 

Bessere Radlwege statt pendelnder Badebus? 

Herbert Borrmann (CSU) lehnte sich ebenfalls strikt gegen die Einführung eines Busses und sprach sich vielmehr für eine Verbesserung und einen Ausbau der Radwege zu den Seen aus. Er könne sich eine Art Gesamtkonzept für den Seebereich vorstellen, das auch die Sauberkeit in Toiletten und die Eliminierung des Müllproblems beinhalte. Auch ein Sicherheitsdienst sollte einbezogen werden. Allgemein erwarte er jedoch von den Jugendlichen Anstand und Verantwortung, um hier eine gewisse Ordnung hinzubekommen: "Ich habe kein Verständnis dafür, wenn die Leute am Samstag feiern und am Sonntag traut sich vor lauter Schmutz und Dreck keiner mehr an den See." 

Ins selbe Horn blies auch Andreas Kohlberger (AfD): Er könne sich nicht vorstellen, dass eine Mutter mit Liege und Badezeug und Kind lieber in einen Bus steigt als das Auto nimmt. Er befürwortete den Vorschlag die Radlwege zu verbessern. Für Abuzar Erdogan (SPD) ist die Parkplatzsituation vor allem beim Happinger See "unerträglich", die Gäste würden bis zur Bahnschranke parken, hier müsse die Stadt dringend "einen Riegel vorschieben". "Es kann nicht sein, dass da alles blockiert ist und Flächen wahllos zugeparkt werden. Der Gedanke der Parkraumbewirtschaftung ist zwar hart aber anders geht es eben nicht."

Sicherheitsdienst für Sanitäranlagen

Robert Multrus (Freie Wähler/UP) glaubt, dass mit einer Parkraumbewirtschaftung der Verkehr besser abgewickelt werden könne und Rettungswege so frei bleiben würden. Zudem würde sich die Situation für Anlieger besser gestalten, wenn Wildparker wegfielen. Zur Toilettensituation erklärte Multrus: "Wir sind schon immer der Ansicht, dass man den Pächter des Kiosks nicht alleine lassen kann und die Stadt selber aktiv werden werden muss. Es gibt Unternehmen, die ordentliche Container aufstellen um das Chaos zu beherrschen - das muss aber auch kontrolliert und überwacht werden von Sicherheitskräften. Wenn die Leute nach dem Feiern ihren Müll wieder mitnehmen - wie es auch in den Bergen immer wieder gefordert wird, wäre das Alles keine Diskussion wert." 

Am Ende sprachen sich die Mitglieder für eine Verbesserung der Toilettensituation aus. Man werde in dem Zusammenhang prüfen, welche Kosten bei der Anschaffung eines Containers auf die Stadt zukommen würden. Bei der Abstimmung zur Parkraumbewirtschaftung beispielsweise durch einen Parkautomaten legten die Grünen ein Veto ein: Mit einer Gegenstimme stimmten die Ausschussmitglieder allgemein für eine Parkraumbewirtschaftung, mit drei Gegenstimmen für eine Parkraumbewirtschaftung und zusätzliche Stellplätze. 

mb

Kommentare