SPD-Antrag zu Gratis-Masken an Rosenheimer Schulen abgelehnt

OB März: „Wir verteilen auch keine Vitamin-C-Tabletten im Herbst“

Kind in Schule mit Maske
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Die Rosenheimer SPD-Stadtratsfraktion beantragte, dass die Stadt allen Schulen die für den Schulbetrieb im Schuljahr 2020/21 notwendigen Masken kostenfrei zur Verfügung stellt.

Rosenheim - In einem Antrag machte sich die SPD-Stadtratsfraktion für die Bereitstellung von Masken an Schulen stark. Dieser Antrag wurde in der jüngsten Haupt- und Finanzausschusssitzung behandelt.

Die Stadt Rosenheim soll als Sachaufwandsträger allen Schulen die für den Schulbetrieb im Schuljahr 2020/21 notwendigen Masken kostenfrei zur Verfügung stellen. Das forderte die SPD-Stadtratsfraktion in einem Antrag, der am Dienstagabend, 22. September im Rosenheimer Haupt- und Finanzauuschuss behandelt wurde. Das Gremium lehnte den Antrag fast einstimmig ab. Nur Antragsteller und SPD-Fraktionsvorsitzender Abuzar Erdogan war dafür.

Stadt stellt keine Masken für Schüler in Rosenheim bereit - „Wer jetzt noch keine Maske hat, bei dem stimmt daheim etwas nicht

Als Begründung für die Beschaffung der Masken an Schulen gibt die Fraktion an: „Die allgemeine Maskenpflicht im Schulbetrieb stellt für die durch die Pandemie ohnehin belasteten Schülerinnen und Schüler eine zusätzliche Beeinträchtigung im Lernalltag dar“, heißt es in dem Antrag. An dieser Maskenpflicht könne die Stadt Rosenheim aufgrund des ihr zustehenden rechtlichen Spielraums nichts ändern. „Sie kann allerdings als Sachaufwandsträger den SchülerInnen, dem Lehr- und Verwaltungspersonal und insbesondere den Eltern dadurch entgegenkommen, in dem sie ausreichend Masken (vorzugsweise durchsichtig) kostenfrei zur Verfügung stellt“ so die Begründung weiter.

Oberbürgermeister Andreas März merkte in der Sitzung hierzu an: „Wir befinden uns mittlerweile seit einem halben Jahr in der Pandemie. Wer jetzt noch keine Masken hat, bei dem stimmt daheim etwas nicht.“ Es sei nicht die Aufgabe der Stadt, Masken für Schüler zur Verfügung zu stellen, weil „wir verteilen auch keine Vitamin-C-Tabletten im Herbst“.

Plexiglasscheiben als Alternative?

Erdogan regt im Laufe der Diskussion an, über Plexiglasscheiben nachzudenken, damit die Schüler auf die Masken im Unterricht verzichten können. Er könne nachvollziehen, dass die Eltern sehr verärgert sind.

Oberbürgermeister März erinnerte daran, dass die Schüler im Moment ja nur noch Masken tragen müssen, wenn der Mindestabstand nicht gewährleistet ist. Eine Plexiglasscheibe halte er nicht für sinnvoll, weil die Kinder ja „nicht durch die Scheibe schwatzen“ werden. Stadtrat Peter Rutz (Grüne) fügte hinzu, dass die Kinder sowieso von der Schule eine Maske gestellt bekommen, wenn sie ihre vergessen haben.

Demo gegen Maskenpflicht im Unterricht

Am 19. September gingen in Rosenheim rund 500 Leute gegen die Maskenpflicht im Unterricht auf die Straße. Das Bündnis Rosenheimer Eltern hat zudem einen offenen Brief an das Gesundheitsamt verfasst, in dem sie ihre Forderungen niedergeschrieben haben. Darin zu lesen: Das tragen der Masken würde keine genügende Gewährleistung eines Schutzes gegen Viren bieten. Außerdem seien durch das Tragen der Masken „gravierende“ Nebenwirkungen für die Schüler zu erwarten. Auch unsere Leser diskutierten rege über das Thema. 

Die konkreten Forderungen des Bündnisses Rosenheimer Eltern:

1. Sicherstellung eines regulären Schulbetriebs. 2. Sofortige Aufhebung der Maskenpflicht für Schüler und Lehrer während des gesamten Unterrichts an allen Schulen.

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