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Anklage wegen Raubes

Rosenheimer (41) entreißt Bruckmühlerin (35) sein eigenes iPhone – und steht dafür vor Gericht

Weil er einer Frau ein iPhone weggenommen hatte, musste sich ein Rosenheimer (41) jetzt vor Gericht verantworten. dpa
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Weil er einer Frau ein iPhone weggenommen hatte, musste sich ein Rosenheimer (41) jetzt vor Gericht verantworten. dpa

Weil er der Mutter seiner Kinder ein Smartphone entrissen hatte, musste sich jetzt ein 41-jähriger Mann vor dem Rosenheimer Schöffengericht verantworten. Kurios: Es war das eigene iPhone, dass er der Frau vorher geliehen hatte.

Rosenheim/Bruckmühl – Anfang Mai vergangenen Jahres bat die 35-jährige Mutter den Angeklagten und Vater (41) ihrer Kinder aus Rosenheim um ein Smartphone, weil ihres kaputt sei und sie bei einer Freundin für die Kinder erreichbar sein wolle. Der übergab der Bruckmühlerin sein Reserve-iPhone, allerdings ohne ihr das zu schenken, sondern, wie sie auch vor Gericht eingestand, leihweise.

Als sich später herausstellte, dass sie nicht mit einer Freundin, sondern mit einem neuen Freund unterwegs gewesen war, forderte er das Smartphon wutentbrannt zurück. Als sie sich weigerte, entriss er ihr das Telefon, um es ihr kurz darauf zurückzugeben, damit sie Gelegenheit habe, ihre Daten zu entfernen. Als das geschehen war, händigte sie ihm das Gerät anstandslos wieder aus.

Zwei Wochen später erstattete sie deswegen Anzeige, woraufhin sich für die Staatsanwaltschaft der Tatbestand des Raubes darstellte. So lautete auch die Anklage. Allerdings stellte sich im Laufe der Verhandlung heraus, dass es sich hierbei wohl um den Streit um das Verhältnis zu den gemeinsamen Kindern handelte. Weder war eine echte „Gewalteinwirkung“, noch die Wegnahme von Eigentum der 35-Jährigen nachzuweisen.

Die Einstellung des Verfahrens erfolgt dennoch nicht, da die Auseinandersetzung in offener Bewährung des 41-jährigen Angeklagten aus Rosenheim stattgefunden hatte. Erst im März 2021 war er verurteilt worden, weil er in eine Schlägerei zwischen zwei Familien verwickelt gewesen ist.

Einen Raub schloss er nun zwar aus, doch hielt der Staatsanwalt den Tatbestand einer Körperverletzung und Nötigung nach wie vor für gegeben. Eine Geldstrafe von 3750 Euro hielt er für angemessen. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Markus Frank, erklärte, dass selbst die Frau lediglich von einem „Gefühl der Berührung“ gesprochen habe, von einer Körperverletzung keine Rede sein könne. Er beantragte Freispruch.

Das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richterin Melanie Bartschaft stimmte dem Verteidiger insoweit zu, dass es ebenfalls keine Körperverletzung erkennen konnte. Jedoch stellte die Richterin fest, dass er offenkundig ein Problem damit habe, sein vermeintliches Recht gewaltsam durchsetzen zu wollen. Das zeige seine vorausgegangene Verurteilung.

Das „Entreißen“ des Handys wertete es als Nötigung. Zwar am unteren Rande der Strafbarkeit, jedoch müsse er lernen, vermeintliche oder echte Ansprüche auf dem juristisch korrekten Weg durchzusetzen, erklärte die Richterin dem Angeklagten. Sie verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 1750 Euro.

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