Schulbegin im Drei-Stufen-Plan in Stadt und Landkreis Rosenheim während Corona

Schulamtsleiter: „Wir brauchen nicht darüber reden, dass es besser wäre ohne Maske, aber...“

Edgar Müller, Direktor des staatlichen Schulamtes Rosenheim
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Edgar Müller, Direktor des staatlichen Schulamtes Rosenheim.

Rosenheim/Landkreis Rosenheim - Das staatliche Schulamt Rosenheim informierte am Donnerstag, 3. September, über den Schulbeginn an den Grund- und Mittelschulen in Stadt und Landkreis. Vor allem die Corona-Regeln waren Thema.

„Der 37-Seiten lange Hygieneplan zu den Corona-Maßnahmen ist gerade angekommen“, verkündete Rosenheims Schulamtsdirektor Edgar Müller bei einem Pressegespräch am Donnerstagvormittag in Rosenheim. „Der generelle Unterrichtsbetrieb soll ein Pr��senzbetrieb sein und immer in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen nach einem Drei-Stufen-Plan laufen, der sich an den Werten der Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis bzw. der Stadt orientiert." Müller spricht hier für alle Grund- und Mittelschulen in Stadt und Landkreis Rosenheim.

So wird der Unterricht an Rosenheims Schulen während der Corona-Pandemie laufen

Dieser Drei-Stiuen-Plan sieht Folgendes vor:

  • Stufe 1 (<35 Sieben-Tages-Inzidenz): Regelbetrieb unter Beachtung des Hygieneplans; Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) muss auf dem gesamten Schulgelände getragen werden. Im Klassenzimmer am Arbeitsplatz muss keine MNB getragen werden.
  • Stufe 2 (35 - <50 Sieben-Tages-Inzidenz): Zusätzlich zu Stufe 1 muss ab Jahrgangsstufe fünf auch am Sitzplatz eine MNB getragen werden
  • Stufe 3 (ab 50 Sieben-Tages-Inzidenz): Es gilt ein Mindestabstand von 1,50 Metern im Klassenzimmer. In der Regel findet ein Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht statt. MNB muss in allen Jahrgangsstufen getragen werden.

Müller betont dabei: „Letztendlich entscheidet aber das Gesundheitsamt Rosenheim über die jeweilige Stufe in Abstimmung mit dem Schulamt Rosenheim und kann damit auf die örtlichen Gegebenheiten reagieren.“ Die Verantwortlichen treffen sich einmal wöchentlich zur Absprache. „Sofern das Gesundheitsamt Rosenheim aus Gründen des Infektionsschutzes Verschärfungen der Regeln im Einzelfall für erforderlich hält, ist dies aber selbstverständlich auch möglich“, weiß der Schulamtsdirektor.

Aktuell geplanter Schulbetrieb zum Beginn des Schuljahres

Am 8. September beginnt die Schule wieder und sofern sich bis dahin nichts grundlegend ändert, kehren die Klassen auf Grundlage des detaillierten Hygiene-Plans in den Regelbetrieb zurück. Grundsätzlich ist dabei das Tragen einer MNB auf dem Schulgelände verpflichtend, außer die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sitzen am Arbeitsplatz. Zudem müssen alle die ersten neun Tage nach Schulbeginn auch am Arbeitsplatz eine MNB tragen. „Wir brauchen nicht darüber reden, dass es besser wäre ohne Maske, aber das ist immer eine Abwägungssache hinsichtlich des Risikos“, sagt Müller zur Maskenpflicht. „Es ist sicherlich machbar und ich gehe davon aus, dass das Kultusministerium zusammen mit Fachleuten richtig entschieden hat.“

Jede Schule erarbeitet bis zum Schuljahresbeginn Konzepte aus für Schüler, die ein Attest besitzen und daher keine MNB tragen dürfen. Wenn in einer Klasse ein Coronafall auftreten sollte, dann muss die gesamte Klasse für 14 Tage in Quarantäne. Sollte ein Lehrer positiv getestet werden, entscheidet das Gesundheitsamt über die Quarantänemaßnahmen der Klassen, die dieser Lehrer unterrichtete.

Mobile Reserve und Reihentestungen

Lehrer können vom Präsenzunterricht entbunden werden, wenn sie ein Attest vorweisen, das maximal drei Monate gültig ist, etwa wenn sie Risikopatienten sind. Das heißt aber nicht, dass sie für die gesamte Zeit krank geschrieben sind, sondern diese Lehrkräfte müssen dann von zuhause aus arbeiten. Beispielsweise bei der Fernbeschulung von Kindern, die ebenfalls nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können. Zudem haben alle Lehrkräfte und sonstiges an Schulen tätige Personal die Möglichkeit sich im Zeitraum vom 24. August bis 18. September freiwillig testen zu lassen.

In Stadt und Landkreis gibt es außerdem 95 „Mobile Reserven“. Das sind Lehrkräfte, die zur Vertretung erkrankter oder nicht einsatzfähiger Lehrer eingesetzt werden. Insgesamt sind rund 1.500 Lehrkräfte im Einsatz, 40 davon können derzeit nicht unterrichten und werden durch die Mobile Reserve ersetzt.

jb

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