Seit wann war die Kostenexplosion bekannt?

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Die Mangfallstraße weist starke Straßenschäden auf.

Rosenheim - Die Bombe platzte erst kurz nach der Wahl, bei der die Mangfallstraße ein Streitthema war. Aufgrund einer Kostenexplosion, wird sich der Ausbau wohl auf 2015 verschieben.

UPDATE 16:25 Uhr

"Seit wann ist der Stadt Rosenheim bekannt, dass sich die Ausschreibungen für den Ausbau der Mangfallstraße derart verteuern?" Diese Frage stellte unsere Redaktion am Vormittag Stadtsprecher Christian Schwalm, der uns eine schriftliche Antwort auf die Frage zusicherte. Am Nachmittag kam diese nun per E-Mail.

Die Antwort von Christian Schwalm im Wortlaut:

„Die Ergebnisse von Ausschreibungen müssen intensiv geprüft und bewertet werden. Die entsprechenden verwaltungs- und wettbewerbsrechtlichen Normen im Rahmen von Ausschreibungsverfahren sind dabei einzuhalten. Diese Prüfungen liefen noch in der vergangenen Woche, sodass die Beschlüsse zur Mangfallstraße nicht wie grundsätzlich üblich mit der Tagesordnung des gestrigen Haupt- und Finanzausschusses verschickt werden konnten sondern, wie in derartigen Fällen ebenfalls geübte Praxis, als sogenannte 'Sternchenbeschlüsse' nachgereicht wurden.“

Erstmeldung am Mittwochmorgen:

Ein baldiger Ausbau der Mangfallstraße in Rosenheim droht zu scheitern. Bei der Ausschreibung der Bauarbeiten wurden Angebote abgegeben, die die Kostenberechnungen der Stadt um rund 50 Prozent überschreiten. Das wurde am Abend in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses bekannt. Die Stadträte beschlossen nun eine Aufhebung der Ausschreibung. Ein Baubeginn noch in diesem Jahr wird dadurch so gut wie unmöglich.

Schuld daran ist offenbar die gute Auftragslage. 12 Firmen hatten die Ausschreibungsunterlagen angefordert, nur vier gaben ein Angebot ab. Nach den günstigsten Angeboten für die beiden Abschnitte der Mangfallstraße belaufen sich die Gesamtkosten auf 2,4 Millionen Euro. Die Stadt war nach ihren Kostenberechnungen gerade mal von gut 1,6 Millionen Euro ausgegangen. Dieser Betrag ist auch im Haushalt für die Sanierung der Straße vorgesehen. Es entstünde also ein Mehrbedarf von knapp 800 000 Euro.

Da diese Mehrkosten zum Teil auch von den Anliegern getragen werden müssten, entschieden die Stadträte mehrheitlich die Ausschreibung aufzuheben. Über Verhandlungen oder über eine neue Ausschreibung soll nun versucht werden, die Kosten zu senken. Ein Baubeginn noch in diesem Jahr wird dadurch allerdings so gut wie unmöglich. Immerhin: die Regierung von Oberbayern, der die Ausbaupläne für die Mangfallstraße noch einmal zur rechtlichen Prüfung vorgelegt worden waren, hat keine Bedenken gegen die Planung mit drei Plateaus und einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h.

Quelle: Radio Charivari

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