Schmutzwasser bis zu den Waden

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Diese Pumpen sollen das Wasser aus dem Mischwasserkanal während der Bauzeit des Stauraumkanals über eine Hebeleitung abtransportieren. Anfang Mai versagten sie, und das Wasser lief in die Keller.

Rosenheim - Gut 20 Zentimeter hoch stand das Wasser Anfang Mai in acht Kellern an der Hochfellnstraße. Nun ist man auf der Suche nach dem Schuldigen.

An einer Baustelle der Stadtentwässerung waren Pumpen ausgefallen, und ein ausgeklügeltes Alarmierungssystem hatte nicht funktioniert.

Der neue Stauraumkanal mit Regenüberlaufbecken soll dafür sorgen, dass bei heftigen Regenfällen das Wasser zwischengespeichert wird und gedrosselt zur Kläranlage läuft. Auf diese Weise gelangt bei plötzlichem großen Wasseraufkommen weniger ungeklärtes häusliches Abwasser in die Mangfall. Die Stadtentwässerung reagiert damit auf verschärfte gesetzliche Bestimmungen.

Über eine Hebeleitung wird das Kanalwasser während der Bauarbeiten normalerweise ordnungsgemäß abgeleitet. An dem betreffenden Tag sind jedoch die Pumpen ausgefallen oder sie arbeiteten nicht richtig. Was wirklilch passiert ist, muss noch geklärt werden. Jedenfalls lief das Regenwasser, gemischt mit Abwasser, in die benachbarten Grundstücke und vor allem auch in acht Keller. Dort stand es bis zu den Waden, gut 20 Zentimeter hoch und zerstörte einiges, was die Hausbewohner im Keller eingebaut oder gelagert hatten. Die Feuerwehr musste anrücken und die Keller leerpumpen. Zurück blieben Feuchtigkeit und ein äußerst unangenehmer Geruch. Die Stadtentwässerung beauftragte danach Spezialfirmen mit dem Aufstellen von Trocknern.

"Es tut uns sehr leid, selbstverständlich wird der Schaden ersetzt", versichert Werner Willeitner, Leiter der Stadtentwässerung. Derzeit ist noch zu untersuchen, welche Versicherung dafür einspringen muss. Bei der Stadtentwässerung geht man davon aus, dass der Schadenersatz über die Baufirma abzuwickeln ist.

Sollte es bis zum Abschluss der Arbeiten im Juli noch einmal derart heftig regnen, haben die Anwohner sicher kein gutes Gefühl dabei. Willeitner ist jedoch überzeugt, dass die Keller trocken bleiben. Das Alarmsystem per Mobiltelefon sei noch einmal verbessert worden: "Und wenn tatsächllich noch einmal Wasser austreten sollte, fluten wir die Baustelle. Dann haben nicht die Anlieger den Schaden, sondern wir."

Oberbayerisches Volksblatt

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