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Bauvorhaben „Am Roßacker“

Neue Tanks im Freien: Rosenheims Flötzinger-Brauerei braucht mehr Platz fürs Helle

Sieben neue Gär- und Lagertanks plant die Brauerei Flötzinger „Am Roßacker“ zu errichten. Kirschner
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Sieben neue Gär- und Lagertanks plant die Brauerei Flötzinger „Am Roßacker“ zu errichten. Kirschner

Mit neuen Gär- und Lagertanks will die Flötzinger-Brauerei den Betriebsablauf an ihrem Standort Rosenheim optimieren. Doch das Vorhaben hat eine Besonderheit, die vor allem den Denkmalschutz auf den Plan ruft.

Rosenheim – Sieben neue Gär- und Lagertanks will die Flötzinger Brauerei an ihrem Standort aufstellen. Stehen sollen diese Behälter künftig entlang der Straße „Am Roßacker“. Eine Besonderheit: Die Behälter sollen im Freien stehen, nicht in einem Gebäude. Auch wenn der Bauausschuss das Vorhaben während seiner jüngsten Sitzung bei drei Gegenstimmen absegnete, gab es deutliche Worte jener, die das Projekt in Sachen Denkmalschutz kritisch sahen.

Kritik der Landesdenkmalpflege

Zwischen 11,6 und 12,9 Meter sollen die Tanks, je nach topografischer Lage, künftig in die Höhe ragen. Umgeben soll die Behältnisse ein Gerüst, an dem die Brauerei plant, Kletterpflanzen zu befestigen, um die „räumliche Dominanz“ des Vorhabens zu mildern.

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Deutliche Kritik an dem Vorhaben gab es vonseiten des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege. Dieses sorgt sich vor allem um die benachbarte Roßacker-Kapelle weiter westlich an der gleichen Straße. „Der Vorplatz der Kapelle würde dann nordseitig von einer großen technischen Anlage gefasst“, warnt die Behörde. Das „auffällig technoide“ Erscheinungsbild des „fremdartigen und auffälligen“ Neubaus schwäche die Wirkung des Baudenkmals Roßacker-Kapelle.

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Etwas entspannter wertet Rosenheims Stadtheimatpfleger Helmut Cybulska die Auswirkungen des Vorhabens: „Mit den frei stehenden Lagertanks wird die Geschichte des Brauereistandorts lebendig fortgeschrieben“, findet er.

Grünen regen Ortstermin an

Jene Entwicklung, die 1875 in diesem Bereich begonnen habe, erhalte einen „mutigen, modernen Akzent.“ Cybulska bemängelt lediglich die Längenausdehnung der Tanks, die in einer Reihe aufgestellt werden sollen: „Die platzprägende Wirkung der Roßacker-Kapelle wird deutlich geschwächt, wenn die gegenüberliegende Raumkante durch die vergleichweise mächtigen Tanks gebildet wird. In der Übermacht dieser technischen Anlagen ist eine Beeinträchtigung des Baudenkmals zu befürchten.“ Der Stadtheimatpfleger schlug als Kompromiss vor, zwei der geplanten sieben Tanks in nördlicher Richtung auf dem Brauereigelände zu bauen, statt entlang der Straße „Am Roßacker“.

Streitpunkt Roßacker-Kapelle: Die Landesdenkmalpflege fürchtet, die geplanten Tanks könnten die Wertigkeit des Denkmals gefährden.

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Die kritische Stellungnahme der bayerischen Denkmalpfleger hatten auch die Grünen zur jüngsten Sitzung des Bauausschusses angeführt: „Ich habe noch nie eine so kritische Stellungnahme eines Landesamts für Denkmalpflege gelesen“, gab die Grünen-Stadträtin Anna Rutz zu bedenken. Ihr Fraktionskollege Franz Lukas regte einen erneuten Ortstermin in dieser Sache an, konnte sich aber mit diesem Vorschlag nicht durchsetzen.

Gebäude in gleicher Höhe möglich

Denn ein Großteil des Gremiums konnte sich mit der Einschätzung des städtischen Bauamts anfreunden. Zum einen entspreche das Projekt baurechtlich den zulässigen Möglichkeiten. Die Flötzinger-Brauerei habe damit ohnehin die Möglichkeit statt der Tanks ein Gebäude in gleicher Höhe zu errichten. „Ob ein Gebäude in ähnlicher Höhe geringere Auswirkungen auf Einzeldenkmal und Ensemble hätte, darf bezweifelt werden“, heißt es aus der Verwaltung.

In der Abwägung kommt die Stadt zum Ergebnis, dass den Interessen Flötzingers gegenüber den Interessen des Denkmalschutzes ein höheres Gewicht beizumessen. Das sah die Mehrheit der Ausschussmitglieder ebenso, mit acht gegen drei Stimmen.

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