CSU und Hochschulleitung irritiert

"Populismus": SPD-Aktion für Bogensiedlung scharf kritisiert

Die Hochschule soll auf 8000 Studierende erweitert werden. 
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Die Hochschule soll auf 8.000 Studierende erweitert werden. Dafür soll sie erweitert werden.

Rosenheim - Die Hochschule Rosenheim soll ausgebaut werden - auf der Fläche der bisherigen Bogensiedlung. Die SPD stellt sich gegen diese Pläne quer und erntet dafür nun massive Kritik von Seiten der CSU.

Wie am Donnerstag berichtet, will die Rosenheimer SPD mit einer Unterschriftenaktion die 200 Wohneinheiten in der Bogensiedlung erhalten. Die Sozialdemokraten befürchten, dass hier bezahlbarer Wohnraum geopfert wird, der in der Stadt rar gesät ist. 

Vorwurf der CSU: Populismus

Zwischenzeitlich haben nun die CSU und die Hochschulleitung auf die Unterschriftenaktion reagiert - mit Unverständnis und Kritik. 

Die SPD "torpediert mit dieser Aktion die Zukunft des Bildungsstandorts Rosenheim und damit langfristig den gesamten Wirtschaftsraum", so der Vorwurf den der CSU-Kreisvorsitzende Herbert Borrmann und der CSU-Ortsvorsitzende Daniel Artmann in einer Pressemitteilung äußern. 

Der Vorstoß der Sozialdemokraten sei "an Populismus nicht zu überbieten", denn es würde bewusst verschwiegen, dass im Norden der Stadt im erheblichen Umfang Bauland neu geschaffen werde. "Die SPD verhindert eine strukturelle Verbesserung der Hochschule, um sanierungsbedürftige und marode Wohnflächen zu erhalten", meinen die Christsozialen.

Ein weiterer Vorwurf: Durch die Unterschriftenaktion unterwandere die SPD das "demokratisch zustande gekommene Mehrheitsvotum des Stadtrats". CSU-Fraktionschef Borrmann hält es für nicht akzeptabel, dass hier soziale und bildungspolitische Belange gegeneinander ausgespielt werden. 

Hochschulpräsident spricht von Abwanderung aus Rosenheim

Hochschulpräsident Professor Heinrich Köster zeigt sich irritiert über den Vorstoß der Rosenheimer SPD. "Zur langfristigen Sicherung der Fachkräfte braucht der Großraum Rosenheim 8.000 Studierende in verschieden Fachrichtungen", so Köster. Somit sei die Flächenerweiterung im Bereich der Bogensiedlung "unausweichlich, um den stetig steigenden Studierendenzahlen gerecht zu werden". 

Sollten die Erweiterungspläne nicht realisierbar sein, ist sogar eine teilweise Abwanderung der Hochschule aus Rosenheim denkbar, meint Köster. "Sollte eine Realisierung des Ausbaus der Hochschule in Rosenheim nicht umgesetzt werden können, wird die Hochschule entweder die Zahl der Studierenden wesentlich zurückfahren müssen (...) oder sich an andere Standorte außerhalb Rosenheims verlagern müssen", heißt es in seinem Statement.

Dies wäre ein "fataler Rückschritt" für den Großraum Rosenheim, befürchtet der Hochschulpräsident. 

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