Stundenhotel ab sofort eingestellt

Rosenheim - Im Kampf gegen illegale Bordelle hat die Stadt einen Erfolg verbucht: Das "Golden Girls" stellt seinen Stundenhotel-Betrieb ein - angeblich sofort! Der Vermieter zog eine Klage gegen die Stadt zurück. Kommt er ohne Ordnungsgeld-Strafe davon?

Der Vermieter des "Golden Girls" in der Heilig-Geist-Straße zog gestern vor dem Verwaltungsgericht in München seine Klage gegen die Nutzungs-Untersagung der Stadt zurück. Nach eigenen Worten will er den Damen schon morgen kündigen und den Stundenhotel-Betrieb angeblich sofort einstellen. Ansonsten muss er mit einem weiteren Ordnungsgeld über 3000 Euro rechnen.

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24 bordellartige Betriebe gibt es in Rosenheim, nur eines ist gewerberechtlich genehmigt. Seit Herbst 2010 zählt das "Golden Girls" zu den einschlägigen Etablissements. Es liegt zentral - die Volkshochschule und ein Wohnhaus mit 34 Mietern sind direkte Nachbarn. Die stört das Bordell, was der Betreiber gar nicht verstehen kann. Die Kunden kämen doch über den Hintereingang, es sei ruhig. "Wir machen keine Werbung", behauptete der Kläger. "Wirklich nicht?", erwiderte der Vorsitzende Richter Harald Geiger gespielt überrascht. "Nur in einschlägigen Magazinen", räumte der Kläger ein, der das ganze Verfahren völlig überzogen fand. "Da muss man nicht so scharf schießen", raunzte er Bauordnungs-Amtsleiter Michael Kettenstock an, der sich davon aber nicht beeindrucken ließ. "Welches Interesse sollte ich an der Weiterführung des Betriebes haben?", fragte der Vermieter, worauf der Richter schelmisch erwiderte: "Das wollen wir nicht so genau wissen." Diesen von niemandem falsch verstande Scherz zog er aber sofort wieder zurück.

Der Bordell-Vermieter änderte derweil seine Strategie und behauptete, der Umzug seiner Damen in ein Ausweichquartier sei unmöglich. "Die ziehen einfach nicht aus", meinte er. "Ich bin der Vermieter, ich darf die Wohnung nicht betreten." Als er es einmal versucht hätte, habe er eins mit dem Nudelholz übergezogen bekommen. "Jetzt erzählen Sie uns doch nicht, dass Sie nicht wissen, was dort passiert", wurde es dem Richter langsam zu bunt. "Es geht ja nur um eine Räumungsklage", blitzte der Betreiber nun doch mit seinem rechtlichen Wissen auf. Weil er erkannte, dass seine Klage keine Aussicht auf Erfolg haben würde, nahm er sie zurück.

wal/Oberbayerisches Volksblatt

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