"Rohdiamanten" gefördert

OVB
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Die Stadt von allen Seiten und von oben betrachten, um sie in eine gute Zukunft zu führen - das ist das Anliegen des Stadtentwicklungskonzeptes Rosenheim 2025.

Rosenheim - Wie soll sich die Stadt entwickeln? Nach drei "Experten-Hearings" zum Stadtentwicklungskonzept waren jetzt die Bürger gefragt.

Nach den bisherigen drei "Experten-Hearings" zum Stadtentwicklungskonzept "Rosenheim 2025 - Stadt der Zukunft" war nun die Rosenheimer Bürgerschaft aufgerufen, ihre Ideen und Wünsche bei einer ganztägigen Bürgerwerkstatt im Kultur- und Kongresszentrum in die Planungen einzubringen. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer versprach sich eingangs davon "einen spannenden Tag".

Damit der Prozess nicht nur eine "Goodwill-Aktion" bleibe und nur Bürgernähe suggerieren soll, hatten Stadtrat und Stadtverwaltung das Stuttgarter Planungsbüro Pesch & Partner verpflichtet, den Entwicklungsprozess zu steuern und die Veranstaltungsreihe zur "Stadt der Zukunft" zu moderieren.

Zu Beginn des Workshops fasste Professor Dr. Franz Pesch die Ergebnisse der vergangenen drei "Hearings" zum Thema Rosenheim 2025 zusammen und betonte, es würden auch diesmal keine Beschlüsse gefasst, sondern primär Ideen und Vorschläge in Form eines Dialoges erörtert.

Die Erfahrung, so Pesch, habe gezeigt, dass Stadtentwicklung eine Herausforderung darstelle und kein Prozess sei, den man einfach laufen lassen könne. Die "Sünden" der Vergangenheit solle man nicht wiederholen. Die Vorstellungen, was alles in einer Stadtentwicklung Eingang finden solle und auch müsse, sei vielfältig und spiegele oft auch gegensätzliches Gedankengut beziehungsweise Interessenskonflikte wider.

Die Federführung für das Stadtentwicklungskonzept Rosenheim 2025 hat Baudezernent Helmut Cybulska (von links), Projektleiter ist Ralf Seeburger. Erarbeitet wird das Konzept mit dem Büro Pesch und Partner - Philip Schmal, Professor Dr. Franz Pesch und Frank Kohlmann.

Als fundamentale Herausforderungen sind beispielsweise die Demografie als Funktion der Bevölkerungsprognose für das Jahr 2015 zu nennen. Die Alterung der Stadtbevölkerung, Altersarmut und Integration, Mobilität und die "Stadt der kurzen Wege", quartierbezogene Anpassungen, Wandel der Infrastrukturen, Klima, Energie und Ressourcenverbrauch waren nur einige der "Schlagworte", die Pesch unter der Definition "Stadtentwicklung ist ein Medium, um die Zukunft in den Griff zu bekommen" subsumierte. Der Prozess zum Stadtentwicklungskonzept laufe in vier Ebenen ab: Expertenbefragung, Bürgerwerkstatt, Zukunftstag und Abschlussveranstaltung. Die beiden letzten Veranstaltungen sind für Samstag, 22. September, und Montag, 4. Februar, terminiert.

Nach dem Grundsatzreferat nahmen die Workshop-Teilnehmer die Arbeit in den vier themenbezogenen Arbeitskreisen ihrer Wahl auf: "Wirtschaft, Arbeit und Verkehr", "Soziales, Bildung, Kultur und Sport" sowie "Stadt- und Grünplanung sowie Verkehr" sowie "Paradigmenwechsel in puncto Energie und Umfeld", die Themen, die auch den vorangegangenen Experten-Hearings zugrunde lagen. Die Oberbürgermeisterin betätigte sich in allen Arbeitskreisen als beobachtender "Kiebitz".

Am Nachmittag trafen sich die Arbeitsgruppen im Plenum, wo Sprecher der Arbeitsgruppen die Rohfassungen ihrer Überlegungen präsentierten und erläuterten. Der Moderator erklärte, dass es sich hierbei noch um "Rohdiamanten" handle. Der Feinschliff, der auch die Querverbindungen aufzeigen müsse, werde in weiteren internen Sitzungen herausgearbeitet. Pesch dankte den "hochmotivierten Teilnehmern" und sagte zu, dass ihnen in Bälde eine "sortierte Zusammenfassung" der erarbeiteten Unterlagen zugehe.

je/Oberbayerisches Volksblatt

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