Lockdown-Ideen

Rosenheims Escape-Room Betreiber sorgen mit Online-Angebot für Abwechslung

Bewahren sich ihre gute Laune trotz Lockdowns (von links): die Rosenheimer Escape-Room-Betreiber Sascha Müller und Thomas Niedermaier.
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Bewahren sich ihre gute Laune trotz Lockdowns (von links): die Rosenheimer Escape-Room-Betreiber Sascha Müller und Thomas Niedermaier.

Seit November muss auch der Rosenheimer Escape-Room geschlossen bleiben. Seine Betreiber halten ihre Fans mit Online-Angeboten bei der Stange. Doch richtig Laune macht das nicht.

Rosenheim – Es herrscht Besucherflaute, und am Schluss will nicht einmal die Lampe angehen. Thomas Niedermaier und Sascha Müller leben seit Wochen von Galgenhumor. Die Betreiber des Rosenheimer Escape-Rooms „Am Essbaum“ sind seit 2017 im Geschäft, brennen für ihr Hobby, dass sie zum Beruf gemacht haben.

Und nun: nichts, nada, nothing. Dass sie zum Lockdown ebenso schließen mussten wie die Kinos, die Theater und die Kneipen ist nichts Neues. Dass die beiden sich dennoch einigermaßen bei Laune halten schon. Irgendwie geht es schon weiter, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Angebot deckt keine Fixkosten

Bei Laune halten Niedermaier und Müller auch ihre Fans mit drei Online-Escape-Rooms: „Lost Christmas“, „Ausgangssperre“ und „Diamantenfieber“. Rund 30 Euro kostet eine solche Kampagne für sechs Personen an verschiedenen Standorten vor dem Bildschirm. Kein wirklicher Ersatz, wie beide finden, doch zumindest etwas.

Auch hier gibt es ein Rätsel zu lösen, wenngleich nur über Recherchen im Netz: Die Teilnehmer müssen sich durch PDF-Dokumente genauso wühlen wie durch Webseiten oder Videos. Jedoch: „Es deckt halt keine Fixkosten“, klagt Müller. „Aber man muss ja im Gespräch bleiben“, sagt der 33-Jährige.

Andere Konzepte nicht denkbar

Andere Konzepte, wie sie in der Szene unter anderem getestet werden, kann sich Müller hingegen nicht vorstellen: Dass er und Thomas Niedermaier in die Rolle menschlicher Avatare schlüpfen, und vom Nutzer am Bildschirm zu Hause gesteuert werden. „Das zerstört auch ein wenig den Gedanken, den wir mit dem Escape-Room verfolgen.

Denn du erlebst in diesem Raum eine Geschichte“, begründet der studierte Betriebswirt, warum sie mit dieser Idee nicht warm werden. Die Kälte, die Gerüche – dass alles lasse sich virtuell schlicht und ergreifend nicht transportieren.

Mit seinem 34-jährigen Mitstreiter Niedermaier hat er sich mit dem Rosenheimer Escape-Room einen Traum verwirklicht. Dabei könnten die beiden gegensätzlicher nicht sein: Während die Worte aus dem Lockenkopf Müller geradezu heraussprudeln, gibt sich der bärtige Niedermaier eher still.

Gute Miene zum bösen Spiel

Vielleicht ist es gerade dieser Gegensatz, der den Eindruck erweckt: Die passen zusammen - wie „Arsch auf Eimer“. Neben dem gleichen Hang zum launigen Humor teilen sie selbstredend die Leidenschaft für ihren Escape-Room.

Ihr derzeitige Rauminstallation gibt ein dystopisches Endzeitszenario wieder, durch das sich die Spieler kämpfen müssen. Wenn sie denn dürften.

So bleibt für beide nur gute Miene zum bösen Spiel machen. Denn auch wenn ihnen der Vermieter bei ihren Verbindlichkeiten entgegengekommen ist:

Staatshilfen kommen zu spät

Die versprochenen Staatshilfen kamen spät – mit drei Monaten Verzögerung. Und im Blick auf mögliche Öffnungen sind sich Müller und Niedermaier relativ sicher, dass sie dann genauso wenig in der ersten Reihe stehen werden wie Theater oder Kinos. Für März oder April zumindest sehen sie noch kein Licht am Ende des Tunnels.

„Wenn man ganz optimistisch ist, dürfen wir irgendwann nach Ostern öffnen.“ Zumal ihre Hauptsaison, wenn man das so sagen kann, in der kalten Jahreszeit liegt. Dann, wenn die Sonne niemanden in die Biergärten lockt. Es droht ein weiteres Jahr Besucherflaute.

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