Deutlich mehr Masernkranke in Rosenheim

Rosenheim/Landkreis - Die Masern-Welle machte 2013 auch vor Stadt und Landkreis nicht halt: Im letzten Jahr wurden 27 Fälle bekannt. 2012 war es dagegen nur zwei.

Die Krankheit Masern beginnt ähnlich wie eine angehende Erkältung: Zuerst kommt das Fieber, hinzukommen oft Bindehautentzündung, Husten und Schnupfen. Doch innerhalb weniger Tage breitet sich dann der Masernausschlag häufig beginnend hinter den Ohren bis über den ganzen Körper aus. Erkrankte sind nach Einschätzung der Mediziner fünf Tage vor bis vier Tage nach Auftreten des Hautausschlags ansteckend.

In Stadt und Landkreis Rosenheim wurden laut Statistik des Robert-Koch-Instituts insgesamt 27 Masern-Erkrankungen für das vergangene Jahr gemeldet. „Im Vergleich zum Vorjahr ein rasanter Anstieg“, so Klaus Kamitz, Regionalgeschäftsführer der IKK classic für Oberbayern. In 2012 gab es nur zwei Fälle.

Seit Anfang April letzten Jahres häuften sich die Erkrankungsfälle in Bayern, davor waren Masern-Fälle nur sporadisch aufgetreten. „Die meisten Ansteckungen im Kreis Rosenheim waren im 3. Quartal 2013 zu beobachten. Von Juli bis September wurden 19 Neuerkrankungen registriert“, so Kamitz weiter. Es gilt also auch für diesen Landkreis eine weitere Ausbreitung dieser Infektion in Zukunft zu vermeiden. Masern sind extrem ansteckend. Die Viren werden ganz leicht von Mensch zu Mensch zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen (Tröpfcheninfektion).

„Der beste Schutz gegen eine Infektion ist die Impfung“, rät Klaus Kamitz. Auch das Robert-Koch-Institut empfiehlt eine erste Impfung für Kleinkinder im Alter von elf bis 14 Monaten. Zum Einsatz kommt dabei ein Kombinationsimpfstoff (MMR), der gleich drei Krankheiten bekämpft: Masern, Mumps und Röteln. Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres des Kindes sollte die zweite MMR-Impfung erfolgt sein. 41 Prozent der im letzten Jahr an Masern Erkrankten in Bayern waren über 20 Jahre alt. Deshalb rät Kamitz: „Gerade Jugendliche mit Lücken im Impfschutz und Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden, sollten ihren Schutz überprüfen und auffrischen lassen. Die Kosten tragen in der Regel die Krankenkassen.“ Nur so können in Zukunft Infektionsketten rechtzeitig unterbrochen werden.

Übrigens: Das Robert-Koch-Institut vermutet, dass die gehäuften Fälle von Masern-Erkrankungen mit einer internationalen Messe in Berlin Anfang Februar letzten Jahres im Zusammenhang standen. Viele Reisemediziner warnen vor einem zusätzlichen Masern-Import aus dem Ausland. Auch in vielen europäischen Urlaubsregionen, allen voran Italien, Spanien und Frankreich, kommt es immer wieder zu Masernausbrüchen. In Deutschland ereignen sich alle zwei bis drei Jahre größere Ausbrüche. „Bei allen Überlegungen für oder gegen eine Impfung sollte bedacht werden, dass es sich bei einer Masern-Erkrankung um keine harmlose Kinderkrankheit handelt. Bei einer Impfung geht es auch darum, eine Ausbreitung der Krankheit einzudämmen - und eine Ansteckung von Menschen zu verhindern, die sich selbst wegen Immundefekten oder einer Behandlung mit starken Medikamenten nicht impfen lassen können“, betont Kamitz.

Pressemeldung IKK Classic

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