Neue Sperrzeiten vor Feiertagen beschlossen

Rosenheimer Nachtschwärmer dürfen jetzt länger feiern

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In den Rosenheimer Clubs, wie hier dem P2, darf nun vor den Feiertagen länger getanzt werden. 

Rosenheim - Der Stadtrat beschloss am Mittwoch, dass das Nachtleben in der Stadt belebt werden soll. Das könnte jedoch Anwohnern in der Innenstadt den Schlaf rauben. 

Zumindest befürchten das die neun Stadträte, die gegen die Mehrheit aus CSU und SPD gegen den Antrag stimmten. Allen voran die Dritte Bürgermeisterin Dr. Beate Burkl (FW). 

Wie bereits berichtet, haben sich Sozialdemokraten und Christsoziale in gemeinsamen Anträgen für eine Verkürzung der Sperrzeiten vor Feiertagen eingesetzt. Nachtschwärmer sollen an diesen Tagen, genauso wie an Wochenenden, bis 4 Uhr statt nur bis 2 Uhr in den Clubs feiern dürfen

"Signal an die jungen Menschen in der Stadt"

Erneut warb SPD-Stadtrat Abuzar Erdogan, der sich in den letzten Monaten zusammen mit Daniel Artmann (CSU) für das Thema Nachtleben einsetzte, für eine Neuregelung der Sperrzeiten. Rosenheim sei eine Hochschulstadt, habe drei Gymnasien und sei zudem das Zentrum des Landkreises. "Das wäre ein Signal für die jungen Menschen in der Stadt. Sie haben ein Bedürfnis nachts länger zusammen zu feiern und das geht nun mal nicht in Aising oder Pang, sondern in der Innenstadt." 

Aus Sicht von Erdogan müsse die Stadt bessere Rahmenbedingungen für mehr Angebote schaffen. Dies hätten Artmann und er aus den Gesprächen mit den Rosenheimer Lokalbetreibern mitgenommen. 

"Ein Anrecht auf Ruhe"

Kritik gab es derweil von der Dritten Bürgermeisterin Dr. Beate Burkl: "Ältere Menschen haben ein Anrecht auf Ruhe." Man solle die Innenstadt-Anwohner nicht auch noch vor den Feiertagen zusätzlich belasten. 

Franz Lukas (Grüne) pflichtete ihr bei. Es gehe hier um drei bis sechs Tage im Jahr. Für diese marginale Veränderung solle man kein Fass aufmachen. "Das bringt nur Unmut", so Lukas.

Getränkeverbot vor der Clubtür?

Einen Vorschlag brachte noch der Zweite Bürgermeister, Anton Heindl (CSU), in die Diskussion: In Ingolstadt und Augsburg sei es verboten, nach 23 Uhr Getränke vor die Tür von Clubs zu nehmen. Dies solle auch in Rosenheim so geregelt werden, denn so könne nachts der Lärmpegel vor den Lokalitäten deutlich gesenkt werden. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zeigte sich diesem Vorschlag gegenüber aufgeschlossen. 

Raser auf der Münchner Straße als Nebenthema

Für CSU-Fraktionschef Herbert Borrmann sind weniger die Club-Besucher ein Lärmproblem, als vielmehr das Treiben auf der Münchener Straße. Er sprach von "Rowdytum". Gegen die dortigen Raser mit ihren dröhnenden Boxen müsse etwas getan werden. Man solle Gespräche mit der Polizei suchen. 

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer räumte ein: "Die Situation abends in der Münchener Straße ist nicht mehr zu ertragen."

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