Der Preis für soziales Engagement

Friedrich Gerlmaier erhält Sozialpreis 2014

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Von links: Preisträger Friedrich Gerlmaier mit Landrat Wolfgang Berthaler.

Rosenheim - Zum 13. Mal wurde nun schon der Sozialpreis des Landkreises verliehen, heuer an Friedrich Gerlmaier, der sich durch großartiges Engagement im Bereich der Blindenarbeit auszeichnet.

Seit 1999 wird der Sozialpreis des Landkreises Rosenheim als sichtbares, äußeres Zeichen des Dankes an Personen mit einem besonderen, sozialen Engagement verliehen. Dieses Jahr ging der Preis an Friedrich Gerlmaier aus Bad Aibling, den Landrat Wolfgang Berthaler als einen sehr umtriebigen, lebensfrohen und aktiven Menschen beschrieb.

Mit 20 Jahren verlor der leidenschaftliche Eishockeyspieler sein Sehvermögen. Doch trotz dieses schweren Schicksalsschlages gab er sich und sein Leben nicht auf. Im Gegenteil: Der Besuch eines Reha-Zentrums sei für ihn ein Schlüsselerlebnis gewesen und dadurch fasste er den Mut, aktiv mitzuhelfen. Seit 1973 ist Gerlmaier deshalb Bezirksgruppenleiter des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes. Dort engagierte er sich immer tatkräftig, organisierte viele Stammtische und sorgte für eine Bereitstellung von Beratungsräumen. Doch auch seine große Leidenschaft, der Sport, kam bei ihm trotz seiner Sehbehinderung nie zu kurz: Durch ihn wanderten Blindengruppen auf die Berge, er ging Skifahren, Langlaufen und er wagte sich sogar auf ein Tandemsnowboard.

Viele eindrucksvolle Projekte

Außerdem stellte der humorvolle 71-Jährige durch seine Zusammenarbeit mit der Stadt Rosenheim als Blinden- und Sehbehindertenberater eine Menge eindrucksvoller Projekte auf die Beine, wie zum Beispiel das „Dunkelcafé“ im Kurhaus in Bad Aibling und den „Duft- und Tastgarten“ im dazugehörigen Kurpark. Selbst auf der Landesgartenschau in Rosenheim fand man das von ihm erdachte „Alpentastmodell“, welches nicht nur den blinden Besuchern die Form der bayerischen Alpen näher brachte.

Der "heimliche Ampelkönig"

Sogar als „heimlichen Ampelkönig“ bezeichnete der Laudator Christian Seuß, Landesgeschäftsführer des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes, den Preisträger. Und das zu Recht: Friedrich Gerlmaier forderte immer wieder Politiker auf, ihm blind durch die Stadt zu folgen, um am eigenen Leib festzustellen, wie gefährlich der Straßenverkehr für behinderte Personen ist. Mit Erfolg: Mehr und mehr Ampeln werden umgerüstet und nun ertönt von ihnen ein akustisches Signal, wenn sie umschalten. Auch den Rosenheimer Bahnhof gestaltete er mit. Die Leitstreifen in der Unterführung helfen blinden Menschen nun, das richtige Gleis zu finden: „Der Bahnhof ist jetzt optimal für Sehbehinderte“, so Gerlmaier.

Zum Abschluss der Zeremonie im Landratsamt Rosenheim bedankte sich der Preisträger bei seiner Frau Ursula, die für die ehrenamtliche Arbeit sogar ihre Anstellung in einer Rheuma-Klinik aufgab. Und auch wenn Friedrich Gerlmaier nun seinen Posten als Bezirksgruppenleiter des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes abgibt, wird man hoffentlich noch viele weitere frohe Botschaften von ihm zu hören bekommen.

Friedrich Gerlmaier erhält Sozialpreis 2014

mbu

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