Fast zwei Jahre von der Bildfläche verschwunden

Das große Comeback: Rosenheimerin und Fitness-Ikone Sophia Thiel ist zurück

Sophia Thiel Comeback-Video
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Sophia Thiel ist zurück.

Vor 21 Monaten war Sophia Thiel das letzte Mal zu sehen, nun ist sie zurück - „Die WAHRHEIT hinter meiner Auszeit“ (YouTube-Video) teaserte sie bereits Tage zuvor an. Darin erklärt Thiel, was hinter ihrem Verschwinden steckt.

Rosenheim - „Die persönlich schlimmste Situation hat stattgefunden und es war so ein Gefühl, das kann ich nur schwer beschreiben, wie als ob man plötzlich in ein schwarzes Loch ohne Boden fällt.“ Mit diesen Worten startet das Comback-Video der Fitness-Ikone, das seit Sonntag auf YouTube online ist und schon mehr als 1.500.000 Aufrufe hat.

Ihre Auszeit war nie geplant gewesen, aber sie hatte keine andere Wahl zu diesem Zeitpunkt, so Thiel. Es war Ende 2018/Anfang 2019, als die Rosenheimerin zu elf Projekten gleichzeitig nicht „Nein“ sagen konnte und ihre eigenen Grenzen überschritten hatte. Mit guter Tagesplanung, genügend Disziplin und Willensstärke wollte sie das - wie sonst auch - schon irgendwie hinkriegen.

Als es im Frühjahr 2019 dann um die alljährigen Vorbereitungen für die weltgrößte Fitnessmesse FIBO ging, wurden ihr das harte Training und die strenge Diät zum Verhängnis. Sophia offenbart, dass sie und alle um sie herum ratlos gewesen seien. „Ich prügelte meinen Körper dahin, aber er will einfach nicht mehr“, waren ihre frustrierten Gedanken.

Sophia Thiel wollte sich Burnout nicht eingestehen

Das „Worst-Case-Szenario“, als sie die Kontrolle über alles verloren hatte, kam tatsächlich kurzfristig am Abend vor der Messe. Sophia beschrieb ihre persönlich schlimmste Situation auch als „Rock Bottom“. Sie habe weinend in der Hotellobby gesessen, habe sich taub gefühlt. Ihre Fans und ihr Team, die alles mit ihr aufgebaut hatten, taten ihr leid, doch „die richtige Sophia“ konnte sie in dem Moment nicht mehr sein.

Nach ihrer eingeleiteten Auszeit wusste sie erst mal nicht, wie sie damit umgehen sollte. Ratlos und „einfach nur lost“ hatte sie sogar das Problem, sich einzugestehen, dass es eventuell ein Burnout war, weil es sich nicht danach anfühlte. Leere und Taubheit von innen hätten sie aufgelöst trotz der vielen Türen, die zeitgleich für sie offen gestanden sind.

Los Angeles: weg von Problemen und neue Motivation?

Um wieder „wie eine Maschine“ zu funktionieren und ihren Horizont zu erweitern, entschloss sie sich, zum Gold‘s Gym nach Los Angeles (LA) zu fliegen - allein und weit weg von ihren Problemen. „Wenn ich meine Motivation wieder finde, dann nur an diesem Ort“.

Das Ergebnis: In LA ging es ihr noch viel schlimmer als in Deutschland, trotz der wertvollen Erfahrungen, die sie dort innerhalb von drei Monaten sammeln konnte. Sophia hatte in ihrer „dunkelsten Zeit“ in den Tag hineingelebt und sich gefragt, wann und wie sie denn am glücklichsten in ihrem Leben war.

Sie stellt fest, dass sie die „krasseste Schwarz-Weiß-Denkerin“ wäre, die entweder 100 Prozent oder gar nichts gibt. Dies spiegelt sich auch in ihrer vergangenen Lebensweise wider. Um das „homogene Graue“ in der Mitte zu finden, hat sie in Amerika also wieder versucht, Vollgas zu geben.

In Deutschland verfiel sie wieder in ihre gewohnten Muster

Zurück in Deutschland ist sie dann schnell wieder in alte Muster zurückgefallen und hat frühere Trainings- und Ernährungspläne befolgt, die leider nur phasenweise und kurzfristig funktioniert haben. Viele Fans hätten wohl auch ihre Außendarstellung hinterfragt, dass sie doch überhaupt nicht so leben würde, wie sie es vorzeige.

Aus ihrer Vergangenheit und ihrem Werdegang wird schnell klar, dass Thiel schon immer die Grundvoraussetzungen hatte, schnell mal in ein tiefes Loch zu fallen, „auch zum Thema Selbstwert“. Sie stellt fest: „Je höher ich in Form war (...), desto höher war die Rechnung, die ich dafür zahlen musste“

Gegen Ende 2019 wiederholte sich der Rückschlag und die einstige Fitness-Ikone verspürte eine Mischung aus Hilflosigkeit, Frustration und Ratlosigkeit. Um mit sich selbst in Einklang zu kommen, startete sie erneut mit Fitnessprogrammen und trat mit anderen in den Austausch.

Tickende Uhr für Social-Media-Comeback bringt Flashback

Im Hintergrund jedoch tickte ständig die Uhr, bald wieder online gehen zu müssen. „Ich kann nicht zurückkommen, wenn ich nicht so und so aussehe“, sagte sie zu ihrer „Story of Social-Media-Life“. Alle Ziele, die sie sich für ihr Comeback gesetzt hatte, schlugen fehl. Sie hatte sogar vor einem Jahr bereits ein Video für ihre Rückkehr geplant und gedreht gehabt, doch das lieferte ihr einen Flashback zum „Rock-Bottom-Moment“.

Und obwohl Corona auch ihr eine „saftige Schelle verpasst“ hatte, in der sie ihr Sicherheitssystem nicht ausführen konnte, zu dem das regelmäßige Training, eine ausgewogene Ernährung und die Routine gehörten, ging es seit dem Sommer 2020 bergauf.

Es hätten sich Veränderungen eingestellt, für die sie heute sehr dankbar sei. Die Normalität sei trotz Lockdown wieder eingekehrt und sie habe den Draht zu sich selbst wiedergefunden. Ihr Körper, ihre Muskeln und ihr Gewicht sowie ihre Rolle auf Social-Media stehen seither nicht mehr im Vordergrund und das seien unter anderem wichtige Schritte, um aus dem Schwarz-Weiß-Denken rauszukommen.

Auch die Familie, altbekannte Freunde und „jemand Neues in ihrem Leben“ sind für ihren Heilungsprozess entscheidend gewesen. Jedenfalls war es immer eine Absicht und gewollt, nicht konkret zu sein. Dies möchte sie in Zukunft verändern.

Wie auch in der Vergangenheit, bevor sie sich am 23. Mai 2019 zum letzten Mal meldete, freut sie sich, ihre 1,2 Millionen Follower auf Instagram und YouTube wieder mitzunehmen um zu „zeigen, dass Fitness und gesunde Ernährung toll sind“.

ms

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