Das Unmögliche möglich machen

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ganz links: Franz Hagenauer und Maria Noichl MdL ganz rechts: Josef Huber, stellvertr. Landrat und Harald Neubauer, Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim

Rosenheim - Die Agentur für Arbeit ehrte Jugendliche, die trotz schwieriger Startbedingungen, erfolgreich eine Ausbildung abgeschlossen haben.

In Rosenheim fand im Hans-Schuster-Haus eine außergewöhnliche Abschlussfeier statt. Außergewöhnlich deshalb, weil 53 Auszubildende, die eine nicht gerade einfache Startposition hatten, erfolgreich ihren Berufsabschluss gemacht haben.

Den anwesenden Jugendlichen wurden in einem feierlichen Rahmen – untermalt von Celloklängen durch Franziska Hagenauer, Schülerin am Ignaz-Günther-Gymnasium und ihrem Musiklehrer Steinkühler – Buchpreise und Urkunden von der Agentur für Arbeit überreicht. Sie alle besuchten in der Regel vor ihrem Start in die Ausbildung eine Förderschule.

Nach einem Berufsvorbereitungsjahr oder einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme haben alle bei einem Bildungsträger vor Ort (Diakonie, junge arbeit, bfz Rosenheim, Isar-Winkler-Werkstätten Bad Tölz) eine begleitete Ausbildung aufgenommen. Der Großteil von ihnen in direkter Kooperation mit einem Betrieb. Bei den Anderen fungierte der Bildungsträger gleichzeitig als Ausbildungsbetrieb. Bei all diesen Jugendlichen, wurde eine Einschränkung in der Lernfähigkeit diagnostiziert, so dass sie im Rahmen der beruflichen Rehabilitation (Ersteingliederung) von der Agentur für Arbeit gefördert wurden. Die meisten haben während der Ausbildung die Förderberufsschule Traunreut besucht und konnten so gezielt unterstützt werden.

Harald Neubauer, Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim, bedankte sich eingangs für die Professionalität und die hervorragende Zusammenarbeit mit den anwesenden Bildungsträgern, die die Jugendlichen intensiv begleitet oder sogar direkt ausgebildet haben. Nur so sei überhaupt erst die Chance zu einem Berufsabschluss ermöglicht worden. Neubauer an die Gäste gerichtet: „Die Leistung der Jugendlichen ist besonders zu betonen, weil die Berufsabschlüsse trotz "Förderschulkarriere" oder anderweitig begründeter schlechter Startchancen erreicht wurden. Diese Jugendlichen hier sind der Beweis dafür, dass sich Engagement und Leistung lohnen! Die Veranstaltung heute soll ein Signal an Jugendliche und Eltern sein, die in einer ähnlichen Situation sind. Sie soll Mut machen, dass man es schaffen und auch eine vernünftige Beschäftigung finden kann. Denn bereits jetzt, also kurz nach der Abschlussprüfung, haben viele der Absolventen bereits eine Beschäftigung in Aussicht und für die Anderen stehen die Chancen nicht schlecht bald einen geeigneten Arbeitsplatz aufnehmen zu können.“

Der Agenturleiter weiter: „Gleichzeitig möchte ich mich an die Unternehmen wenden und meinen Dank den anwesenden Ausbildern aussprechen, weil sie den jungen Menschen eine Chance gegeben haben. An diesen Positivbeispielen wird deutlich, dass trotz schulischer Einschränkungen eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen werden kann und damit dem Unternehmen Fachkräfte zur Verfügung stehen. Die Ausbildung lohnt sich also nicht nur im Hinblick auf die Zukunft der Jugend, sondern dient auch dazu, die Fachkräftelücke – zumindest teilweise – zu schließen.“

Die Oberbürgermeisterin der Stadt Rosenheim, Gabriele Bauer und Josef Huber, in Vertretung des Rosenheimer Landrates, waren sich einig, dass die Ausbildung gerade für diese Jugendlichen eine große Herausforderung war, die sie aber gut gemeistert haben. Bauer: „Mag sein, dass Sie Ihr Ziel erst auf Umwegen erreicht haben. Doch eins ist klar: Wer nicht gleich die Flinte ins Korn wirft, sondern konsequent seine realistischen Ziele verfolgt, wird diese auch erreichen!“ Huber ergänzte. „Für diese jungen Menschen hier war das Erreichen des Berufsabschlusses vielleicht schwieriger als für einen anderen das Abitur.“ Er verglich die Jugendlichen mit der deutschen Fußballnationalmannschaft, der man anfangs auch wenig zutraute und die – entgegen der Erwartungen – durch Einsatz, Fleiß und Teamgeist und natürlich dem richtigen Coach, einen hervorragenden 3. Platz erreichte.

Franz Hagenauer, zuständiger Teamleiter in der Agentur für Arbeit stellte beispielhaft vier der Jugendlichen (Leon Thurner, Nadine Keiderling, Ramona Hotter, Wolfgang de Biasio) persönlich vor. Sie nahmen bereitwillig Stellung zu den Fragen: Wie habt ihr Euch für den Beruf entschieden? Was war besonders schwierig für Euch und wer oder was hat Euch geholfen die Schwierigkeiten zu überwinden? Was sind Eure Pläne für die Zukunft? Alle überzeugten durch ihren Mut, ihr Selbstbewusstsein und die positive Sicht auf ihre berufliche Zukunft. Hagenauer an die Firmenvertreter gewandt: „Gerade den Meistern, Gesellen und Gehilfen in den Firmen, die die praktische Ausbildung übernommen hatten, gilt es besonders zu danken. Sie sind es, die mit viel Geduld, Mühe und überdurchschnittlichem Engagement die Jugendlichen an den Berufsabschluss heranführen.“

Bei der anschließenden Urkundenverleihung wurden vier Buchpreise an die Jugendlichen Miriam Nabou, Susanne Lux, Benjamin Heß, Sabine Ramm vergeben, die ein besonders großes Durchhaltevermögen an den Tag gelegt hatten. Auf humorvolle Weise schilderten die Ausbilder, welche Hürden im Laufe der Ausbildung in dem einen oder anderen Fall noch zu nehmen waren. Und trotzdem haben alle die Ausbildung durchgezogen und das mit Erfolg! Das macht Mut für die Zukunft und für Jugendliche in ähnlichen Situationen.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

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