Stellenabbau bei Krones Rosenheim:

Betriebsratsvorsitzender: „Stellenabbau ist nie gerecht, aber die Angebote sind fair“

Krones AG
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Der Abfüll- und Verpackungsanlagenbauer Krones gab bekannt, bis zu 500 Stellen abzubauen.

Rosenheim - Die Meldung ging am Mittwoch herum wie ein Lauffeuer: Schon wieder werden in Rosenheim Stellen abgebaut. Diesmal bei der Krones AG. Das Sagt der Betriebsratvorsitzende dazu.

„Stellenabbau wird von Seiten des Betriebsrat nie als gerecht empfunden“, so der Betriebsratsvorsitzende des Krones-Werkes in Rosenheim im Gespräch mit rosenheim24.de. „Aber durch Corona gibt es derzeit massive Auftragseinbrüche. Wie lange das dauert weiß keiner.“

Stellenabbau bei Krones in Rosenheim

Der Oberpfälzer Abfüll- und Verpackungsanlagenbauer Krones sieht sich in Anbetracht der aus der Corona-Pandemie resultierenden Wirtschaftskrise gezwungen, das Personal durch sogenannte Freiwilligenprogramme zu reduzieren. Auch in Rosenheim und Raubling. Insgesamt sollen beim gesamten Konzern mit 10.700 Mitarbeitern 500 Stellen abgebaut werden. „Rein rechnerisch könnten es in Rosenheim etwa 50 Stellen sein“, so der Betriebsratsvorsitzende.

Er selber habe vor etwa drei Wochen von dem Abbau erfahren, die Mitarbeiter seien am Dienstag, 15. September per Videobotschaft des CEO informiert worden. „Die Verunsicherung bei den Mitarbeitern ist jetzt natürlich groß. Wir werden ihnen in jedem Fall unterstützend zur Seite stehen.“ Im Laufe der nächsten Zeit sollen laut Vorsitzendem etwa die Hälfte der Mitarbeiter in Rosenheim einen Brief bekommen, in dem das Freiwilligen- und Frühruhestandsprogramm angeboten werde. Bei dem Programm wirkt der Betriebsrat nicht mit. Bereits im September 2019 hielten sich hartnäckig Gerüchte um einen Stellenabbau bei Krones.

Freiwilligenprogramm zum Ausstieg

Krones will Freiwilligenprogramme nutzen, um Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu ermöglichen, den „Ausstieg bei Krones beziehungsweise den Übertritt in den Ruhestand finanziell abzusichern.“ In einer Pressemitteilung zum geplanten Stellenabbau Krones heißt es dazu weiter: „Im Rahmen dieser Programme werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die entweder in bestimmten Organisationsbereichen beschäftigt oder in ausgewählten Berufsbildern tätig sind, individuell ausgearbeitete Aufhebungsverträge angeboten. Zusätzlich werden allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die 59 Jahre oder älter sind, Angebote für einen Eintritt in den Vorruhestand unterbreitet.“

„Ich kann es als Belegschaftsvertreter nicht gut finden, dass Stellen abgebaut werden, aber die Angebote von Krones sind fair“, so der Betriebsratsvorsitzende. „Sozialverträglich ist das nie, aber wir alle müssen mit Corona leben. Die Freiwilligenprogramme sind vielleicht das kleinere Übel.“

jb

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