Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Erste Saison auf dem Herbstfest

Gaudi, Ärger, gute Vorsätze: So war die Wiesn-Premiere der Festwirte Heinrichsberger

Blumen und gute Wünsche: Auerbräu-Geschäftsführer Thomas Frank mit dem neuen Festwirts-Ehepaar Carolin und Werner Heinrichsberger junior.
+
Blumen und gute Wünsche: Auerbräu-Geschäftsführer Thomas Frank mit dem neuen Festwirts-Ehepaar Carolin und Werner Heinrichsberger junior.

Für Hundertausende Gäste war‘s die heiß ersehnte Gaudi nach zwei Jahren Corona-Pause. Für einige ein Quell des Ärgers: Es ruckelte beim Neustart des Herbstfest, offenbar vor allem in der Inntalhalle. Gäste berichten von Problemen. Was Auerbräu und die Wirtsfamilie dazu sagen.

Rosenheim - Die Aufgabe war mindestens fordernd: Die Inntalhalle aufs erste Rosenheimer Herbstfest nach der Pandemie vorbereiten, und das in etwas mehr einem guten Vierteljahr - da zeigte sich mancher Fachmann zuvor skeptisch. Zumal sich offenbar viele Servicekräfte in der Corona-Zeit umorientiert hatten und nicht zur Verfügung standen.

Diesen Widerständen zum Trotz nahm die Wirtsfamilie Heinrichsberger aus Aschau die Herausforderung einer Wiesn-Premiere unter schwierigen Umständen an. Diese Premiere ist nach Meinung von Auerbräu und Geschäftsführer Dirk Steinbach insgesamt gelungen. Aus der Sicht einiger Besucher der Inntalhalle war sie jedoch ein Ärgernis.

Gast sieht das Personal im Stich gelassen

Lange Wartezeiten waren das eine. Herbstfestbesucher Markus Bergmann aber hatte Mitleid mit dem Personal. „Was ich heute erlebt habe, ist das Verantwortungsloseste, das ich je gesehen habe“, schrieb er nach einem Wiesn-Besuch an Auerbräu. „Ich empfehle Ihnen dringend, Ihre Personalführung zu überdenken.“

Markus Bergmann wohnt in Bad Aibling und arbeitet nach eigenen Worten als Geschäftsführer einer 5000-Mitarbeiterfirma im Landkreis Günzburg. Wo andere unzufriedene Gäste - Beschwerden gab es nicht nur in der Inntalhalle - eher allgemein bleiben, äußert sich Bergmann im Detail. „Die Kellnerin, die bei uns war, hat sich die Tränen aus dem Gesicht gewischt und ist dann auch offensichtlich gegangen.“ Andere Mitarbeiterinnen seien „unglaublich angespannt“ gewesen und hätten nichtsdestotrotz ihr Bestes versucht. „Wir haben in der Zeit aber nicht ein einziges Mal einen Verantwortlichen gesehen, der sich gekümmert hätte“, schrieb Bergmann.

Ein unerwartetes Wiesn-Debüt

Werner Heinrichsberger junior war beim Herbstfest 2022 der Wirt des Auerbräu-Festzelts. Mit seiner Familie hatte er sich der Herausforderung gestellt. Man wisse von der Beschwerde, habe das im Team besprochen, sagte er auf Anfrage. Bei der nächsten Auflage des Herbstfestes wolle man am Personal ansetzen. Man brauche mehr Personal, „darum werden wir uns kümmern“. Im Übrigen habe er beim Beisammensein nach Abschluss des Herbstfestes keine solche Kritik durch seine Mitarbeiter erlebt.

Die Aufgabe der neuen Wirte in der Inntalhalle war gigantisch gewesen. Der langjährige Wirt Andi Schmidt hatte sich im Mai überraschend zurückgezogen. Um sich neuen Herausforderungen zuzuwenden, so hatten das Schmidt und Auerbräu übereinstimmend vermeldet. Nur eine knappe Frist blieb den Verantwortlichen für die Suche nach einem Nachfolger. Und fündig wurden sie in Aschau im Chiemgau: Die Wirtsfamilie Heinrichsberger erhielt den Zustand. „Wir haben einen Wahnsinnsrespekt“, sagte seinerzeit Werner Heinrichsberger junior zu den OVB-Heimatzeitungen.

Anstrengende Gastlichkeit: Die Inntalhalle beim ersten Herbstfest nach der Corona-Pandemie.

Nur 100 Tage Zeit für die Suche nach Personal

Da waren noch 100 Tage Zeit. Wenig für die Suche nach Personal. Und da zeichnete sich erst ab, wie groß der Fachkräftemangel, wie herausfordernd aber auch die Teuerung sein würden. Aus Sicht von Auerbräu und dem neuen Wirt ist es insgesamt geglückt. Mit der Familie Heinrichsberger habe Auerbräu „echte Partner gefunden, die mit unglaublich viel Herzblut und Engagement diese Mammutaufgabe hervorragend gemeistert“ hätten, heißt es in einer schriftlichen Antwort auf die Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Die Premiere sei „mehr als gelungen“. Man freue sich über die Heinrichsbergers als „dauerhaften Partner“.

Wirtsfamilie freut sich auf längere Zusammenarbeit

Das findet im Wesentlichen auch Werner Heinrichsberger junior. Er verbuche das Fest als Erfolg, sagt er. Bei Zehntausenden Besuchern, bei insgesamt wohl zwischen 110.000 und 130.000 Mahlzeiten, die sein Team während der zurückliegenden zwei Wochen serviert habe, seien unzufriedene Gäste kaum auszuschließen. Beschwerden nehme man gleichwohl „sehr ernst“, auf der anderen Seite bildeten diese Beschwerden aber eben nicht die Gesamtbilanz des Festes ab. Man werde zusehen, wie sich die Partnerschaft zwischen seiner Familie und Auerbräu entwickle. Jedenfalls: „Wir freuen uns auf das nächste Herbstfest.“

Public Viewing in der Inntalhalle

Davor kommt aber noch der „Normalbetrieb“. Man werde die Inntalhalle unter anderem mit Firmen-Events bespielen, sagt Werner Heinrichsberger. Und er will die Fußball-WM nach Rosenheim holen, die von 20. November bis 18. Dezember 2022 in Katar stattfindet. „Mit Biergärten und so weiter wird im Herbst nicht so viel gehen“, sagt er. „Daher wollen wir den Fußball-Fans Public Viewing in der Inntalhalle bieten - mit einem großen Video-Screen.“

Kommentare